Home 

 RSS 

Autorenhilfe: Tipps zur Reisefotografie

Vorbemerkung:

Die folgenden Tipps sind als Leitfaden und Hilfe zu verstehen und geben meine Erfahrungen beim Fotografieren auf Reisen und bei digitalen Nachbearbeiten wieder.
Auf keinen Fall sollten die Tipps als Vorschriften verstanden werden.

Und jetzt viel Spaß
Mirjana Pervan

  • Bildaufbau

    Ein häufiges Prinzip beim Bildaufbau von weniger geübten Fotografen ist es, das Hauptmotiv in den Mittelpunkt des Bildes zu setzen. Begünstigt wird dies auch dadurch, dass einfacher Kameras nur dann die Schärfe und Belichtung korrekt messen bzw. die Bedienung der Kamera für die Schärfe-Einstellung auf ein Objekt außerhalb des Bildmittelpunkts nicht beherrscht wird.

    Häufig kann man das Bild wesentlich spannender gestalten, wenn man das Hauptmotiv im Zusammenhang mit seiner Umgebung zeigt.
    So kann man nicht nur das Motiv erkennen, sondern dem Bild auch mehr über die Beziehung des Motivs zu seiner Umgebung erfahren.
    Der Betrachter wird zum Nachdenken angeregt, die Blicke schweifen umher, das Bilder "fesselt".

    Die beiden folgenden Bilder sollen - vielleicht etwas übertrieben - ein typischen Laienfoto im Vergleich zu einem etwas spannenderem Bildaufbau demonstrieren. Selbstverständlich ist der Bildaufbau schon bei der Aufnahme von Interesse und sollte nicht erst - wie hier zur Demonstration - durch nachträglich Bildbearbeitung gesteuert werden.
    Zentrierte AufnahmeInteressanterer Bildaufbau

     

  • Digitalisierung

    Ein Wort vorab: Die folgende Tipps gehen davon aus, dass nach dem Scannen eine Bildbearbeitungssoftware verwendet wird, um die Bilder zu korrigieren und zu speichern.

    Zum Scannen von Dias und Negativen braucht man einen speziellen Scanner oder einen Flachbettscanner mit wenigstens 1200 DPI Auflösung und Durchlichtaufsatz.
    Auch beim Scannen von Dias und Negativen ist Karsten Rau's Tipps zur Fotobearbeitung Gold wert:
    Die Schärfen bei der Konfiguration des Scanners weitgehend zurücknehmen, da die Schärfefilter der Bildbearbeitungssoftware bessere Ergebnisse liefert.

    Auch die geeignete Auflösung ist erwähnenswert, besonders, weil viele Scannertreiber eine andere Empfehlung geben:
    Ich scanne meist mit einer viel höheren Auflösung, als das Bild am Ende haben wird.
    Nachträgliche Korrekturen, wie Drehen und perspektivische Entzerrungen verschlechtern die Bildqualität weniger stark, wenn man das Bild erst danach verkleinert. Das gescannte Bild sollte hierfür die etwa 10-fache Größe das endgültigen Bildes haben.
     

  • Korrektur von perspektivischer Verzerrung und Horizontlinie

    Bei der Fotografie ganzer Gebäude entstehen häufige unschöne Effekte wie nicht parallele Kanten.
    Die Ursache hierfür liegt in unterschiedlichen Entfernungen der jeweiligen Gebäudeteil von der Kamera. Weiter entfernt liegende Teile erscheinen kleiner, sodass z.B. bei der folgenden Aufnahme des Myrtenhofs in der Alhambra der Turm (Torre de Comares) oben eine geringere Breite zu haben scheint:
    vor Korrekturnach einer Drehung um 1° nach links und einer Korrektur der Vertikalperspektive um 12%

     

  • Korrektur der Bildschärfe

    Zur Korrektur der Bildschärfe bieten gute Bildbearbeitungsprogramme meist mehrere Filter an. Diese Filter sollte man unbedingt erst nach eventuellen Korrekturen durch Bilddrehungen und perspektivischen Verzerrungen anwenden, da hierbei wiederum Unschärfen entstehen können.

    Was ist eigentlich Unschärfe?
    Einfach ausgedrückt sind bei unscharfen Bildern ursprünglich scharfe Linien mehr oder weniger verschwommen.
    Die Trennlinie zwischen unterschiedlichen Farbbereichen ist also nicht auf wenige Bildpunkt begrenzt, sondern über einen größeren Bereich verteilt.

    Wichtig bei der Anwendung des Filters ist es, das Funktionsprinzip bei der Erhöhung der Bildschärfe zu verstehen:
    Der Filter versucht die Bereiche des Farbverlaufes zu finden und zu reduzieren.
    Dies geschieht in der Regel durch eine Art der Erhöhung des Kontrasts an den Rändern der Trennlinie.

    Beispiel (veranschaulicht im folgenden Diagramm): Wenn eine Linie zwischen himmelblau und dunkelbraun durch einen Farbverlauf mit verschiedenen grau/braun und grau/blau - Tönen verschwommen ist, so werden die grau/blauen Bildpunkte etwas himmelblauer und dafür die grau/brauen Punkte etwas dunkelbrauner.
    OriginalaufnahmeNach Anwendung des SchärfefiltersAnwendung eines zu starken Schärfefilters
    Originalgröße
    Ausschnitt
    4-fach vergrößert

    Deutlich ist in den vergrößerten Ansichten auch zu erkennen, dass durch die Anwendung des Schärfe-Filters leicht auch unerwünschtes Bildrauschen verstärkt werden kann. Beim Einsatz eines konfigurierbaren Schärfefilters lässt sich dieser Effekt durch einen größeren Differenzwert vermeiden. Der Differenzwert ist ausschlaggebend dafür, wie groß der Unterschied benachbarter Bildpunkte sein muss, bevor der Schärfe-Filter den Kontrast zwischen den Bildpunkt erhöht.

    In der dritten Spalte des Diagramms wird deutlich, dass eine zu starke Anwendung eines Schärfefilters das Bild verschlechtert; Nicht nur des Bildrauschen wird unangenehm stark, auch die Trennlinien werden im Kontrast so stark übertrieben, dass z.B. aus dem himmelblau fast hellblau wird.

    Wie man im konkreten Fall den Schärfefilter am besten konfiguriert, ist auch Erfahrungssache und kann auch durch Experimentieren mit verschiedenen Einstellungen gelernt werden.
    Generell eignen sich schwächer arbeitende Filter eher für Bilder mit sehr vielen feinen Linien, wie z.B. Drähte, Seile und Laub, währen stärke Filter eher größere Strukturen wie Mauern, F}else{n und Wolken besser wiedergeben.
    Außerdem sollte ein Bild mit kleineren Ausmaßen weniger stark geschärft werden, als ein größeres, da die Filterstärke in Bezug auch Flächeneinheiten wirksam ist.
     

  • Komprimierung und Speicherung

    Bis auf wenige Ausnahmen bietet das jpg-Format derzeit die beste Möglichkeit, Fotos für das Internet zu speichern.
    Im jpg.Format können Bilder verschieden stark komprimiert werden.
    Je stärker die Komprimierung, desto weniger Bilddetails können abgebildet werden.

    Eine vorherige Reduzierung der Farbtiefe, wie es bei einige anderen Formaten sinnvoll ist, führt nicht zu einer besseren Komprimierung von jpg's, verringert aber besonders bei Naturbildern zu einer deutlichen Abnahme der Bildqualität.

    Üblich ist es, dass man bei Speichern eines jpg's die Komprimierungsrate in Prozent einstellen kann.
    Sinnvolle Komprimierungsraten liegen etwa zwischen 10% (sehr gute Bildqualität) und 50% (relativ viele Bilddetails werden nicht gespeichert).
    Es ist schwer, allgemeine Regeln für die richtige Komprimierungsrate festzulegen.
    Generell sollte man aber Bilder, die mit einer geringeren Qualität vorliegen, auch mit einer höheren Komprimierungsrate speichern.

    Bilder zur Veröffentlichung bei pervan.de müssen wenigstens so stark komprimiert sein, dass die Dateigröße 256 KB nicht überschreitet.
    Da pervan.de die Bilder zumeist durch eine verkleinerte Voransicht anzeigt und der bewusste vorgenommen Ladevorgang für ein ausgewählten Bild weniger problematisch ist, sind (für die Veröffentlichung bei pervan.de) Bilder mit höher Bildqualität und geringerer Komprimierung eher geeignet.

    Zum Abschluss hier eine Aufnahme von einer Fiesta in Andalusien, um die Auswirkung auf die Bildqualität bei 6 verschiedenen Komprimierungsraten zu zeigen:
    1% Komprimierung, 42.741 Bytes
    10% Komprimierung, 24.576 Bytes
    22% Komprimierung, 12.997 Bytes
    40% Komprimierung, 9.346 Bytes
    65% Komprimierung, 6.702 Bytes
    90% Komprimierung, 2.978 Bytes

Werbung:
Reisefotografie
Praxiswissen eines weit gereisten Profis.
Autorenhilfe Übersicht
· Glossar
· Als Autor anmelden

Reiseberichte vorschlagen
· Bilder einem Bericht zuordnen
· Regeln zur Aufnahme von Berichten
· Reiseberichte in der Top-Liste
· Tipps zum Verfassen von Berichten

Bild veröffentlichen
· Regeln zur Veröffentlichung von Bildern
· Übergeordneten Report einstellen
· Bilder per E-Mail veröffentlichen
· Tipps zur Reisefotografie

Reisereportage erstellen
· Reisebericht einer Reisereportage zuordnen
· Bild in Reisereportage einfügen
· Textabsatz in Reisereportage einfügen
· Reisereportagen hierarchisch ordnen
· Seitentitel für Reisereportagen einstellen
· Podcasts erstellen
· Inhaltsverzeichnis der Reisereportage gestalten

Reisetipp erstellen
· Bild einem Reisetipp zuordnen

Reisezeit bewerten

Autorenseite gestalten
· Bild als Porträt verwenden


 Fotos Beste Reisezeiten Autorenliste Neue Reisereportagen Neue Bilder Hilfe Links & Banner 
 Autorenzone: Als Autor starten Bericht vorschlagen Autorenzugang Autorenforum Autorenhandbuch 
 Kritik, Anregungen Allgemeine Nutzungsbedingungen Wie pervan.de entstand 

 ©, Redaktion: Mirjana Pervan