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| Bei einer Reise, die ich mit einigen Freunden in diesem Sommer unternommen habe, ist mir an der syrischen Grenze eine recht ungewöhnliche Sache passiert. Da ich kein Visum besaß, wollte ich mir dort an der Grenzstation eins kaufen. Diese Prozedur hat sich erfolglos über etwa 2 Tage hingezogen. |
Meine Geschichte beginnt in der in der südtürkischen Stadt Hatay. Dieses Städtchen befindet sich etwa 40 Kilometer entfernt von syrischen Grenze. Hierher bin ich in einer 16stündigen Nachtfahrt aus Antalya gekommen. Den restlichen Teil meiner Busbesatzung, Marschi, Herzen und Jegor, habe ich dort zurückgelassen. Bevor wir uns trennten, machten wir als Treffpunkt den 8.September im Hotel Beschiktas in Istanbul aus. Die Nacht im Bus war nicht sehr angenehm, da ich einen schmalen Fensterplatz hatte und mein Nachbar sich zeitweise richtig an mich gekuschelt hat. Außerdem war die Strecke sehr bergig und die Fahrer sind nicht gerade langsam gefahren, was nicht sehr schlaffördernd war. Am Busbahnhof verabschiede ich kurz ein holländisches Ehepaar, mit dem ich mich in den Rastpausen des öfteren unterhalten habe. Sie sind das 16.Mal in der Türkei. |
Sofort findet mich ein Mann, der mir helfen will. Ich frage ihn nach einem Bus, der weiter nach Allepp (Halleppo) in Syrien fährt. Er führt mich in eines der Reisebüros. Eigentlich bleibt mir nicht viel Zeit zum Umsteigen zwischen den beiden Bussen. Das ist mir aber auch recht, da mein Ziel ja Syrien und nicht Hatay ist. Der Preis für den Bus beträgt 5.000.000 Türkische Lire, was mir sehr viel für die etwa 80 km vorkommt. Aber das ist mir in diesem Moment auch egal. Der Busvermittler gibt mir zu verstehen, dass ich ihm meinen Pass geben soll. Darauf habe ich aber keine Lust und ich gebe mein weinrotes Heftchen nicht aus der Hand. So muss ich ihm persönlich in einen anderen Laden folgen. Hier werden die Daten aus dem Pass in ein Blatt eingetragen, auf dem alle Mitfahrer vermerkt sind. Bis jetzt bin ich der zweite Passagier auf der Liste. |
Dann werde ich zum Bus gebracht. Er steht am hinteren Teil des Busbahnhofes. Einige Passagiere sind gerade dabei, mehrere Kisten mit Zwiebeln und Äpfeln im Gepäckfach zu verstauen. Ich gehe in den Bus, um mir einen günstigen Platz frei zu halten. Irgendwie bin ich der erste hier. Da die Abfahrt sich noch etwas hinziehen wird, gehe ich wieder raus und schaue mir ein wenig das Geschehen an. Langsam treffen einige Leute ein, die scheinbar alle mitfahren wollen. Am Ende sind wir 7 Passagiere, darunter 2 Jordaniern, die an ihren Palitüchern zu erkennen sind. |
Der Busassistent gibt eisgekühltes Wasser aus. Natürlich setzt er sich mir im Gang gegenüber. Er spricht ein wenig Englisch, das aber nur zur allernötigsten Konversation reicht. Wir reden ein bisschen über Deutschland, die Türkei, Fußball und einige andere Dinge, die schon des öfteren Gesprächsthema mit Türken waren. Man kommt leider nur selten in den Genus, ein anderes Gesprächsthema anzuschneiden. Seinen Namen habe ich aber leider durch mein katastrophales Namensgedächtnis wieder vergessen, obwohl er mir sogar seinen Ausweis gezeigt hat. Eigentlich bin ich ganz froh, dass ich mit jemanden reden kann, auch wenn es wie gesagt nur auf sehr geringen Niveau abläuft. Doch irgendwann kommt er auf die Idee, mich nach Trinkgeld für sich und die beiden Busfahrer zu fragen. Ich meine, er hat sich nicht sehr gut ausdrücken können doch, als er es das zweite Mal erklärt hat, habe ich begriffen, was er von mir will. Ich bin aber nicht darauf eingegangen und habe so getan, als ob ich nicht verstanden habe, was er von mir wollte. Er war nicht der cleverste Junge und so fiel ihm das nicht auf. |
In der Landschaft, die an uns vorbeiläuft, gibt es schon einige Veränderungen festzustellen. Sie ist sehr karg, was mit fast jedem Kilometer deutlicher wird. Nur die Felder, die bewässert wurden, sind grün. Für mich aber noch bewerkenswerter waren die Zelte an den Straßenseiten, die dort zwischen den wenigen Bäumen aber auch auf dem freien Feld aufgebaut waren. Es müssen die Behausungen der hier ansässigen Kurden sein, die ein nomadenähnliches Leben führten und die Felder bewirtschafteten. Man konnte alle Gegenstände, die zu einem normalen Haushalt mit dazu gehören, erkennen. Alles in allem waren es an dieser Stelle etwa 30 Zelte. Sicherlich hat sich der Busassistent abfällig über diese Menschen geäußert, wie er es auch über die beiden vermeintlichen Jordanier getan hat. |
Einige Kilometer weiter tauchen dann die ersten Grenzabsperrungen auf. Es sind doppelte Reihen Stacheldrahtzaun, die sich parallel zur Straße befinden. So langsam kommen wir dem Grenzübergang näher. |
Eigentlich habe ich noch gar nichts über das wichtigste Utensil dieser Geschichte geschrieben. Es ist nämlich das Visum für den Übertritt nach Syrien. Genauer gesagt, das Visum, dass ich bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht besitze. Über die Notwendigkeit dieses Stempels habe ich einige Leute im vorhinein gefragt. Dabei sind verschiedene Meinungen entstanden, die schlussendlich nichts mit den wirklichen Umständen überein hatten. Zum einen sagte mir eine Frau in einem istanbuler Reisebüro, dass ich ein Visum nur in der Botschaft in Ankara oder dem istanbuler Konsulat bekommen kann. Der Lonely Planet erweiterte die Palette um die Möglichkeit, das es in einigen seltenen Fällen ein Visum bei der Einreise erhältlich ist. Ein anderer, wirklich erfahrener deutscher Reisender, den wir in Olympos getroffen hatten, sagte, dass das Beschaffen eines Stempels an der Grenze eigentlich kein Problem darstellen dürfte. Ihm glaubte ich natürlich am liebsten, da das genau meinen Wunschvorstellungen für einen Grenzübertritt entsprach. Natürlich war es ein wenig blindlings von mir. Aber ich wollte meinen Mitfahrern nicht noch einen Tag in Istanbul bescheren und außerdem war alles ja noch nicht so klar mit dem Syrientrip. Das hatte sich erst recht spät als möglich herausgestellt. Ich wusste nicht, was meine Mitfahrer dazu sagen würden, wenn sie den Bus allein durch die halbe Türkei kutschieren müssten. |
Obwohl ich sicherlich sehr egoistisch in der Situation war, haben sie sich sehr gut verhalten und mir alle Freiheiten gelassen. Von den dreien wollte leider niemand mitkommen, obwohl wir Syrien am Anfang als mögliches Reiseendziel gesehen haben. Aber halt nur sehr vage. Für Marschi wäre es sowieso nicht möglich gewesen, da das Auto bei ihm an der türkischen Grenze in den Pass eingetragen wurde und wir es, da wir keinen Carnet de Passage besaßen, nicht über die Grenze nach Syrien nehmen konnten. Recht komplizierte Sache, aber nach einiger Zeit und etwas bürokratischer Erfahrung steigt man schon dahinter. Aber zurück zum syrisch-türkischen Grenzgebiet. |

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| Leserkommentare: | | ![]() So ists halt, wenn man schlecht vorbereitet und mit Hörensagen-Infos ohne Visum in visumpflichtige Länder aufbricht. Mein Tip für Syrien: Visum in Deutschhland besorgen und kleinen Grenzübergang - in meinem Fall Yailadagi - aussuchen. Abfertigung für mich und mein Motorrad in 45 Minuten ohne Nepper, Schlepper, Bauernfänger. Die Syrer überaus freundlich und korrekt. Keine 10 Dollar-Note im Ausweis notwendig - solche Geschichten kann ich schon wirklich nicht mehr hören. Zudem bekommt man bei der syrischen Botschft in Berlin die eindeutige Aussage, daß es keine Grenzvisa gibt, punktum. Versuch doch mal, ohne Visum nach USA zu kommen - macht doch auch keiner, oder ?(Verfasser: Roland) | | gut |  |
|  | | ![]() So eine Geschichte is mir in Lebanon passiert, genau die gleichen Leute und die gleiche gelassene Art, sie machen nichts vorwärts wenn um eine Visa geht. Ich musste auch kehren und jetzt will ich im Sommer nach Damaskus fliegen aber ich hole mir erst eine Visum und trotzdem mache ich mich Gedanken, dass Problemen geben werden, dort weiss man ja nie was sie von einen wollen, aber ich hoffe es wird alles gut laufen.(Verfasser: z.petronela) | | gut |  |
|  | | ![]() Der Bericht war für mich sehr hilfreich, da ich in wenigen Stunden in die Türkei aufbreche und Kudistan erkunden will. Ein Kurztripp nach Syrien habe ich dabei auch ins Auge gefasst, doch für ein Visum reicht es mir nicht mehr. Auch ich wollte versuchen ein visum an der Grenze zu bekommen, doch jetzt werde ich es erst einmal in Istanbul oder Ankara versuchen.(Verfasser: Kurt Breg) | | gut |  |
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