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Mount Apo Die erste Anlaufstelle für die Tour zum Mount Apo ist der Bürgermeister von Kidapawan. Es ist Samstag, das Amt geschlossen, ich versuchte ihn deshalb daheim zu sprechen. Er war nicht zu Hause und ich wurde gebeten, auf ihn zu warten. OIC Florante L. Respicio war sehr zuvorkommend. Er gab mir ein Empfehlungsschreiben an den Barangay-Captain Mr. Padua aus Ilomavis mit, und wies seinen Fahrer an, mich dorthin zu bringen. Außerdem konnte ich ein Teil meines Gepäcks bei ihm zur Aufbewahrung zurücklassen. Nachdem ich am Markt noch Verpflegung für mich und den Führer eingekauft hatte, kam ich am frühen Nachmittag in Ilomavis an. Mein Führer, der mir vom Barangay-Captain vermittelt wurde, hieß Florentino Unang, ein sehr quicker Junge, 24 Jahre alt. Wir brachen gleich auf und in einem 2 ½-stündigem, zügigem Marsch erreichten wir das Camp 1, eine kleine Hütte mit Feuerstelle in Nähe des Lake Agco, wo wir übernachteten.
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Nächster Tag: Bergauf, bergab folgte der Pfad zum und im Marble River in dicht bewachsenen Bergurwald, das Geäst der meist hohen Bäume mit Bartflechten behangen. Durch ein Gewirr von Lianen, Luftwurzeln und mannshohen Schleierfarnen und über umgestürzte modernde Stämme schlängelt sich der fußbreite, glitschige Pfad. Der letzte Teil bis zum Camp 2 ist äußerst beschwerlich. In riesigen natürlichen Treppenstufen mußte ich mein Eigengewicht plus den 8 bis 10 Kilo schweren Rucksack den bis zu 70 Grad steilen Anstieg hinaufschleppen. Camp II liegt auf einer Hochmoorebene beim Lake Venado. Es ist die letzte Wasserstelle vor dem Gipfel. Es zog Nebel auf und Florentino schlug mit seiner Macbete Bambus, um uns eine Behelfshütte zu bauen. Er taufte sie Lake Venado Vista Lodge, worin wir trocken und warm die Nacht verbrachten. Bei Morgengrauen brachen wir zum Gipfel auf. Der letzte Hang muß vor wenigen Jahren total abgebrannt sein. Die Bäume bestehen nur noch aus verkohlten Stümpfen, Sträucher und Gräser sind inzwischen mannshoch nachgewachsen. In 2 Stunden erreichten wir den Nordgipfel, die höchste Erhebung, 3142 m hoch nach Angaben der Routenbeschreibung. Dann stiegen wir hinüber zum Südgipfel. Bei klarem Himmel war uns ein herrlicher Ausblick auf die Davao-Bucht vergönnt. Eine wunderbare Entlohnung für alle Anstrengungen.
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Der Abstieg war zunächst im oberen Teil auf Grund des extrem steilen Hangs und glitschigen Pfads, nur langsam und mit größter Vorsicht zu bewältigen. Teils, als wir durch den Marble River waten mussten, fand ich mit meinen Slippers nur mit Mühe Halt. Danach gönnten wir uns aber keine Pause mehr und waren so schnell unterwegs, dass wir noch am Nachmittag desselben Tags in Ilomavia ankamen. Zur Feier des Erfolgs kaufte ich einige Bier und bezahlte Florentino den verdienten Lohn für seine Führung, 50 Pesos, umgerechnet 5 DM pro Tag hatten wir abgemacht. Die Rückfahrt nach Kidapawan am nächsten Morgen wurde zur Tortur. Zwischen einer Ladung Holzbohlen, Säcken und mit noch zehn Passagieren und ihren Gepäck saß ich eingekeilt im Jeepney. Der Fahrer hatte Muhe die Straße zu überblicken, da allein auf der Kühlerhaube ein weiteres halbes Dutzend Fahrgäste saßen.Dabei war die Straße schon Prüfung genug für Fahrer und Fahrzeug. Nach der ersten Reifenpanne wechselte ich auf das Trittbrett über. Zwar konnte ich nun meine Glieder ausstrecken, drohte aber den Halt zu verlieren, da sich das Jeepney in jeder Kurve und bei Unebenheiten bedrohlich zur Seite neigte. Bei der zweiten Reifenpanne, einen halben Kilometer vor dem Ziel, entschloß ich mich, den Rest zu Fuß zu gehen. Lieber sicher gelaufen als schlecht gefahren. 2 1/2 Stunden waren wir für 18 km unterwegs.
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Im Rathaus trug ich mich ins Buch der erfolgreichen Mount Apo Besteigungen ein. 20 Pesos kostete dieser Verwaltungsakt. Kidapawan, erzählte mir der Bürgermeister, ist eine arme Stadt. Nur 5 Mio. Pesos beträgt sein Jahreshaushalt. Bei geschickten Vorgehen kann sein Etat aber auch 50 Mio.Pesos betragen. Dazu muss er in Manila über zusätzliche Mittel für Sonderausgaben verhandeln. Doch diese Verhandlungen seien immer schwierig und oft erfolglos, fasste er seine Erfahrungen nach einjähriger Amtszeit zusammen. Er ist nicht der einzige Politiker der Familie. Sein jüngerer Bruder ist Bürgermeister in Mindanaos Hauptstadt Davao City. Auf die Frage, ob er zu den Wahlen für sein Amt kandidlere, meinte er, er wisse es noch nicht. Er sei ein wenig frustriert. Erfolge seien mit zuvel Bürokratie verbunden. Auch mit seinen 155 städtischen Angestellten ist er unzufrieden. Beschäftigte im öffentlichen Dienst verdienen nur etwa die Hälfte der privat Beschäftigten. Dies begründe eine negative Auslese und die Gefahr für fortwährende Korruption. Gerhard Maucher
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