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| Mehrere Wanderungen im Stone Mountain Provinzpark in den Northern Rockies im nördlichen British Columbia. Auszug aus fünf Monaten in Kanada im Sommer 2009. |
Erosion Pillar
So fuhr ich zu einem Kurztrail im Stone Mountain Provincial Park, den ich in einer Regenpause von einer knappen Stunde gerade so trocken über die Bühne brachte. Es ging zu den Erection Pillars. Ach nee, die hießen Erosion Pillars, weil nur einige Pfeiler dem Wetter getrotzt hatten. So wie die aussahen konnte man sich aber auch vertun. Von dort ging es mit dem Auto zum Trailhead der Summit Ridge, wo ich zuerst einen weiteren Schauer abwartete. Dahinter kamen zwar einige weitere dunkle Wolken, aber das war mir egal. Ich wollte was unternehmen und mich bewegen. Übrigens lief ich in kurzer Hose, T-Shirt und ohne Mückennetz oder mich mit Muskol eingeschmiert zu haben. In den NWT wird so etwas zu dieser Jahreszeit wahrscheinlich als Selbstmordversuch angesehen. |
Summit Ridge
Ohne Probleme stieg ich bis zu Spitze des Hügels auf und hatte einen tollen Rundumblick auf die Gegend um den Summit Lake des Parks. Überall Berge und Gipfel, die im Sonnenlicht erstrahlten. Die hatte sich nämlich hinter den Wolken hervor gewagt und die Gewitter zogen vorbei beziehungsweise gingen woanders nieder. Vor hier aus konnte ich einige Blicke auf andere Trails im gleichen Bereich werfen. Vom größten Nationalpark Kanadas kommend, dem fast 45.000 Quadratkilometer umfassenden Wood Buffalo Park, war der Stone Mountain Provinzpark mit seinen 257 Quadratkilometern natürlich ein Winzling. Auch auf dem Rückweg machten meine Gräten mit und ich fühlte mich zu höheren (Wander-) Aufgaben berufen. |
Canyon im Baba Canyon
Für etwa 25 Meter hatte sich der Bach im Canyon einen weiteren Canyon gegraben, nur etwa zwei Meter breit. Da bin ich natürlich durch und durfte sogar ein wenig klettern. Der Weg bog nach links ab, durch ein von vielen Bergen umringtes Tal. Es ging weiter am Bach entlang, doch der hatte kaum noch Wasser. Schneefelder sah ich ebenfalls nur ganz vereinzelt. Plötzlich sah ich mich auf etwa 30 Metern drei Steinschafen gegenüber, die genauso überrascht waren, wie ich. Als ich zur Kamera griff, ergriffen sie die Flucht. |
Baba Canyon
Der zweite Aussichtspunkt schien mir nicht erstrebenswert, da der Hügel von weitaus höheren Bergen umringt war und ich nicht über sie hinaus hätte gucken können. Also änderte ich den Trail ab - ein richtiger Weg war über weite Strecken eh nicht vorhanden - und ging zu einem Hochplateau auf gleicher Höhe, aber mit besserer Aussicht. Dort oben ruhte ich mich aus und genoss die Landschaft. Nach einer Weile sah ich Bewegung unter mir: Fünf ausgewachsene Schafe mit drei Lämmern. Ich beobachtete sie und stieg außer Sichtweite und gegen den Wind zu ihnen herab. |
Steinschaf
Von meiner neuen Aussichtswarte beobachtete ich sie. Die Lämmer waren verspielt, neugierig und sprangen herum, während die Mutterschafe in Ruhe ästen. Große Felsen wurden zum Schubbern benutzt oder die Lämmer spielten darauf das Burgkönig-Spiel. Teilweise kämpften sie auch und stießen mit ihren Köpfen zusammen, wie die Widder während der Brunftzeit. Als ich weiter herunter ging entdeckten sie mich, flüchteten aber nicht. So schoss ich munter meine Bilder. Drei Schafe liefen oberhalb von mir über die Felsen und ich knipste sie in ihrem ureigensten Revier. Nach knapp sechs Stunden war ich am Auto zurück. |
Alter Alaska Highway
Da es noch früh war, wollte ich einen weiteren Kurztrail machen. Zum Cut Trail fuhr ich ein paar Kilometer mit dem Auto. Dabei sah ich weitere Schaffamilien direkt am Highway, wo sie das Salz aufleckten, doch meine Schafsbilder waren mir viel wertvoller. Außerdem rannten einige Kamikaze-Karibus - pro Durchfahrt durch den Park mindestens fünf - am Highway herum, ebenfalls um das Salz auf der Fahrbahn aufzulecken. Die ließen sich von Autos und Trucks nicht besonders stören. Wenn man hupte liefen sie ein paar Meter weiter, nur um dort weiter zu lecken. |
Dunedin River
Der Dunedin Trail begann mit einem kurzen, knackigen Aufstieg bevor es langsam aber stetig bergab ging. Im Wanderführer stand auch, dass man hier viele Tierspuren sehen würde. Stimmte auch und wenn man die passenden Tiere dazu sehen will, fährt man den Highway entlang, wo die verrückten Karibus herum lungerten. Es ging durch ein liebliches, grünes Tal mit schönen Aussichten auf die umliegenden Berge. Der Weg erinnerte mich an die Portagen am Jennejohn Lake, so sehr stand er teils unter Wasser. Nach zweieinhalb Stunden kam ich zum Dunedin River. Hier pausierte ich eine Weile und schoss Fotos mit voll erblühten Zwergweideröschen. |

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