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Eine Reisereportage von Uta Kubik-Ritter

Inhalt

 
Basar am Market Clock Tower in Jodphur
 
irgendwo im Lande

Eine nicht ganz ernst gemeine Shopping-Tour.



Diese Frage habe ich mir verzweifelt auf unsere Indienreise gestellt. Nicht, das es dort keine Papiertaschentücher zu kaufen gibt. Nein, das war es nicht! Wir fanden keinen Supermarkt!

Es soll hier aber nicht der Eindruck entstehen, daß es in Indien keine Geschäfte gibt. Es ist nur anders als bei uns zu Hause:

Riesige Basare laden zum Kaufen ein. Kunstvoll aufgeschichtet liegt das Gemüse neben dem Obst. Die ungezählten Sorten Reis stehen in großen Behältern beieinander. Das Getreide wird frisch gemahlen. Und da sind noch die Betelblätter. Ein ungeübtes europäisches Auge erkennt nicht die Unterschiede, aus welcher Region Indiens die jeweiligen Paanblätter kommen. Ein Inder schon. Ob es eine Geschmackssache ist, konnten wir nicht ergründen. Sicher eine Ansichtssache. Jedes indische Mahl wird mit dem Kauen der grünen Blätter beendet. Zusammengefaltet, mit Gewürzen – wie Limone, parfümiertem Tabak, Kokosraspeln und anderen Zutaten – werden die Paan Wallahs gekaut und der Saft heruntergeschluckt. Der Rest wird ausgespuckt. Der Gaumen ist dann gereinigt und die Verdauung gefördert! Doch ausprobiert haben wir es nie.

  Basar am Market Clock Tower in Jodphur  

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Ein Bummel über die indischen Basare läßt uns in eine völlig andere Welt eintauchen.




Wir schlendern weiter über den Basar, lassen uns treiben von dem Menschengewühl. Und auch von den Kühen, die mit einer unglaublichen Ruhe alles fressen, was auf der Erde liegt. Gemüse- und Obstreste, Gras und Getreideähren, aber auch Kokosnußschalen, Papier und Plastik! Ja, auch das steht auf ihrem Speiseplan. Fast alles, was auf der Straße liegt, wird so verwertet. Satt und träge liegen sie dann an der Fahrbahn und verdauen ihre Mahlzeit. Nein, es soll nicht der Eindruck entstehen, das sie herrenlos sind: jede Kuh hat ihren Besitzer, zu dessen Haus sie abends zum Schlafen zurückkehrt. Sie liefert ihm Milch, pflügt das Feld und produziert mit ihrem Dung das Brennmaterial. Mit ca. 200 Millionen Kühen hat Indien die meisten Rinder der Welt. Der Status einer heiligen Kuh hängt zum Einen mit dem kosmischen Bild des Hinduismus in der Schöpfungsgeschichte zusammen und zum Anderen mit dem Fruchtbarskeitskult aus früheren Zeiten. Wichtiger aber dürften die oben erwähnten Gründe der Tierhaltung in der heutigen Zeit sein. Gandhi selbst hat diesen Mythos wieder neu belebt.

  Händler mit Eisenwaren  

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Ob Kochtöpfe, Opferschalen oder Werkzeuge. Beim Eisenwaren Händler bekommt man alles, was man so in einem indischen Haushalt benötigt.




Gleich neben den Gemüseständen kommen die Händler mit edlen Stoffen aus Seide, aber auch aus Baumwolle, Eisenwaren, Schmuck, Haushaltsgegenständen und Kunsthandwerk. Teppiche z.B. sind oft ein Mitbringsel aus dem Urlaub. Der fremde Gast sucht die großen Schaufenster, die er von zu Hause kennt. Er findet sie aber nicht. Da fällt sein Blick auf ein Tor, einige Teppiche hängen davor, und er bleibt stehen, überlegt, ob er eintreten soll. Ein freundlicher Inder kommt auf ihn zu und bittet ihn herein. Was dann kommt, ist schon etwas besonderes. Ein großer Raum, hell und klimatisiert eröffnet sich dem Besucher. In großen Regalen bis hoch an die Decke liegen zusammengerollt hunderte von Teppichen. Ob es ein kleiner Läufer sein soll oder ein großes Exemplar. Ob aus Seide, Baumwolle oder Wolle. Ob bunt oder in dezenten Farben. Alles ist da. Der nette Teppichhändler kennt seine Gäste genau, er findet immer das „passende Stück“. Europäer, die gewohnt sind, zielstrebig auf ein Kaufobjekt zuzugehen, müssen nun umdenken. Mit blumigen Worten umschreibt der Händler seine Ware, der Tee kommt und sie haben viel Zeit. Zeit zum Ansehen und Kaufen. Immer neue Teppiche breiten sich vor Ihnen aus. Welcher soll es nun sein?
Wir lassen diese Kaufverhandlung offen..... Liegt der Teppich nun bei Ihnen zu Hause? Der Händler hatte am Ende seinen Erfolg, und Sie? Sie sind glücklich, einen so günstigen Kauf getan zu haben!

  beim Teppichhändler  

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Teppichhändler haben Zeit für ihre Kunden. Handeln beim Kaufpreis ist Ehrensache.




Bummeln wir nun weiter über den Basar. Lange Gewürzstände reihen sich aneinander. Die Düfte sind unbeschreiblich: Anis, Kardamom, Kümmel, Granatäpfelsamen, Zimtstangen, Safran, schwarzes Salz und Tamarinden; eingelegte Rosenblätter, getrocknete Mangostreifen und Lac (ein von winzigen Waldinsekten ausgeschiedenes, bernsteinähnliches Harz zur Herstellung von Lacken). Was es auch immer ist, es ist fremdartig. Ätherische Öle und Duftessenzen, Balsame und Parfüme stehen in großer Zahl auf den Ständen. Man kann sie alle gar nicht ausprobieren. Am Ende kommen doch einige Fläschen und Tüten mit Öl und Gewürzen in den Koffer mit nach Hause. Vielleicht für das indische Essen, zu dem man seine Freunde einladen und von dem fernen, fremden Land berichten wird.

  Reis, so weit das Auge reicht  

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Auf den Basaren geht es geordnet zu. Da steht der Obsthändler neben anderen Obsthändlern. Da findet man die Reis- und Getreidehändler an ihren angestammten Plätzen.



Mehr dazu im Reisebericht Kuri's Reisen - Nordindien




 

© Uta Kubik-Ritter aus Kuri's Reisen, 1 Eintrag im Gästebuch von Uta Kubik-Ritter





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