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Sehenswürdigkeit: Thingvellir Nationalpark: wo die Welt auseinanderreisst!

Neben Gullfoss und Geysir ist der þingvellir (Thingvellir) Nationalpark die dritte grosse Attraktion im „goldenen Dreieck“. Historisch ist er von Bedeutung weil hier im Jahr 930 erstmals Isländische Grossgrundbesitzer zu Räten gewählt wurden und eine jährliche Versammlung einführten, welche im Stil eines demokratischen Parlaments über das Schicksal des Landes entschied. In der Geschichtschreibung gilt diese Tagung, genannt Alþing, als das erste demokratische Parlament der Welt.

Dieses Parlament mag die Isländer näher zusammen geschweisst haben, doch genau an dieser Stelle reisst die Welt im wahrsten Sinne des Wortes auseinander! Geologisch gesehen ist þingvellir einer von nur zwei Orten auf der Erdkruste an denen die Bewegungen Tektonischer Platten studiert werden können (ebenfalls im Rift Valley System Ost Afrikas) ohne nasse Füsse zu kriegen.

Die Tektonischen Platten Nordamerikas und Eurasiens verschieben sich und reissen Island unaufhaltsam in drei Teile (die Nordamerikanische Platte teilt sich genau hier in eine Haupt- und eine Nebenplatte). Normalerweise verschieben sie sich nur langsam (7mm pro Jahr) aber ein Erdbeben kann eine Veränderung von mehreren Metern auf einmal bewirken. Über die Jahrmillionen sind die Verschiebungen der Tektonischen Platten fast unglaublich. Wissenschaftler glauben, dass sich Europa und Afrika einst im Gebiet der heutigen Antarktika befanden, wogegen Down Under sogar einmal in der nördlichen Hemisphäre lag.

Rein geographisch gesehen, gehören die meisten Isländer und sämtliche Grönländer zu Nord Amerika und darüber lässt sich nicht streiten! Um die Tektonische Spalte zu veranschaulichen, wurde ein versunkener Weg angelegt, der gleichzeitig als Zugang zum Thingvellir-Besucherzentrum dient. Er vermittelt die Illusion mit einem Bein in Europa und mit dem anderen in Amerika zu stehen, doch der Spaltenboden ist in Wirklichkeit 10 bis 25 km breit. Wenn man das Tal das durch die Verschiebung der Platten entstand betrachtet, sieht man aber nicht in die Magma Kammern. Es ist eine unauffällige Ebene mit Wiesen, Flüssen und Seen die beidseitig von Klippenähnlichen Felswänden eingerahmt ist. Wenn man aber weiss, was hier genau passiert, kommt ein ehrfürchtiges Gefühl auf.

Weitere Informationen in der Reisereportage Island: naturgemäss vielfältig

Weitere Informationen im Reisebericht Faszination Nord-Atlantik: eine packende Reise durch die Färöer Inseln, Island und Grönland

Von Brigitte & Heinz
5 Einträge im Gästebuch von Brigitte & Heinz

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þingvellir Nationalpark, Tektonische Spalte für den Tourismus!

© Brigitte & Heinz

þingvellir Nationalpark, Die Tektonische Spalte

© Brigitte & Heinz


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