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"Vaya con Dios" verabschiedete mich Nicolasa in Todos Santos. Und diesen Beistand benötigte ich auch heute. Mit einem Lastwagen, auf der Ladefläche eines Baustellenfahrzeugs, mit einem Microbus kam ich bis Chiantla. Kurz nach 12 fuhr der nächste Bus über staubige Straßen auf und ab nach Sacapulas. Die letzten 20 km bis Sacapulas sind asphaltiert und man wird weniger durchgeschüttelt. Auf meinem Weg nach Cobán, Alta Verapaz, durchquerte ich nun eines der größten Departemente des Hochlandes, El Quiché. El Quiché bedeutet Waldland und ist auch heute noch eine treffende Beschreibung der Gegend, obwohl der Baumbestand eher licht ist. In Uspantan war Endstation für heute, der nächste Bus fährt um 3 Uhr früh weiter nach Cobán. Sehr früh nach nur 4 Stunden Fahrt bin ich in Cobán. Die Stadt ist das Zentrum des Kaffees und wurde von Deutschen geprägt, die ab Mitte des 19. Jahrhunderts einwanderten und mit der Kultivierung des Kaffees begannen. Man trifft auf Cafe El Tirol oder Hotel Aleman. Die Finca Santa Margarita der Familie Dieseldorff bietet einen geführten Rundgang an. 20 Q. kostet die 45-minütige Führung. Nicht weit davon entfernt führt ein Kreuzweg hoch zu einer Kapelle, von wo man einen schönen Blick auf die Stadt hat. Schon mittags war ich mit einem Minibus bei der Unterkunft "El Retiro" nahe Lanquin mit seinen Tropfsteinhöhlen und den Kalksinterterrassen von Semuc Champey angelangt. Das Bungalowdorf bietet gutes, etwas teureres Essen und liegt idyllisch umgeben von immergrünen Hügeln am Fluss Cahabón.
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Seit gestern Mittag hatte es fast ohne Unterbrechung geregnet und so war ich bis kurz vor der Abfahrt um 9 Uhr unentschlossen, mich an einer Tour nach Semuc Champey, 10 km von El Retiro entfernt, zu beteiligen. Gut, ich ging mit und da wir als erstes eine Höhle besichtigten, spielte das Wetter keine Rolle. Weil ich keine festen Sandalen mit hatte, bekam ich meine Schuhe am Eingang der Höhle getauscht. Wir wurden mit Kerzen ausgerüstet und folgten nun teils aufrecht durchs Wasser watend, einige Passagen einhändig schwimmend und andere an Felsen und Steigleitern entlang kletternd unsern Führern Frederico und Mateo. Als kleine Mutprobe durften wir von einem glitschigen Felsen aus in ein dunkles Becken springen. Das Abenteuer findet normalerweise seine Fortsetzung mit einer Dusche unter einem Wasserfall am anderen Ausgang der Höhle, was uns versagt blieb, da das Wasser durch den Regen zu hoch und zu stark strömend war. Zum Glück zeigte sich die Sonne als wir die Höhle verließen und hinüber nach Semuc Champey mit seinen Kalkbrücken, die der Rio Cahabón unterspült hatte gingen. In den Becken der mehrstufigen Terrassen die von Wasserfällen, Strudeln und üppiger, exotischer Vegetation umgeben sind, konnte man ein Bad nehmen oder sogar wie einige Wagemutige von einem Felshang kopfüber in das Wasser springen. Der Eintritt beträgt 20 Q. die Fahrt kostete 30 und die Tour durch die Höhle weitere 25 Q. Also Semuc Champey ist nicht das achte Weltwunder, wie es ein Schild in Lanquin anpreist, aber es lohnt sich. Lanquin, 1800 Einwohner ist ein verschlafenes Dorf und bietet neben dem indoktrinierenden, evangelischen Gottesdienst, dem Brettspiel in der Kneipe oder der Musikprobe für das Weihnachtskonzert nicht viel mehr Unterhaltung am Abend. |
Nach einem Tag Dauerregen hingen die Wolken weiter tief, es regnete und ich war entschlossen zu fahren. Im Dorf sagte man mir, dass es Probleme auf dem Weg nach Cahabón gibt. Der Regen hatte die Straße unterspült und unpassierbar gemacht. So wählte ich den längeren Weg über Cobán. In Carcha bei Cobán führte der Rio Cahabón Hochwasser bis knapp unter die Brücken. Weit vor El Rancho, einem Verkehrsknotenpunkt an der Carretera Atlántico CA-9 hatte es zu regnen aufgehört und dort gabelte uns Juan auf, d.h. mich und Doug, ein Gringo aus Seattle der mit mir wartete. Juan arbeitet für ein Touristikunternehmen GraylineGuatemala.com in Panajachel und nahm uns in seinem Mercedesbus Sprinter mit nach Rio Dulce, 50 Q. cada uno pero muy pronto. Beim Frühstück im Brunos wurden wir gefragt, wohin es gehen soll und dann überredet mit dem Catamaran nach Livingston zu fahren. Eine gemütliche 3-stündige Fahrt mit einem Halt zum Schwimmen über den Lago Izabal kostete uns so 100 Q. statt 75 Q. mit dem lancha colectivo. Man ist umgeben von verschwenderischem und dichtem, wild wachsendem Grün am Ufer mit schwarzen Kormoranen, weißen Reihern und halb weiß, halb grauen Pelikanen. Auch einen braunen Leguan mit stacheligem Kamm bekamen wir zu Gesicht. |
Livingston ist einzigartig und der karibische Ort in Guatemala mit schwarzer vor über 200 Jahren aus den kleinen Antillen eingewanderter Bevölkerung, den Garifunas. Von Livingston fährt nur dienstags und freitags ein Boot nach Punta Gorda in Belize. Um heute dorthin zu kommen, musste ich zuerst ein Boot nach Puerto Barrios nehmen. Die Ausreisegebühr aus Guatemala kostet 10 US, das Boot nach PG, wie die mundfaulen Einwohner Punta Gorda abkürzen weitere 18 US. Knapp eine Stunde dauert die Überfahrt. Im Höllentempo rast das Boot mit 8 Passagieren, Säcken von Chips und Kisten von Pasta über das Meer. PG hat nichts von Interesse. Ein Anschlussbus um 12 Uhr nach MangoCreek und von dort mit dem Boot bis Placencia waren meine weiteren Etappen diesen Montag. In Lydia`s GH 25 BD mit Etagenbad am nördlichen Ende des Dorfes fand ich eine ruhige und gemütliche Unterkunft für die letzten beiden Urlaubstage vor dem Abflugtag.
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