Home 

 RSS 


 
Eine Reisereportage von Petra Seidel

weitere Seiten: 123


  Zebras im Etosha- Nationalpark   

  Bild vergrößernBild vergrößern


Schon, wenn man das Eingangstor in den Etosha- Nationalpark passiert hat, sieht man phantastisch viele Tiere. Große Zebraherden stehen direkt links und rechts des Weges. Man fährt quasi durch die wilden Tierherden hindurch. Jedes Zebra hat eine andere Streifenanordnung auf dem Fell. An ihrem "Streifenmuster" erkennen die Mütter ihre Jungen. Die Zebras im Park haben keine Angst vor den Jeeps, Trucks und Bussen der Safaritouristen. Sie sind sehr neugierig und sehen noch lange den vorbeifahrenden Touristen nach.







Am Abend kommen wir auf dem Campingplatz „Okaukuejo“ an. Wir bauen unsere Zelte auf. Es wird bereits duster. Aber die Safari ist noch nicht zu Ende, denn auf jedem der Zeltplätze im Park gibt es ein „water- hole“. Es ist ein künstlich angelegter kleiner See, an den abends die wilden Tiere kommen, um Wasser zu trinken. Wie in einem Kino stehen auf der Zeltplatzseite in schräger Anordnung Bänke, auf denen die Touristen Platz nehmen und auf die mit Scheinwerfern beleuchtete Wasserstelle blicken. Auch wir setzen uns in dieses „Afrikakino“ und sind sehr gespannt darauf, was nun passiert. Alle Besucher sind ganz still und angespannt. Wir brauchen nicht lange zu warten, als schon eine Elefantenherde kommt. Die älteste Elefantendame stellt sich ganz ruhig neben dem Wasserloch auf und wartet geduldig, bis die Elefanten ihrer Herde genug Wasser getrunken haben. Sie beobachtet alles und beschützt die Herde. Der Rest der Herde steht genau uns gegenüber auf der anderen Seite des Wasserlochs. Es sind ein paar kleine verspielte Elefantenjunge dabei. Behutsam werden sie in die Mitte genommen. Die Elefanten beginnen gleich zu trinken. Wir sehen zu und staunen, welche Harmonie von der Gruppe ausgeht.

  Elefant im Etosha- Nationalpark  

  Bild vergrößernBild vergrößern


Abends kommen die Elefanten zum Wasser trinken. Die riesige Elefantendame ist die Anführerin der Herde. Sie steht ganz ruhig am Ufer und wartet geduldig, bis die Elefanten ihrer Herde genug Wasser getrunken haben. Ihre Aufgabe ist es, die Herde zu beschützen. Aufmerksam beobachtet sie die Umgebung. Das große Tier strahlt Ruhe und Harmonie aus.









Es wird rasch dunkel. Im Finstern kommen, nachdem die Elefanten gegangen sind, zwei Nashörner an das beleuchtete Wasserloch. Die großen Tiere lassen sich von den fotografierenden Touristen nicht stören. Sie beachten uns kaum, sondern sehen höchstens ab und zu mal herüber.

Als wir später zu unseren Zelten zurück gehen, erkennen wir im Halbdunkeln, dass trotz des Schutzes durch den hohen Zaun, auch auf unserem Zeltplatz Tiere herumlaufen. Irgendetwas huscht im Dunkeln immer zwischen den Zelten und Lodges herum, aber wir können es nicht erkennen. Nur einmal sehen wir kurz die Schatten von Perlhühnern an uns vorbeirennen.

Schließlich lassen wir bei einem guten Essen am Lagerfeuer den Tag unserer ersten Fotosafari ausklingen.


7. + 8. Tag in Namibia:



In den nächsten Tagen sehen wir noch viele wilde Tiere im Etoshapark – Springböcke, Gnus, Giraffen, Oryxantilopen, Zebras, Impalas, Kudus und sogar eine Löwin.

Die Löwin hat gerade ein Gnujunges gefangen. An einem Wasserloch stehen ungewöhnlich viele Touristenautos. Wir sehen gleich, dass dort irgendetwas los sein muss und fahren auch hin. Tatsächlich ist etwas zu sehen. Eine Löwin steht ganz allein am Wasserloch. Alle anderen Tiere haben Abstand genommen und sehen von weitem der Tat der Löwin zu. Die Löwin hat ein junges Streifengnu getötet und zieht es mit aller Kraft hinter sich her. Aller paar Schritte muss sie eine Verschnaufpause einlegen. In einiger Entfernung stehen die erschrockenen Tierherden, die, bevor die Löwin auftauchte, am Wasserloch getrunken hatten. Fast unbeweglich, wie vom Schreck erstarrt, stehen dort die Herden der Zebras, Springböcke, Oryx und Gnus und sehen zu der Löwin hinüber. Ein Gnu steht allein, getrennt von der Herde, an der anderen Seite des Wasserlochs. Es ist vielleicht die Mutter des getöteten Gnujungen. Dieser Anblick ist sehr traurig. Die Löwin zieht das getötete Junge hinter einen Strauch, wo sie nicht mehr beobachtet werden kann und in Ruhe fressen kann.

Auf dem Zeltplatz „Halali“ habe ich eine Begegnung mit einem „honey- badger“ – einem Honigdachs. Ich sitze an einem der überdachten Tische unweit unserer Feuerstelle und mache meine Einträge ins Tagebuch. Ringsum ist es schon dunkel. Plötzlich merke ich, wie sich in der Nähe etwas bewegt. Ganz ohne Scheu kommt ein riesiger etwa 1,5 m großer Honigdachs zu mir unter das Dach und sieht neugierig zu mir herüber. Mir ist bekannt, dass Honigdachse sehr gefährlich werden können und sogar beißen. Ich springe deshalb auf und laufe schnell zu den anderen ans Feuer. Der Dachs hat nicht die geringste Angst und rennt mir hinterher. Glücklicherweise sind es ihm am Feuer jedoch zu viele Leute, er dreht sich um und verschwindet im Dunkeln. André und Thomas rennen ihm mit Fotoapparat und Blitzlicht hinterher. Sie finden ihn unter einem Auto wieder, von wo aus er sie anfaucht. Dann kriecht er hervor und droht. Aber er überlegt es sich und lässt von einem Angriff ab. Nachts werden wir noch ein paar Mal durch lautes Krachen wach. Als wir draußen nachsehen, sehen wir im Licht der Zeltplatzbeleuchtung schon wieder den Honigdachs. Systematisch geht er von einer Mülltonne zur nächsten, lehnt sich in seiner ganzen Länge, auf den Hinterbeinen stehend, daran und kippt sie um. Dann wühlt er im Abfall herum, um etwas Essbares zu finden. Von dem Lärm, den er dabei verursacht, werden noch mehr Camper wach. Mittlerweile sind eine Menge Leute aufgestanden und sehen zu dem Dachs herüber. Der Honigdachs lässt sich davon nicht stören, sondern wühlt in aller Ruhe weiter im Abfall der Mülltonnen.

Besonders viele Tiere sehen wir in der Nähe des Zeltplatzes „Namutoni“, wo wir in der dritten Nacht unseres Aufenthaltes im Etosha Nationalpark übernachten. Innerhalb einer Stunde, während unserer Nachmittagssafari, sehen wir Warzenschweine, eine Giraffe, einen Kudubock, Springböcke, Streifengnus, eine Kuduherde, eine riesige Springbockherde, die mindestens aus 100 Tieren besteht und Oryxantilopen mit ihren langen imposanten säbelförmigen Hörnern.

An einem Wasserloch beobachten wir etwas Interessantes. Wir halten an und sehen auf der anderen Seite des Wasserlochs einen Schabrackenschakal, der am Ufer auf und ab geht. Er hat rotbraunes Fell, große Ohren und einen langen buschigen Schwanz und ähnelt einem kleinen Fuchs. Auf dem Rücken hat er einen breiten grauen Streifen. In der Krone eines hohen trockenen Baumes sitzt ein großer Vogel – ein Kampfadler. Er beobachtet von seinem Ausblick den Schakal. Was er wohl vor hat? Direkt vor dem Schakal steht ein Bussard und sieht ebenfalls den Schakal an. Wir halten den Atem an und warten darauf, was passiert. Aber es passiert nichts. Keiner scheint mit dem anderen etwas anzufangen zu wissen.

Am Abend, kurz vor Sonnenuntergang, fahren wir zurück nach „Namutoni“. „Namutoni“ ist ein Ovambowort und bedeutet „Platz, der von weitem zu erkennen ist“. Während der deutschen Kolonialzeit war dies ein Posten der Soldaten der deutschen Schutztruppe. Als die friedliebenden Ovambos erfuhren, dass die Deutschen ihre Rinder wegen des Ausbruches des Rinderpest töten wollten, griffen sie an und zerstörten das Fort. Von 1905 bis 1907 wurde die Festung wieder neu aufgebaut und 1957 restauriert. Seitdem nutzt die Nationalparkverwaltung des Etoshaparkes die Festung. Die weißen Festungsgebäude mit den großen Türmen geben dem Campingplatz sein typisches Bild. In einem der Wachtürme wird sogar ein Turmzimmer an Touristen vermietet. Wir besteigen einen der Türme und beobachten von oben den Sonnenuntergang hinter dem Buschland des Etoshaparks. Rot geht die afrikanische Sonne unter. Der Horizont erstrahlt im violetten Licht.

Nachts, als wir in unseren Zelten liegen, hören wir Zebraschreie unweit der Zeltplatzumzäunung. Sie klingen den Rufen von Eseln ähnlich.


9. Tag in Namibia:



Wir verlassen den Etoshapark und fahren weiter in Richtung Rundu. Unser Ziel ist der Okavangoriver im Norden Namibias, es ist der Grenzfluss an der Grenze zu Angola.

Je weiter wir in Richtung Nordosten fahren, um so mehr ändert sich das Landschaftsbild. Das bisher trockene Buschland wir zusehends immer grüner. Auf grünen Grasflächen stehen Palmen und hohe Laubbäume. Hier befinden sich die Reservate der schwarzen Bevölkerung. Wir fahren an den kleinen Siedlungen der schwarzen Stämme vorbei, die jeweils aus etwa 10 Rundhütten bestehen. Zwischen den Reservaten findet sich immer wieder eine Farm der Weißen. Zu jeder dieser Farmen gehört Land „soweit das Auge reicht“. Die Weiden sind besser als im trockenen Süden, auf ihnen grasen braune Rinder.

Wir kommen zum „check point“ eines Veterinärkontrollstützpunktes. Hinter dem großen Tor, an dem jeder, der diese Straße passiert, registriert wird, liegt das Reservat des Kavangostammes. Am check point werden Pflanzen und Tiere, die ins Reservat eingeführt werden oder von dort herausgebracht werden, streng auf Krankheiten kontrolliert. So soll das Einschleppen bzw. Übertragen von Krankheiten in oder aus dem Reservat vermieden werden.

Nachdem wir das Tor passiert haben, kommen wir in den „schwarzen Teil“ Namibias. Hier leben fast ausschließlich Schwarze, kaum noch Weiße.

Die kleinen Siedlungen der Kavangos werden meist von niedrigen Schilfzäunen umzäunt. Die Hütten sind meist rund, selten sehen wir Hütten mit rechteckigem Grundriss. Die Wände werden aus Schilf mit Holzverstrebungen gebaut, die Dächer sind mit Gras gedeckt. Ab und zu sehen wir eine noch unfertige Hütte. Beim Neubau wird zuerst das Gerüst aus Holzstangen für den unteren Teil errichtet. Dann wird darauf das Dachgerüst aus Holzstangen, deren Enden oben an der Spitze zusammengebunden worden sind, gesetzt. Zwischen die Holzverstrebungen wird Gras und Schilf eingeflochten. Fertig ist ein Einfamilienhaus. Der Hausbau dauert nur einige Tage, alles Material findet man in der Natur.

Die Kavangos leben von der Landwirtschaft. Sie bauen Gemüse an und halten kleine Kuh- und Ziegenherden.

Das Territorium der Kavangos ist landschaftlich sehr schön. Auf Grasland stehen vereinzelt hohe Laubbäume mit sehr breiter Krone. Manche haben noch grüne Blätter, andere sind schon herbstlich rot- gelb gefärbt. Einige haben ihr Laub schon ganz abgeworfen.

Immer wieder überholen wir Afrikanerinnen, die große Wasserkanister auf dem Kopf tragen. Trotz des Gewichts, das sie zu tragen haben, bewegen sie sich sehr graziös.

Plötzlich verändert sich das Bild. In die „Grashütten“ sind zum Teil Wellblechstücke eingebaut, das macht die so natürlich aussehenden Rundbauten hässlich. Bisher haben wir nur sehr saubere Siedlungen gesehen, nirgends lag Abfall herum. Jetzt liegen plötzlich überall zwischen den Hütten Plastikabfälle herum, am Rand der Siedlungen türmen sich Müllberge. Die Siedlungen werden immer größer, sie bestehen jetzt aus weit mehr als 10 Rundhütten. Wie sind die plötzlichen Veränderungen zu erklären?

Wir machen am Stadtrand von Rundu in einem Supermarktzentrum Halt. Ein Haufen Kinder drängt sich um unseren Truck. Lautstark verlangen sie „lighters“ (Feueranzünder) und „pens“ (Kugelschreiber). Wahrscheinlich sind sie schon von anderen Touristen damit verwöhnt worden und haben schon eine ganze Sammlung davon. Hier, am Stadtrand von Rundu, sieht es besonders schlimm aus. Alles ist schmutzig, auf den Plätzen neben den Supermärkten liegt bergeweise Müll. In den Supermärkten selbst jedoch, wird sehr auf Ordnung geachtet. Wir beobachten einen vor dem Supermarkt stehenden Lastwagen, dessen Ladefläche voller Schwarzer ist. Sie nehmen große Säcke von unten stehenden Schwarzen entgegen und stapeln die Säcke rings um sich. Wir vermuten, dass die Säcke Maismehl enthalten, die Hauptnahrungsquelle der hier lebenden schwarzen Bevölkerung.

Als wir weiterfahren sehen wir, dass sich rund um Rundu in den Siedlungen der Kavangos, die nun nur noch aus baufälligen Wellblechhütten bestehen, Teile von Autofracks türmen. Wahrscheinlich finden die Leute selbst dafür Verwendung und bauen die Autoteile in ihre Hütten ein.

Die Kavangosiedlungen rund um die Stadt Rundu stehen in starkem Gegensatz zu den sehr sauberen kleinen Krahls „auf dem Lande“, die wir zuvor gesehen hatten. Was kann die Menschen nur dazu bewegen, so zu leben, da sie es doch im Einklang mit der Natur und fernab jeder Zivilisation viel besser haben?

Froh, diesen Ort zu verlassen, fahren wir weiter. Schon nach 15 Kilometern kommen wir an den Okavangoriver. Unser Zeltplatz „Nkwasi“ befindet sich auf einer Sandbank am namibischen Ufer des breiten Flusses. Drüben sehen wir Angola. Angola zeigt sich uns als flaches Weideland, auf dem wir ein paar Kühe mit ihren Hirten sehen. Unser Zeltplatz ist sehr sauber und gepflegt. Die Toiletten, richtige Spül- WC´s, sind in kleinen Schilfhütten untergebracht.

Wir bauen unsere Zelte auf und erkunden dann den Zeltplatz. Auf dem Weg zum Swimmingpool kommen wir an herrlich blühendem Bogainville und riesigen Weihnachtssternsträuchern vorbei. Zwischen diesen buntblühenden Sträuchern liegt versteckt der Pool mit eiskaltem Wasser, was uns aber nicht davon abhält, hineinzuspringen.

Der Nachmittag ist noch lang und wir unternehmen eine Tour auf einem überdachten Floß auf dem Okavangoriver. Zwei Kavangos führen unser Floß. Es wird mit langen Stangen angeschoben. Es ist ein großes Floß, unsere ganze Gruppe mit 16 Leuten passt darauf. Vom Floß aus beobachten wir das Leben der Stämme. Alles spielt sich am Fluss ab. Am namibischen Ufer waschen die Frauen des Kavangostammes im Fluss Wäsche, die Kinder spielen am Wasser und die Kühe werden zum Fluss zur Tränke geführt. Das Leben am Fluss sieht idyllisch aus.

Auf der angolanischen Seite sehen wir keine Siedlungen, nur Sand und trockenes Gras. Uns wird gesagt, wir könnten ruhig in das klare Wasser des Okavango hineinspringen, hier würde es weder Krokodile noch Flusspferde geben und da das Wasser fließt, auch keine Bilharzioseerreger. Das Wasser ist sehr sauber, wir können bis auf den sandigen Grund herunter sehen. Aber können wir wirklich glauben, dass es auch sicher ist? Wir bleiben lieber auf dem Floß. Nur Cathy wagt den Sprung ins eiskalte Wasser des Okavango.

Am Abend geht die Sonne am Horizont von Angola unter und taucht das schilfbestandene Ufer in rotes Licht. Vor rotem Himmel stehen die lange Stängel des Schilfes, schwarz spiegeln sich ihre Schatten im klaren Wasser des Okavango.

Das erste Mal, seit wir in Afrika sind, haben wir es mit Moskitos zu tun. Ganz plötzlich, mit Beginn der Dämmerung, kommen sie in Scharen. Wir müssen feste Jeanshosen und –jacken anziehen, um uns vor ihnen zu schützen und uns einreiben. Aber so plötzlich, wie sie aufgetaucht sind, verschwinden sie auch wieder, nachdem die kurze Zeit der Dämmerung vorbei ist.


10. Tag in Namibia:



Ein letztes Mal wechseln wir den Zeltplatz in Namibia. Morgen werden wir schon in Botswana sein. Wir fahren weiter in östliche Richtung zum Zeltplatz „Ngebi“, auch am Ufer des Okavangorivers, aber schon in unmittelbarer Nähe zur Grenze nach Botswana. Unsere Fahrt durch das Kavangoland dauert einige Stunden. Am Nachmittag kommen wir auf unserem nächsten Zeltplatz an, der in der Nähe der Popa- Stromschnellen liegt. Das letzte Stück Weg muss unser Truck durch tiefen Sand, den der Okavango an seinen Ufern angespült hat, fahren. Unser Fahrer muss schnell fahren, um nicht im Sand stecken zu bleiben. Noch dazu gibt es tiefe Löcher auf der sandigen Piste, so dass wir ab und zu regelrecht von unseren Sitzen in die Höhe geschleudert werden.

Der Campingplatz „Ngebi“ ist sehr schön. Hier gibt es sogar Palmen, was in Namibia gar nicht so häufig ist. Hinter Schilfwänden finden wir Toiletten mit Wasserspülung. Es gibt sogar Duschen mit warmem und kaltem Wasser – ebenfalls hinter dünnen Schilfwänden verborgen. Wo kommt das warme Wasser her? Wir sehen Rohre, die zu einem steinernen Ofen führen, der zu den Duschzeiten von einem Schwarzen mit Holz beheizt wird.

Am Nachmittag leihen wir uns Zweisitzerkanus aus, um auf dem Okavango zu paddeln. Unser Führer erklärt uns, dass es an dieser Stelle des "rivers" „Hippos“, also Flusspferde, geben soll und sogar Krokodile. Beide sind gefährlich. Es ist schwer zu sagen, wer von beiden gefährlicher ist. Damit wir etwas von unserer Kanufahrt haben, gibt uns unser guide die folgende Instruktion mit auf den Weg. Wir sollen mit unseren Paddeln aufs Wasser schlagen, dann werden die Flusspferde neugierig und schauen heraus! Trotz allem trauen wir uns auf den Fluss!

Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich eine große Insel. Wir vermuten, dass es am dortigen Ufer Krokodile gibt. Als wir dort ankommen, entdecken wir jedoch kein Einziges. Entsprechend Instruktion schlagen wir ein paar Mal mit dem Paddel auf die Wasseroberfläche, aber kein Flusspferd streckt seinen Kopf aus dem Wasser. Wir nehmen an, dass die Hippos hier entweder nicht neugierig sind oder gerade abwesend sind. Es wird eine sehr ruhige Bootsfahrt. Das Wasser ist auch hier sehr sauber, wir können überall auf den sandigen Grund sehen. Auf der angolanischen Seite befindet sich diesmal dichter Wald. Mit der Strömung, doppelt so schnell wie hinzu, fahren wir wieder zu unserem Zeltplatz zurück.

Obwohl wir uns schon so weit im Norden befinden, ist es nachts noch immer sehr kalt. Wir frieren in unseren Zelten. Es sind schätzungsweise zwischen 0 und 5 °C. Nur gut, dass wir daran gedacht haben, nach Afrika warme Pullover mitzunehmen!


11. Tag in Namibia:



Heute müssen wir schon um 6 aufstehen. Bei Sonnenaufgang, der hier gegen 7.00 Uhr stattfindet, sind wir bereits auf der sandigen Piste und werden dabei richtig geweckt!

Nach nur einer halben Stunde Fahrt passieren wir das Eingangstor in den „Mahango game park“, ein kleines privates Tierreservat. Es liegt direkt an der Grenze zu Botswana. Wieder sind wir auf Safari! Gleich hinter dem Eingangstor sehen wir im hohen Gras Elefanten im Wald. Ein großer Elefant mit Stoßzähnen sieht uns an. Er sichert die hinter ihm stehenden 3 Elefanten. Der Große steht ganz still da und lässt sich von uns fotografieren. Schon nach 5 Minuten endet die Straße durch den Nationalpark. Wir stehen an der Grenzstation nach Botswana – eine richtige Buschstation, mitten im Wald! Die Station besteht nur aus zwei Holzbaracken. Wir füllen jeweils ein Einreise- und ein Ausreiseformular aus und bekommen dann von einem schwarzen Beamten einen Stempel in den Pass. Da außer uns zur Zeit keiner nach Botswana will, ist alles sehr schnell erledigt und wir können die Grenze überqueren.

Mit bangem Gefühl nehmen wir Abschied von Namibia, einem Land voller Stille und wilder Schönheit, voller Geheimnisse und Überraschungen und hoffen, irgendwann einmal wieder kommen zu können – später! Jetzt erwarten uns erst einmal neue Abenteuer in einem anderem Land Afrikas!





 

© Petra Seidel, In das Gästebuch von Petra Seidel schreiben






Weitere InformationenSuchen nach

Namibia
 
Namibia[68]  880
Weitere Reisereportagen


Hier können auch Sie Reisebilder und Reiseberichte online veröffentlichen
 Fotos Beste Reisezeiten Autorenliste Neue Reisereportagen Neue Bilder Hilfe Links & Banner 
 Autorenzone: Als Autor starten Bericht vorschlagen Autorenzugang Autorenforum Autorenhandbuch 
 Kritik, Anregungen Allgemeine Nutzungsbedingungen Wie pervan.de entstand 

 ©, Redaktion: Mirjana Pervan 



fügt einen Bookmark bei Ihrem Browser ein