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Eine Reisereportage von Nicky & Sebastian

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Unsere individuelle Rundreise mit dem Auto durch Sizilien begann in Catánia, führte uns auf den Ätna und in den Süden nach Pachino, weiter nach Cefalú und Palermo, in den Westen nach Trápani und Mazara, nach Selinunte und Agrigento im Süden und über Enna im Inselinneren zurück nach Catánia.



Überlebensgroß schießt der Ätna mit seinen 3323 Metern Höhe vor uns in den Himmel. Die Berge im Landesinneres haben wir uns nicht so kahl und steppenartig vorgestellt. Die Städte, so grundverschieden und anders. Die Menschen eine Eigenart für sich. Der Fahrstil chaotisch, aber nicht hektisch. Eine merkwürdige Mischung auf einer wunderschönen Insel an der Stiefelspitze Italiens - doch mit dem bekannten Italien keineswegs zu vergleichen. Die Unterschiede liegen nicht alleine in der Mentalität der Sizilianer, sondern im Gegensatz zu bisher bereisten südeuropäischen Inseln auch an der zweigeteilten Atmosphäre, die hier herrscht.



Am 5. Juli 2006 konnte unsere Sizilienreise endlich losgehen. Der Flug war für 19:40 Uhr vorgesehen, ein Taxi brachte uns zur nächsten S-Bahn und die wiederum in 20 Minuten zum Flughafen. Dort noch eine heiße Schokolade getrunken, im obligatorischen Zeitungsladen gestöbert und mit 20 Minuten Verspätung hoben wir endlich ab in Richtung Catánia. Folglich war es bereits dunkel, als wir ankamen und um nicht zu viel Zeit zu verlieren, machte ich mich alleine auf die Suche nach den Mietwagenstationen, während meine zweite Hälfte auf die Koffer wartete.

Der Flughafen ist ja eh schon so klein, aber die Mietwägen waren unauffindbar. Erstmal nachfragen und siehe da, auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein kleines Häuschen ohne Beschriftung. Wir hatten über Auto Europe gebucht, was zu Europecar gehört. Der vorherige Preisvergleich im Internet hatte sich gelohnt, wir zahlen gute 30 Euro weniger für die Woche als es bei Europecar selbst gekostet hätte. Später erfuhren wir, dass das Anmieten von Autos vor Ort ca. 100 Euro teurer gewesen wäre als die Vorbuchung von zu Hause aus.

  Unser Auto  

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Alles klappte schnell und reibungslos und auf Platz Nr. 50 stand er nun, unser kleiner Cityflitzer, ein Lancia Y, höchstens 50 PS. Naja, hauptsache etwas Fahrbares und neu war er außerdem. Also einsteigen und los.




Ab jetzt hieß es, einreihen in den chaotischen italienischen Fahrstil, dagegen ist das Fahren in der Münchner Innenstadt ein echter Witz. Im Dunkeln besonders aufregend und ich möchte das auch unbedingt nochmal machen! Nach einer dreiviertel Stunde voller Ausweichmanöver, Vollbremsungen, Hupkonzerten und Geschlengel erreichten wir Dank Navigationssystem den Ort der ersten Unterkunft - Acireale.

Doch das B&B hätte auch noch ein bisschen abgelegener liegen können. Wir kurvten durch enge Nebengassen, in denen gerade mal ein Auto Platz hatte, unbeleuchtet, außerhalb der Ortschaft, links und rechts nichts außer Finsternis, wahrscheinlich Orangenhaine oder Felder voller Bananenstauden. Da, die Nr. 39, das B&B war erreicht, was auch unschwer an der Beschriftung zu erkennen war.

Es ist mittlerweile 23:30 Uhr geworden, alles war ruhig. Das Auto vor dem rießen Garagentor geparkt, ausgestiegen, nichts. Kein Licht, kein Auto weit und breit und stockfinster. Zum Glück gab's eine Klingel, aber es rührte sich immer noch nichts. Ein Stück näher ans Tor um vielleicht etwas zu hören und wie in einem Gruselfilm polterte es plötzlich laut von innen dagegen. Schreck! Wo sind wir hier gelandet? Doch dann - Sesam öffne Dich und vor uns stand eine nette Frau mittleren Alters und begrüßte uns freundlich. Wir durften das Auto im Hof parken und betraten wenig später unser Zimmer.

Es hat einen eigenen Eingang mit Schlüssel, so dass wir nicht durch das ganze Haus laufen mußten. Das "alte Country-House" sieht sehr gemütlich aus, die Zimmer sauber, zweckmäßig eingerichtet und mit eigenem Badezimmer, nicht sehr groß, aber sehr sauber.

Als wir uns am ersten Morgen auf den Weg über die Terrasse zum Speisezimmer begaben, blieben unsere Blicke erstmal an den vielen duftenden Pflanzen und dem liebevoll gepflegten riesen großen Garten hafte. Was für ein Aufwand hier betrieben wurde, um alles anzupflanzen und aus dem Garten ein Paradies zu machen, unglaublich!

Die Frühstückstische waren schon immer gedeckt als wir kamen. Es wurden Kaffee, Tee, Mandelmilch und Kaltgetränke angeboten. Für die Limonade wurden vor Ort Zitronen aus Eigenanbau verarbeitet. Genauso wie Erdbeeren für den Erdbeersaft. Die Frühstücke waren sehr mediterran und sorgfältig. Zu den Getränken gab es Vanillecroissants, verschiedene andere Gebäcke, selbst gemachte Semmeln und Marmelade mit Früchte aus dem Garten sowie Erdnußbutter.

Der einzige Nachteil an dieser Unterkunft - die Frau spricht so gut wie kein Englisch. Nur vereinzelte Brocken. Die Verständigung war somit ziemlich kompliziert und teilweise nur mit Händen und Füßen zu bewältigen.

Unterkunft: Casa Giulia - bed and breakfast, Scillichenti-Acireale
Webseite: http://www.bedandbreakfastacireale.it/site_uk/home.htm

Taormina



  Beginn unseres Stadtspaziergangs  

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Endlich in Taormina angekommen, fanden wir einen Parkplatz am Straßenrand und liefen los, einfach der Nase nach. Verlaufen kann man sich hier nicht, denn der Ort ist nicht sehr groß. Doch so richtig Süden, so richtig mediterran, wie wir es aus den Dörfern Mallorcas oder den kanarischen Inseln kennen.


  Stadtspaziergang  

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Das Stadtbild mittelalterlich, Paläste, Gassen und kleine Plätze, die meist durch Treppenwege miteinander verbunden sind.

Hier gibt es hauptsachlich Geschäfte mit Souvenirsachen und Eisdielen. Es machte Spaß, zu flanieren und dabei die Blicke schweifen zu lassen in die nach rechts und links abbiegenden, ich sage mal, Mini-Gassen, in denen teilweise nur ein schlanker Mensch durchpasst.


  Blick auf den Ätna  

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Heute war die Aussicht auf den Ätna grandios, dieser Anblick sollte uns nicht wieder beschert werden während der restlichen Reise. Es ist schon gigantisch, was für ein riesen Berg vor uns in die Höhe schoss.






 

© Nicky & Sebastian aus München, 28 Einträge im Gästebuch von Nicky & Sebastian
Sizilien ist ein Spezialgebiet von Nicky & Sebastian.





Leserkommentare:

Informativ und ausführlich und auch gut geschrieben. Gibt einen guten Vorgeschmack was uns
erwartet.(Verfasser: Hans)

sehr gut


"Überlebensgroß schießt der Ätna vor uns auf" - tatsächlich größer als ein Mensch? Das hätte ich sonst gar nicht gedacht -
hm...(Verfasser: Michael Kraus)

schlecht


Gesamtbewertung:

sehr gut

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