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In Ho-Chi-Minh-Stadt, die ihre Bewohner immer noch Saigon nennen, hat der Tourismus schon früh in den 90ziger Jahren Einzug gehalten. In jeder einschlägigen Traveller-Unterkunft, in jedem Restaurant oder Cafe liegen die Handzettel, die zu Ausflügen nach Chu Chi mit seinen berühmten Tunnelanlagen, dem Kloster Cao Dai nahe der kambodschanischen Grenze oder ins Mekong-Delta einladen, alles nur eine Tagesreise von Saigon entfernt. Man meldet sich telefonisch an und wird am nächsten Morgen mit dem Minibus von seiner Unterkunft oder beim nächsten Cafe abgeholt um mit 20 anderen Touristen zur Tagesfahrt zu starten. Entlang von Reisfeldern, Hütten, vor denen Reispapier hergestellt wird, Gemüsegärten mit Bohnen und Gurken geht es nach Cao Dai einem buddhistischen Kloster der 2 Millionen Gläubigen dieser Religion unter dem 80 Millionen Volk Vietnams.
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Der Tempel ist ein langer und hoher Bau mit den Ausmaßen einer Turn- und Festhalle. Von der Empore aus dürfen die Besucher Anteil an der Zeremonie nehmen. Hier hat sich auch das Orchester platziert, die traditionelle Zupf- und Harfenlaute spielen, begleitet von einem Chor. In zwei Dreierreihen, rechts die ehrwürdigen Männer, links die Frauen alle in weiße lange Gewänder gehüllt mit Ausnahme eines Blocks rot- und blaugewandeter Männer, die hohe Doktorhüte tragen, nehmen sie Aufstellung, sprechen Gebete und meditieren. |
35 km von Saigon entfernt in Chu Chi besichtigen wir das ehemalige Hauptquartier der Vietcong. Geschützt durch ein 250 km langes Tunnelsystem konnten sich ihre Krieger verborgen halten und so die Attacken auf die Stellungen der US-Armee im Vietnamkrieg vor über 25 Jahren erfolgreich führen. Drei US-Dollar kostet der Eintritt mit Führung. Zuerst werden wir in einen Klassenraum mit Schautafeln geführt und erfahren, dass das Tunnelsystem neben dem Saigon River in drei Etagen gegraben wurde, 3, 6 und 8 bis 10 Meter tief, nur mit der Hand und simplen Grabschaufeln. Mit einem Video wird der Vietnamkrieg noch mal lebendig und in einem nebenan gelegenen Park können wir die vielfältigen Fallen der Vietcong besichtigen: Eisen und Bambusspitzen die sich in den Leib des Angreifers bohren, der in diese Falle getappt war. Die Ein- und Ausgänge des Tunnels sind gut verborgen und so eng, dass keiner unserer Gruppe den Versuch wagt, hier durch zu krabbeln. Der Tunnel ist nur gerade so breit, dass ein Mensch hindurchpasst, selbst in dem zur Demonstration um ein Drittel erweiterten Tunnel ist es stickig heiß, obwohl wir gerade mal 50 bis 100m zurück gelegt hatten. Ein Blick in die unterirdische Kommandozentrale, die Krankenstation und Küche runden das Programm ab. Wer will kann sich auch noch mit einem 10 Dollar teueren und blechernem Kriegssouvenir, der Nachbildung einer Panzerfaust oder Rakete eindecken. |
Auf dem Sozius von Mr. Dong aus Nha Trang gelange ich zum wenige Kilometer entfernten Bao Dai, der Sommerresidenz des letzten vietnamesischen Königs. Die fünf Villen sowie ein Verwaltungsgebäude und Restaurant werden heute als Hotel genutzt. Dazu gehört ein kleiner Strand in einer geschützten Bucht: Nebenan ist das Ozeanische Museum zu besichtigen, wo man Schildkröten, Schlangen, viel bunte Fische und ald Hauptattraktion das Skelett eines 18 Meter langen und 20 Tonnen schweren Wals besichtigen kann. Weit über Nha Trang hinaus ist auch Mama Hahn`s Bootstour bekannt geworden. Mama Hahn ist ein Unikum in armeegrüner Jacke und Rangerhut und fährt, wenn sie nicht wie heute krank ist, noch bei jeder Tour als Begleitung mit. Der Ausflug auf dem Partyboot führt zu Inseln mit ausgezeichneten Schnorchelgründen. Dazu bekommt man vielfältiges seafoood: Krabben, Garnelen; Fisch und Muscheln, Gemüse, Tofu, Früchte gereicht, und das Partygetränk, reichlich Sherrywein. So vergeht der Tag in bester Laune.
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