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In den nächsten Tagen musste ich allein das Auto an irgendjemanden in Gambia verkaufen. Jäkel flog nach zwei Tagen in Gambia über Amsterdam wieder nach Hause zurück und ich blieb allein mit dem Auto.
Das Land Gambia ist mit seinen ganzen europäischen Pauschal- und Sextouristen eigentlich im Gegensatz zu den vorherigen Ländern eher abschreckend. Zwei Tage hat Jäkel noch Zeit, bis er wieder nach Hause fliegen muss. Wir suchen in diesen Tagen mit einem Unterhändler einen Käufer für die Vanette. Als Jäkel losfliegt, haben wir immer noch keinen ernstzunehmenden Käufer gefunden. In den letzen Tagen muss ich das alleine machen, was für mich natürlich nicht unbedingt ein Spaß ist. Gelernt habe ich in den Tagen: Vertraue keinem afrikanischen Wort. Wer die selben Erfahrungen mit die leeren Versprechungen und Ansagen gehört hat wie ich, kann mir sicher zustimmen. So laufen die Tage in der Woche immer nach dem gleichen Schema ab. Tagsüber werden zahllose potenzielle Käufer erfolglos besucht, am Abend kann ich mir mit den anderen Zeltplatzgästen die Birne weglöten.
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Verkauf des Autos
Am sechsten Tag der Suche treffe ich zwei Frauen aus Guinea Bissau, die nach einem Auto suchen. Eine der Frauen will das Erbe ihres Mannes in ein Business umsetzen, das heißt, dass sie ein Taxi haben möchte. Dafür ist unsere Vanette das optimale Gefährt. Sie sprechen nur etwas Französisch, sonst nur eine Stammessprache, die in Gambia niemand versteht, haben keine Ahnung von Autotypen und vom -fahren, können nicht lesen und schreiben und haben CFA, eine Währung, die man in allen umliegenden Ländern gebraucht. Alle diese Fakten machen die Verhandlungen nicht einfach. Sie können noch nicht einmal die Zahlen auf dem Taschenrechner deuten und werden später auf dem Kaufvertrag nicht unterschreiben können, sondern ihren Fingerabdruck darunter setzen. Nach dem wir uns halbwegs auf einen Preis geeinigt haben, holen wir einen jungen Mann ab, der zu den Frauen gehört, fahren zum Autocheck in eine Werkstatt und anschließend zu jemandem nach Hause. Leider sind die Frauen noch sehr unsicher und wir fahren auf ein Polizeirevier, um dort den Verkauf abzuwickeln. Das ist mir natürlich auch recht, obwohl ich schon seit Tagen ohne Versicherung umherfahre und Bullen eigentlich immer nicht sehen will. Aber es ist ein sicherer Ort. Ich möchte das Auto nur noch gegen etwas Geld loswerden, da ich nach der langen Käufersuche schon sehr genervt bin. Ein Polizist schreibt einen Kaufvertrag, die Käuferin, ich und zwei Zeugen unterschreiben bzw. setzen ihren Fingerabdruck darauf. Dann zählen wir das Geld. Immerhin ein Millionenbetrag. Anschließend fahre ich die beiden Frauen nach Serekunda. Hier übergebe ich die Autopapiere und die Schlüssel, bekomme mein letztes Geld und räume meinen Rucksack aus dem Auto. Nach dem die Frauen und 20 weitere Gambianer um das Auto stehen und auf mich einreden, ruft mein Unterhändler ein Taxi heran, wir schnappen meine Rucksäcke und flüchten vor der Meute über die Straße und lassen die gute Vanette hinter uns. Eine solch schnelle Trennung von dem treuen Gefährt hätte ich auch nicht erwartet. Die Frauen, die kein Stück Auto fahren können, sollen sehen, wie sie in ihr Land kommen. Ich für meinen Teil habe alles geschafft. Mein Geld ist in der Tasche und alle Sorgen sind los. Der Unterhändler bekommt noch etwas Lohn und ich stehe mit meinen ganzen Sachen ohne Auto auf dem Zeltplatz. Ich bin verdammt froh, dass sich alles noch so gut entwickelt hat und kann am Abend erst einmal richtig feiern. |
Zwei Tage später, am Montag dem 24.März, buche ich vormittags einen Flug nach Amsterdam. Dieser Flug geht gleich am Nachmittag. Vorher wechsle ich schnell das CFA-Geld in Euro um, was in Gambia auf der Straße auch bei größeren Mengen kein Problem ist. So erreiche ich Holland und einen Tag später Berlin schneller als ich gedacht hatte und komme noch rechtzeitig zum Geburtstag meiner Freundin Ina in Berlin an. |

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