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Eine Reisereportage von Gerhard Maucher

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Ab hier beginnen die Schneefelder, der Schnee ist weich, auch ohne Steigeisen und Pickel, gut zu gehen. Der Weg zum Kraterrand ist steil, und unsere Gruppe fällt je nach Kondition weit auseinander, doch ist dies kein Problem, die Sicht ist klar und reißt zueinander nicht ab. Ich scheine mich auf diesem Teil wohl überanstrengt zu haben. Ais ich am Kraterrand zur Stärkung Schokolade zu mir nehme, muss ich diese sogleich wieder erbrechen. Oder ist diese Appetitlosigkeit auch ein Anzeichen der Höhenkrankheit? Der Kraterrand, "Labio Inferior" 5254 Meter, zählt bereits ais Gipfelsieg. Wollten wir auf den Hauptgipfel, waren es
noch weitere zwei Stunden zu gehen. Insbesondere Armin fühlte sich noch stark, und so brachen Armin, Robert und ich auf, den Kraterrand entlang, zum Gipfel. "Der rauchende Berg", Popocatepetl, machte seinem Namen alle Ehre und die Schwefeldämpfe waren neben der Höhe ein weiteres Handicap. Vorbei an Schneewächten, wird der Weg langsam breiter und die Biwakschachtel am Gipfel kommt in Sicht. Der Wind pfeift eisig, und ein Tipp von gestern erweist sich ais als sehr hilfreich, alles übereinander anzuziehen, was man hat.

Hinweis: Popocatepetl

Ausgangspunkt ist Amecameca, ein kleiner Marktort am Fuße des 5452 m hohen Vulkans. Ein Taxi, hinauf nach Tlamacas stellt die Verbindung zum "dormitorio" auf 3900 Metern her. Von der Berghütte ist es eine Tagestour zum Gipfel und zurück, die in der Nacht begonnen werden muss.
Wichtig ist neben genügender Fitness vor allem ausreichender Kälteschutz. Technische Schwierigkeiten sind keine vorhanden, die Tour ist für jeden konditionell genügend präparierten Bergwanderer zu bewältigen.

  Kraterrand  

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  Gipfel Biwakhütte  

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An der Blechschachtel auf dem "Pico Mayor" auf 5452 Metern Höhe fallen Armin und ich uns in die Arme, es ist geschafft. Robert hängt etwas nach, aber erreicht den Gipfel ebenfalls.
Nicht nur das Innere der Biwakschachtel aus Wellblech ist ungemütlich, auch die Kälte lädt zu einem längeren Bleiben nicht ein. Wir genießen die Aussicht hinüber zum Ilctaccihuatl, der "schlafenden Frau"; so die Form des Berges. Ina treffen wir am Kraterrand wieder, sie hatte es etwas gemütlicher angegangen, und zollte nun in dieser Höhe ihrer Raucherlunge Tribut. Trotzdem, für eine Kettenraucherin war sie ganz hervorragend in Form.

  "schlafende Frau"  

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Der Abstieg zur Berghütte macht von nun an sehr viel Laune. Wir fahren Ski ohne Skier, wechseln den Untergrund von Schnee zu Staub, und durch die Steilheit des Geländes bedingt, geht es rasend schnell bergab. An der Hütte treffen wir auf eine mexikanische Schulklasse. Durch unsere Gletscherbrillen oder den Eispickel werden wir ais Alpinisten erkannt. Von ihren Fragen "Viene de pico?" in Beschlag genommen, müssen wir uns zu einem Gruppenbild mit dem ersten, dem zweiten und weiteren Schülern aufstellen, soviel Fotoapparate vorhanden sind. Ganz zuletzt können wir dann in Ruhe unser persönliches Erinnerungsfoto machen. Nach einer kurzen Pause und nachdem der Staub von den Schuhen und Kleidern geklopft ist, nehmen wir für 40 000 Pesos ein Kollektivtaxi zur Busstation in Amecameca, und sind so noch am selben Abend in Mexico City zurück, wo der Gipfelsieg bei einem "Corona" gefeiert wird.
Gerhard Maucher



 

© Gerhard Maucher






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