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TUNESIEN
Zwischen Orient und Okzident
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Anfang November 2005 besuchten wir im Rahmen einer Mittelmeer-Kreuzfahrt mit dem Clubschiff AIDAcara für einen Tag das orientalisch angehauchte Tunesien.
Um 8 Uhr Früh legten wir im Hafen von La Goulette an; eine halbe Stunde später ging die Tour durch einen Teil des Landes auch schon los, nachdem uns die tunesischen Beamten noch am Schiff einen Stempel in den Pass und ein Visum in die Hand drückten.
Tunesien "trauten" wir uns nicht auf eigene Faust zu erkunden, hatten wir doch im Vorfeld schon viel Negatives gehört, was Diebstahl und sonstige Kriminalität betrifft. Im Nachhinein gesehen muss ich allerdings sagen, dass ich von alledem nichts bestätigen kann. Die Tunesier sind zwar zum Teil sehr aufdringlich (vor allem in den Souks), aber unwohl habe ich mich zu keiner Zeit gefühlt. Und dass man als blonde (junge) Frau angestarrt und angesprochen wird, ist in solchen Ländern ganz normal und muss man eben über sich ergehen lassen.
Natürlich schadet es nicht, sein Hab und Gut etwas näher im Auge zu behalten, doch hatte ich kein einziges Mal das Gefühl, dass mir jemand etwas stehlen hätte wollen.
Jedenfalls unternahmen wir mit einer kleinen Gruppe eine "Führung" durch den nördlichen Teil Tunesiens und landeten nach einer kurzen Fahrt durch die Hafenstadt La Goulette in Tunis. |
Tunis
La Goulette bietet schon nicht sonderlich viel, Tunis allerdings auch nicht wirklich. Noch zu Hause wurde uns überall erzählt (selbst von einem Tunesier), wir müssten diese Stadt unbedingt gesehen haben, gäbe es doch so viel zu entdecken.
Wir spazierten durch die Altstadt, lernten einige wenige Sehenswürdigkeiten kennen, u. a. auch die berühmte Mdina, und kamen letztendlich in den Souks von Tunis an. In den frühen Morgenstunden hatten noch nicht viele Läden geöffnet. Doch als uns die Ladenbesitzer erblickten, wurde eben doch ausnahmsweise mal etwas früher an die Arbeit gegangen ... ;-)
Gut zwei Stunden bummelten wir durch die Souks, die uns sehr an Dubai erinnerten, jedoch weitaus heruntergekommener waren. Leider regnete es gerade in Tunesien, weshalb das Wasser stellenweise auf der Straße stand und wir lernten, dass Überdachung nicht gleich Überdachung heißt. Fast überall lief das Wasser hinein. ;-)
Anfangs waren wir natürlich sehr enttäuscht über dieses Wetter; die Tunesier jedoch dankten Gott dafür - sie warteten bereits seit einem halben Jahr auf Regen! Ein Teil ihres Getreideanbaus ist in den letzten Wochen verdorrt und einige ihrer Schafe verdurstet. In Anbetracht dessen freute ich mich schließlich für sie; Regen ist hier eben etwas Besonderes und lebensnotwendig! (Und etwas später am Tage wurde es ja auch wieder schön! ;-))
Unser Reiseleiter (ein echter Tunesier) erklärte uns sehr viel Interessantes und Wissenswertes über Tunis und die Souks und wir hörten gespannt zu, während wir immer wieder an netten Geschäften und Häusern vorbei kamen.
Natürlich durfte auch ein Einkauf nicht fehlen, allerdings war es schwierig, etwas wirklich "brauchbares" zu finden. Von windigen Schuhen über sprechende Kamele bis hin zu endlos kitschigen Taschen gab es hier alles zu kaufen. Letztendlich aber wurden wir in Sachen Schmuck fündig und nach einer kleinen Diskussion mit dem Tunesier erhielten wir die Kette für 5, anstatt für 35 Euro. ;-) So macht Handeln Spaß (mehr ist das Ding aber auch nicht wert ...). ;-)
Mit der Zeit wurde der Bummel durch die Souks jedoch etwas nervig, denn von jedem Verkäufer wurde man förmlich in den Laden "gezogen", um ihm ja etwas abzukaufen. So gab ich ihnen schließlich nicht nur einmal zu verstehen, dass ich es nicht mag, wenn man mich am Arm packt. Für die Tunesier natürlich unverständlich!
Zum Schluss unseres Rundgangs kamen wir alle wieder zu einem Teppichhändler zurück, der wohl familiär mit dem Reiseleiter verbunden zu sein scheint. Zumindest versuchten sie beide sehr geschickt, uns einen Teppich zu verkaufen (leider erfolglos). Wir durften jedoch noch in den Laden rein und hinauf auf eine kleine Aussichtsplattform, von der aus man über das gesamte "alte" Tunis blicken konnte. Der Laden an sich war natürlich auch sehr interessant, verbreitete er doch ein richtig orientalisches Flair. :-) |
In den Souks von Tunis
In den Souks von Tunis findet man alles, was man nicht braucht ... sprechende Stoffkamele, Schuhe, die so gar nicht unserem Stil entsprechend und Taschen über Taschen. ;-) |
In den Souks von Tunis
Hier muss man schon zweimal hinsehen, um den Eingang zu erkennen. ;-)
Diese Teller werden teilweise direkt auf den Souks handegearbeitet. |
Blick vom Dach des Teppichhändlers
Vom Dach des Teppichhändlers konnten wir über einen Teil des alten Tunis' blicken. Teilweise erkannten wir richtig nette kleine Dachterrassen. |

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