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Hinweis: Autokauf in Auckland, Neuseeland

Für alle die genügend Zeit haben ist der Kauf eines Gebrauchtwagens sicherlich eine gute und sehr beliebte Alternative. Der Kauf einer guten Occasion ist auch zu Hause nicht immer ganz einfach, aber im Ausland als Tourist gibt es noch ein paar Fallen mehr, in die man tappen könnte. Bevor wir ein paar konkrete Tipps geben, schildern wir zuerst einmal was wir so alles erlebten, als wir uns in Auckland zehn Tage lang nach einem guten Auto umsahen:

Da uns genügend Zeit (9Mt.) für unsere Neuseelandreise zur Verfügung stand, mussten wir uns nach einer passenden Transportmöglichkeit umsehen. Da wir weder fliegen noch segeln können, entschieden wir uns wiederum ein Auto anzuschaffen, genauso wie ganze Flugzeugladungen voll anderer Touristen die um diese Jahreszeit (im November) in Auckland eintrafen.
Modelle und Namen waren hier schon wieder unterschiedlich zum Rest der Welt, aber wenigstens hatten wir mittlerweile genug Erfahrung, auf der "falschen Seite" der Strasse zu fahren.
Die meisten Kiwis fahren Wagen mit automatischem Getriebe, aber wir favorisierten ein handgeschaltetes Gefährt. Wir fanden es toll, dass es hier wöchentlich mehrere Automärkte gab, wo sich private Käufer und Verkäufer finden konnten. Wir merkten jedoch bald, dass die meisten Anbieter nur geldhungrige unlizenzierte Händler waren, welche einem weismachen wollten, dass sie das Auto ihrer Schwester, ihres Bruders/Onkels, eines abgereisten oder gar verstorbenen Verwandten verkaufen wollten. Natürlich hatten die meisten dieser herausgeputzten 10-20 Jahre alten Gefährte kaum mehr als 120'000 km auf dem Tacho (wie glaubhaft!) und sowohl der Motor, als auch die Reifen waren meist neu (eingefettet). Wir haben Autos gesehen, bei denen nicht nur der Motor, sondern auch die Batterie und sogar die ganze Karosserie liebevoll mit Öl eingestrichen worden war, dass es nur so glänzte.
Wir verzagten aber nicht, es gab nämlich auch noch Versteigerungen für Gebrauchtwagen. Dies gab einen weiteren interessanten Einblick in die Maffia der Autohändler. So erkannten wir z.B. einen sogenannten Privatverkäufer, der uns am Vortag eine "alte Schwarte", welche er in der Jugendherberge am „Note Board“ ausgeschrieben hatte, andrehen wollte. Viele dieser Vaganten waren hierher gekommen um sich für 200-300 NZ$ die noch knapp fahrbaren Schrotthaufen zu ersteigern. Nachdem sie die offensichtlichsten Beulen und Mängel kunstvoll kaschiert haben, versuchten sie die nun veredelten Stücke für ein paar Tausend Dollar mehr zu verhökern!
Vielleicht war es besser sein Glück in der Zeitung zu suchen. Die Schlitzohren inserierten natürlich auch hier, aber dazwischen gab es auch ab und zu eine ehrliche Privatperson, die versuchte ihren fahrbaren Untersatz an den Mann zu bringen. Die guten Fahrzeuge welche zu einem günstigen Preis angeboten wurden, gingen weg wie frische Brötchen und waren meist bereits verkauft bis wir anriefen. Ein paar konnten wir aber trotzdem noch besichtigen, was wiederum eine spezielle Erfahrung war!
Derjenige Wagen der uns von der Mitarbeiterin einer Botschaft angeboten wurde, war bei weitem nicht der schlimmste. Aussen war er voll von Kratzern und innen sah er aus wie ein Mülleimer. Hingegen derjenige der uns von einer biederen Hausfrau angeboten wurde, sah inwändig sogar aus wie eine echte Müllhalde. Der Lack sah so aus, als ob der Wagen in seinem Leben nie gewaschen worden wäre und der Motor war von so einer Staubschicht bedeckt, dass er kaum sichtbar war. Als uns ihr Mann zu einer Probefahrt einlud, setzte er sich unzimperlich auf den ganzen Berg von Papier und Abfall drauf. Für uns Hinweis genug, dass der Wagen wohl genau so gewartet worden war.
Aber wie immer gaben wir nicht auf, und wollten unbedingt die Nadel im Heuhaufen finden. So nahmen wir ein zweites Mal den Zug und fuhren zum “car market“ in Ellerslie, welchem wir den Übernamen "grosser Schwartenmarkt" gaben.
Mit viel Glück fiel uns unter den vielen Vaganten eine Mutter mit ihrem Kind auf, die ihren Kombi für 4'500 $ anbot. Sie war eine Ausnahme unter den Autobesitzern nur schon weil sie die Belege für ausgeführte Wartungsarbeiten vorweisen konnte. Wir fanden zwar, dass der Preis etwas höher lag als wir uns vorgestellt hatten, fragten aber trotzdem nach ihrer Telefon Nummer. Da wir im Nachhinein nichts Besseres fanden, riefen wir sie zu Hause an und konnten das noch gut erhaltene Gefährt schlussendlich für 3'300 $ (1'880 Euro) erwerben. So wurden wir also die neuen Besitzer eines grünen Ford Telstar 1994, welcher wirklich erst 136'000 km auf dem Tacho hatte und diese konnten nachgewiesen werden. Die Vorbesitzerin, welche beruflich im Automobilsektor mit der Finanzierung durch Kredite zu tun hat, erzählte uns, dass es nur zu häufig vorkomme, dass die Kilometer manipuliert würden. Öfter als man denkt, müsse ein Kredit abgelehnt werden; nicht wegen der schlechten Bonität des Käufers, sondern weil der in Frage stehende Wagen einfach nicht sein Geld wert sei, da sein Tachometer zurück gedreht worden war. Zum Glück gab es hier eine Institution wo man einen sogenannten "lemon check" (Nieten Prüfung) machen lassen kann, womit eigentlich das meiste ans Licht kommen sollte, das nicht ganz lupenrein ist.

Nun unsere Tipps zum Autokauf in Auckland, welche teilweise für ganz Neuseeland gelten:

-Beim Autokauf ist es noch wichtiger dass man genügend Zeit hat, als nur das notwendige Kleingeld.

-Immer vor dem Kauf entweder übers Internet oder beim Automobilklub einen "lemon check" (Nieten Prüfung) machen lassen, um sicher zu gehen dass am Traumwagen nichts faul ist. Manipulierte Km, Unfallwagen, nicht abbezahlte Kredite und so weiter da zum Vorschein. Diese können an den versch. Automärkten vor Ort gemacht werden.

-Vor dem Kauf den Wagen entweder durch den Automobilklub (teuer), oder eine Garage (meistens recht preiswert) auf seinen technischen Zustand überprüfen lassen.

-Der Backpackers car market ist zwar während der Kauf-Saison (ca. Oktober bis Januar), ein guter Platz um seinen alten loszuwerden, da die Nachfrage das Angebot aber bei weitem übersteigt, sind die Preise deutlich überhöht, und wer dann seinen Wagen nach der grossen Tour so zwischen Februar und September loswerden will, muss dann halt schon gewaltige Abstriche machen… Wer aber wenig Zeit hat und vielleicht nicht so gut Englisch spricht, ist beim Backpackers car market vielleicht an der richtigen Adresse. Deren mehrsprachiges Personal spezialisierte sich darauf dem kaufwilligen Touristen von A-Z alles zu organisieren. Gegen Bares veranlassen sie einen „lemon check“, technische Inspektion, Zulassung und Versicherung.

-Den Halterwechsel nimmt in Neuseeland jedes Postamt vor. Die dazu notwendigen Formulare müssen vom Verkäufer und vom Käufer ausgefüllt und unterschrieben sein. Gegen Vorweisung des Reisepasses und eine bescheidene Gebühr wird das Kontrollschild, welches am Wagen bleibt, umgeschrieben.
Beim Verkauf am Schluss deiner Reise sicherstellen, dass der neue Halter den Wagen zügig umschreibt, da du solange für verursachte Schäden oder Bussen haftest, bis der neue Besitzer amtlich eingetragen ist!

-Auch die Verkehrssteuer wird beim Postamt einbezahlt. Diese Steuer schliesst einen Beitrag an einen Fond mit ein, der für die ärztliche Betreuung von Unfallopfern aufkommt. Selbst als Tourist bist du damit gedeckt, solange du dich im Land behandeln lässt und das Gesetz nicht geändert wird.

-Unbedingt eine Haftpflicht Versicherung (third-party-property insurance) abschliessen. Traveller Versicherungen sind unkompliziert, aber etwas teuer. Teuer ist auch die Versicherung vom Automobilklub. Eine günstige Alternative ist die Autoversicherung der ANZ-Bank, falls du bei denen ein Konto eröffnest. Du musst zwar eine volle Jahresprämie bezahlen, aber die nicht gebrauchten Monate werden Dir nach dem Verkauf deines Fahrzeuges auf dein ANZ Konto gutgeschrieben. Diese Versicherung bietet deutlich bessere Bedingungen als die Traveller Versicherungen.

-Der car market der jeden Samstag im Stadtzentrum (an der water front) stattfindet, richtet sich ebenfalls vor allem an Backpacker. Ein Grossteil der Verkäufer sind aber auch hier Gelegenheitshändler, welche sich als Privatverkäufer tarnen und vor allem anfangs Saison mit den vielen Ausländern die so schnell wie möglich mobil sein wollen, ein leichtes Geschäft machen.

-Der grösste Automarkt in Auckland, welcher jeden Sonntagmorgen (früh da sein kann sich lohnen) im Ellerslie Racecourse stattfindet ist sicher eine gute Adresse. Er ist mit der Bahn oder dem Bus gut zu erreichen. Aber auch hier gilt, vor allem im Segment unter NZ$ 5000.- sind etwa 80-90 Prozent der Privatverkäufer verdeckte Händler, ganz egal wie unschuldig sie Aussehen und von welchem Land sie ursprünglich kommen. Ab und zu muss auch die Nichte des Händlers gegen ein Trinkgeld als “de facto“ Besitzerin hinhalten. Im Zweifelsfall den Traumwagen später beim Wohnhaus des Verkäufers nochmals ansehen und die Adresse überprüfen.

-Die Auto-Auktionen, z.B. bei Turners, sind für technisch versierte Käufer sicher eine sehr gute Möglichkeit, der nicht Fachmann kann sich aber dabei leicht die Finger verbrennen!

-Der Kauf von einem echten Traveller ist sicher eine gute Alternative, aber Vorsicht: viele haben Ihren Wagen unwissentlich deutlich über dem Marktpreis erworben und möchten das investierte Kapital natürlich wieder zurück. Es gilt also den Marktwert, der beim Privatkauf deutlich unter dem Händlerpreis liegt auszuloten und kräftig zu Handeln.

-Im Internet gibt es verschiedene Anbieter die gegen eine Gebühr von ca. NZ$ 10 eine genaue Berechnung des Kaufs-/und Verkaufs-Wertes jedes Modelles und auch den „lemon check“ durchführen z.B. „http://www.aalemoncheck.co.nz/order.asp“.
Der Automobilklub offeriert seinen Mitgliedern eine kostenlose Grobschätzung. Ein Beitritt zum Automobilklub kann lokal erfolgen oder du kaufst zu Hause eine Auslanddeckung dazu und bringst die Mitgliedkarte mit.

-Fast alle Reisenden kaufen sich ihr Auto in Auckland und versuchen es in Christchurch zu verhökern. Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis; wer also in Christchurch kauft und in Auckland verkauft, macht meist das bessere Geschäft. (Mietwagenfirmen in Auckland offerieren ihren „Drop In“ Kunden oft, Kosten für Flug und/oder Autofähre zu übernehmen, und geben auf die Miete zusätzlich noch ein paar hundert Dollar Nachlas, wenn der Kunde nach Christchurch fliegt und das Gefährt nach Auckland bringt).

-Kleinbusse mit Schlafgelegenheit sind nicht so günstig wie sie auf den ersten Blick erscheinen. Anfangs Saison sind sie meist massiv überteuert, und Ende Saison, das heisst im Herbst & Winter findet sich dafür kaum ein Käufer. Zudem sind Campingplätze auch nicht gratis und der neuseeländische Sommer ist oft kürzer und kühler als erhofft, sodass viele „Büsschen- Besitzer“ schlussendlich in den Backpackers Hostels übernachten. Vor allem diejenigen Herbergen, welche im „BBH“ Verband zusammengeschlossen sind, sind meist sehr gemütlich, gut ausgestattet und sehr kommunikativ.
Diejenigen Hostels, welche mit einer TV FREIEN Atmosphäre werben, sind oft der Treffpunkt der deutschsprachigen, DVD und Grossbildschirm ziehen eher die englischsprechenden an. Eine Art freiwilliger Apartheit!

-Am besten versuchst Du einen Wagen zu kaufen, den du am Ende deines Aufenthaltes an einen Einheimischen verkaufen kannst. Beim Kauf kräftig handeln, beim verkaufen aber einen realistischen Preis offerieren, da sich die Neuseeländer nicht gross ans Handeln gewöhnt sind und sich bei einem zu hoch angesetzten Preis gar nicht erst aufs Inserat melden. Wie in vielen anderen Ländern auch, kommt für die allermeisten Einheimischen ein Privatkauf nur in Frage, wenn der Wagen deutlich weniger kostet als beim Händler. Natürlich versucht jeder Einheimische, der sein Auto verkauft den Händlerpreis zu kriegen, wenn sich dann aber lange genug niemand meldet, lässt sich mit etwas Handeln dann schon oft ein guter Preis erzielen…

-Die Mitgliedschaft beim neuseeländischen Automobilklub bietet Dir für wenig Geld einen unentgeltlichen Abschleppservice und gratis Landkarten.

Nun noch gute Fahrt und viel Spass im Land der langen weissen Wolke.

Weitere Informationen in der Galerie Fotoalbum Neuseeland: die vielbesuchten Inseln in der Südsee

Weitere Informationen im Reisebericht Neuseeland/Aotearoa, das Land der langen weissen Wolke

Von Brigitte & Heinz
5 Einträge im Gästebuch von Brigitte & Heinz

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Auckland, unser Ford Telstar, gekauft am 1.12.2005

© Brigitte & Heinz

Northlands, Wer hat Werkzeug dabei?

© Brigitte & Heinz


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