Hinweis: Tunnels auf den Färöer Inseln: Oft nur ein langes dunkles Loch! Das Färöische Strassennetz ist sehr gut ausgebaut und beinhaltet für ein so kleines und dünnbesiedeltes Inselreich erstaunlich viele Tunnels. Im Jahr 2010 waren es bereits 19, einige davon erschliessen sogar Siedlungen, welche kaum oder nicht mehr permanent bewohnt sind!
Die Anzahl und die Länge der Tunnels ist zwar gross, der Ausbaustandard hingegen teilweise eher bescheiden. Viele Tunnels sind nicht viel mehr als ein schmales unbeleuchtetes, aber nicht unbedingt kurzes Loch!
Da es nur sehr wenig Verkehr hat, ist es verständlich, dass sogar 3 km lange Tunnels nur einspurig gebaut wurden. Die eine Fahrtrichtung hat Vorfahrt und entgegenkommender Verkehr muss in seitlichen Buchten warten. Da der Fels der Tunnelwand weder betoniert, noch gestrichen ist, fährt man wirklich durch ein stockdunkles, teilweise nur 3.2 Meter hohes Loch. Häufig sind diese schnurgerade und so sieht man wenigstens Licht am Ende des Tunnels, sofern kein anderes Fahrzeug entgegen kommt. Wenn aber eines kommt, ist es sogar für die Einheimischen schwierig einzuschätzen, wie weit dieses noch entfernt ist. Entweder wartet man ewig in der Ausweichstelle, oder man geht das Risiko ein, dass man im rabenschwarzen Loch den Rückwärtsgang einlegen muss. In den meisten dieser Tunnels kam uns kein einziges Fahrzeug entgegen, aber Fahrrad-Fahrern wird definitiv von diesen Tunnels abgeraten.
Die einzigen unbeleuchteten Einspurtunnels, welche wirklich etwas nervenaufreibend sein können, befinden sich auf der Insel Borðoy. Seit der Árnafjarðar- und Hvannasundstunnilin in 1967 bzw. 1965 eröffnet wurde, hat sich der Verkehr auf dieser Insel vervielfacht. Wir mussten bei der Traversierung etwa 20x in einer Ausstellnische warten.
Die Färöer bauen aber lieber neue Tunnels, als die alten auszubauen. Ein paar weitere kleinere Tunnelprojekte, so zwischen 2 und 20 Kilometern Länge stehen zur Debatte oder sind bereits in Ausführung. So z.B. der gigantische 11 Kilometer lange Unterseetunnel Skálafjarðartunnilin (http://www.skalafjardartunnilin.fo/) welcher sogar im Tunnelinnern einen Kreisel aufweisen soll (mit nur wenig Verkehr ist auch dies möglich). Der Höhepunkt der Färöischen „Tunnelmania“ wäre aber sicher der 20 Kilometer lange Unterseetunnel Suðuroyartunnilin zwischen Sandoy und Suðuroy. Die Geschichte wird zeigen ob dieser je gebaut wird, so wie wir aber die Färöer einschätzen, wären wir nicht verwundert, wenn auch dieser schon bald Tatsache würde...
Wir hatten auch kilometerlange Einspurtunnels meist für uns alleine und zudem sind die meistbefahrenen und die längsten Tunnels, inklusive der zwei gebührenpflichtigen Unterseetunnels, zweispurig ausgebaut und sogar beleuchtet. In der Färöer Tourist-Info Broschüre sind die Tunnels samt Ausbaustandard aufgelistet, so kann man sich schon vor der Durchfahrt geistig auf die engsten und dunkelsten Löcher vorbereiten…
Von Brigitte & Heinz 5 Einträge im Gästebuch von Brigitte & Heinz weitere Hinweise
| Färöer Inseln - Suðuroy, Portal des Hvalba Tunnels
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