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| Es sollte nach Bulgarien und Montenegro mal wieder uns etwas wenig Bekanntes, ja für Westeuropäer fast Exotisches sein, was meine Frau und ich als Urlaubsziel für eine Pauschalreise anvisierten. So kamen wir auf die rumänische Schwarzmeerküste. Der Katalog eines namhaften Anbieters bot ein Hotel mit der von uns favorisierten Strandnähe in Eforie Nord an. Dieser, bis dahin noch nie gehörte Ort, liegt ca. 15 km von der Hafenstadt Constanta (bisher kannte ich es nur als Konstanza) entfernt, die auch als Landeort für den Flughafentransfer angegeben ist. |
Nach den eingeholten Informationen wurde Eforie-Nord 1892 als erster Kurort an der rumänischen Küste gegründet. Neben dem Strandleben erfolgen hier Behandlungen mit Heilwasser und Heilschlamm aus dem neben dem Ort gelegenen Techirghiol-Sees. |
Die weiteren Angaben zum gewählten Vier-Sterne-Hotel „Europa“ entsprachen unseren Vorstellungen und der Preis erschien angemessen. So buchten wir für die Zeit vom 19.7. – 2.8.2005 ein Doppelzimmer mit Meerblick und Frühstück. Der kurze Flug mit AIR-Berlin, von Leipzig aus 1 Stunde und 50 Minuten, verging schnell. Das Gepäck kam wie üblich auf dem Gepäckband an, aber man durfte es nicht selbst herunternehmen. Das durften nur die zahlreich erschienenen Männer des Flugplatzpersonals in roten Latzhosen. Die trugen es dann bis zum ca. 30 Meter entfernt wartenden Empfangsreiseleiter. Mangels Kleingeld in Landeswährung waren wir dann einen Euro los. Zum auch nicht weiter entfernt wartenden Transferbus musste man das Gepäck allerdings selbst bringen. |
Vorsichtshalber haben wir gleich 50 Euro umgetauscht, es war ja bereits 21.30 Uhr, eine Stunde später als zu Hause. Schnell waren wir Millionäre und hatten 1.700.000 LEI erhalten, der schlechteste Tausch des Urlaubs, wie sich später herausstellte. |
Wir hatten uns vorinformiert und wussten, dass ab 1.7.2005 – also vor ca. 2 Wochen – von der alten Währung vier Nullen gestrichen wurden. Aber bis zum Jahresende gelten die alten Scheine und Münzen gleichberechtigt neben den neuen, die man übrigens selten bekam. Das brachte schon einige Verwirrung, auch weil die Preise mal in alter und mal in neuer Währung angegeben waren. Zum besseren Verständnis des Lesers werde ich die Preise nur noch in der neuen Währung, international als RON abgekürzt, angeben.
Wer nicht tauschen wollte, konnte sich an mehreren im Ort vorhandenen Geldautomaten verschiedener Banken mit Landeswährung eindecken. EC-Karten werden genauso akzeptiert wie VISA- oder Mastercard. Der abgehobene Betrag erscheint später auf dem Konto mit der Umrechnung zum Tageskurs zuzüglich einer Gebühr von 4,50 Euro pro Abhebung. |
Im Minibus erhielten wir ein Prospekt mit zu buchenden Ausflügen und dann ging es zunächst nach Constanta. Die Ortsdurchfahrt bei Dunkelheit ließ erste Einblicke auf das Leben in einer rumänischen Großstadt zu. Auffallend an Ampelkreuzungen war eine uns unbekannte Zusatzampel, welche im Sekundentakt wechselnd den bei roter Ampel haltenden Fahrzeugführern die Zeit bis zur Grünschaltung digital anzeigte. Wir empfanden das als angenehm und nervenschonend. |
Das Hotel Europa
Die zentral gesteuerte Klimaanlage temperierte das gesamte Gebäude angenehm. Das erwies sich später bei 37 Grad Außentemperatur als recht angenehm. Vier moderne Schindler-Aufzüge aus Deutschland sorgten für kurze Wartezeiten. |
Nach Ankunft im erst vor zwei Jahren umgebauten Hotel „Europa“ bezogen wir ein Zweibettzimmer mit Balkon in der dritten Etage. Durch die uns bisher nicht bekannte Architektur haben alle Zimmer, wie im Katalog versprochen, wirklich Meerblick.
Meine Frau, die bezüglich der Zimmer und deren Sauberkeit sehr anspruchsvoll ist, schloss ihre Inspektion mit zufriedener Miene ab – und das ist ein Kompliment für das Haus. |
Nach der ersten, angenehmen Nacht nehmen wir entsprechend unserer Buchung zwischen 7 und 10 Uhr das Frühstück ein. Das Angebot ist gut und reichlich. Entgegen unserer Befürchtungen und der Ratschläge von vorher konsultierten „Rumänien-Kennern“, schmeckte der Kaffee gut. Vorbereitete Speisen wie Rührei oder vor den Augen zubereitetes Omlett sind grundsätzlich ohne Würze, so dass Nachsalzen oder Pfeffern je nach Bedarf erfolgen kann. |

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