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| Kapstadt und Umgebung, 3 Wochen im südafrikanischen Frühling, erste Eindrücke |
Cape Town gilt als eine der schönsten Städte der Welt, als Perle zwischen zwei Ozeanen, das Reiseziel Nummer eins in Afrika. Zurecht, allein 40 Strände, Berge und Weinanbaugebiete werben für die 3 Millionen Einwohner zählende Multikulti-Metropole. |
Der 1084 Meter hohe Tafelberg ist das Wahrzeichen und das Naherholungsgebiet der Kapstädter. An seinem Fuße pulsiert das Großstadtleben, im schattigen Bergwald an den Hängen ist es still. "Fynbos" wuchert, die Flora des Tafelberges umfasst rund 1470 Pflanzen. Vor allem Südafrikas Nationalblume, die Protea, gibt es haufenweise. Zurzeit im Frühsommer blüht der Fynbos in allen Farben violette Geranien, orange und pink farbige wie auch weiße Lilien, fleischig dicke Proteas, süß duftende Büsche, Erika und allein tausend verschiedene Gänseblümchen. Bei dem Betrieb, der an der Talstation der Kabelbahn zum Tafelberg an einem wolkenlosen Morgen herrschte, konnte ich mir nicht vorstellen, dass es nur ein Dutzend Wanderer waren, die wie ich den Weg über die PlatteKlippGorge hinauf gingen. Die Berg- und Talfahrt mit der neuen Schweizer Kabinenbahn kostet 85 Rand. Von der Talstation geht man noch 15 Minuten die Straße entlang, ehe der Weg rechts abbiegt und über Stufen und Felsplatten meist steil hinauf führt. Die Mühe wird belohnt durch phantastische Ausblicke sowohl auf den Bergsattel hinauf, wie auch zurück auf die Bucht und das Zentrum von Kapstadt. Zwischen 1 1/2 Stunden und 2 1/2 Stunden je nach Kondition dauert der Anstieg und endet auf dem breiten Bergsattel, sodass man überrascht feststellt, wie weitläufig das Gebiet auf dem Berg ist. So kann hier jeder sein Plätzchen und seine Ruhe finden. Noch ein Tipp, unbedingt genügend Getränke mitnehmen, der Anstieg kostet an einem sonnigen Tag wie heute einen guten Liter Schweiß.Und einen Windschutz einpacken, auf dem Gipfel pfeift der Wind unablässig. Mit vorsichtigen Schritten ging ich bergab, um bei den großen Stufen nicht zu stürzen oder ein kaputtes Gelenk zu riskieren. So war ich ungefähr so lange wie beim Aufstieg unterwegs. Allerdings wählte ich beim letzten Abschnitt die Traverse am Hang hinüber zur Talstation was mir noch zahlreiche Bilder von blühendem Fynbos entlang des Weges einbrachte. |
Einen Stadtrundgang durch die Innenstadt beginne ich im Bertram House, benannt nach der 1838 verstorbenen Ann Bertram Findlay, Ehefrau des John Baker, der das Haus erbaute, nachdem er 1839 das Grundstück für rund 1381 Pfund erworben hatte. 1903 an das South African College verkauft, beherbergte das Gebäude die Universität und die Regierung, Department für Gesundheit, ehe es 1976 zum Museum wurde und 1984 restauriert eröffnete. Auf zwei Etagen sind Möbel, Schmuck,Porzellan und Tafelsilber des 18. Jahrhunderts zu sehen. Der Eintritt kostet 5 Rand. Rund um das geklinkerte Bertram House haben sich heute Schulen für Kunst und Neue Medien angesiedelt. Nebenan ist Kapstadts bekanntestes Hotel, das pinkfarbene Mount Nelson mit Portier in schneeweißem Anzug und Tropenhelm. Vorbei an der Synagoge besuche ich als nächstens die National Galerie, wo neben schwarzer Recycling-Kunst, düstere Bilder über Apartheid, Masken der Sang, Skulpturen, Mainstreamkunst und Abstraktes, Portraits von Sir Abe Bailey, Gemälden über Reitsport und Jagd, Fotographien zu San Townships, Folter und Ermordung zu sehen sind.. In einem nächsten Saal wieder Landschaften , Aquarelle, Bilder in Wachskreide, Tusche, Bleistift und Öl., eine Sammlung gestiftet von der Deutschen Bank. Wer den langen Weg die Roeland Street hinauf nicht scheut, kann in einer kleinen Sektion des Staatsarchivs Dokumente und Bücher bis zu den ersten Anfängen Kapstadts im Jahr 1652 sehen.
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Das District Six Museum erinnert in einer alten Missionskirche in der Buitenkant Straße an das 1966 von der Apartheidregierung mit Bulldozern plattgewalzte, damals schon kosmopolitische Viertel, in dem unterschiedliche Rassen ohne Schranken friedlich miteinander lebten. Unter anderem hängen die ehemaligen Straßenschilder des Viertels an den Wänden. Auf dem Boden ist ein Stadtplan ausgebreitet mit den Häusern der ehemaligen Bewohner, die weitere Details ihres Lebens mit Fotos und Einrichtungsgegenständen illustrieren. Zurück zu den Anfängen Kapstadts: das fünfeckige Castle of Good Hope in Nähe des Bahnhofs wurde zwischen 1666 und 1679 errichtet. Im Innern sind drei Museen untergebracht, die Good Hope Gallery mit zeitgenössischen südafrikanischen Künstlern, das Military Museum und die William Fehr Collection, eine von Südafrikas wichtigster öffentlich zugänglicher Kunstsammlung. Mein Bedarf an Museen war aber für heute gedeckt. |

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