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 | |  Eine Reisereportage von Uschi Poehler
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Da diese Stelle das Rheintal auch für sein gutes Echo bekannt war bildete sich schon vor langer Zeit die Sage von der berühmten blonden Nixe "Loreley", die durch Ihre Gesänge die Schiffer verzauberte und sie von den Gefahren des Flusses ablenkte. Sie schauten zum Felsen und dabei zerschellte ihr Schiff im Rhein. Die Sage wurde durch das Loreley-Lied später dann weltberühmt.
Da es uns für die Besteigung der „Loreley“ vom Rheinufer aus schon recht spät erschien entschieden wir uns für Variante zwei, die natürlich viel bequemer war. Über eine serpentinenartig ansteigende Straße erreichten wir schon kurze Zeit später den großen Parkplatz oben auf dem Loreley-Plateau. Wir konnten es fast nicht glauben, doch er war wirklich fast leer. Unsere Befürchtungen dort oben auf Menschenscharen zu treffen hatten sich zum Glück nicht erfüllt. Sogar die Parkplatzwächter hatten schon Feierabend gemacht. Und so gehörte uns die „Loreley“ mit ihren wunderschönen Aussichten fast alleine. |
Von verschiedenen Aussichtspunkten schauten wir auf eine Bilderbuchlandschaft, die fast ein wenig an eine Modelleisenbahnanlage erinnerte. Lags daran, dass dort unten alles so winzig klein erschien oder lags an den vielen Zügen, die sich rechter- und linkerseits des Rheinufers in recht kurzen Intervallen ein mehr oder weniger lautes Stelldichein gaben? Wie dem auch sei, für uns war die Aussicht aus dieser Vogelperspektive sehr schön. |
2. Tag: Auf zum Deutschen Eck
Natürlich wollten wir auch zu der Stelle, wo sich die Mosel mit dem Rhein vereint. Und das bedeutete für uns ins 50 km rheinabwärts liegende Koblenz zu fahren. Auf unserer Fahrt direkt am schmalen Rheinufer entlang kamen wir an unzähligen Burgen vorbei. Kein Wunder, dass die UNESCO das Obere Mittelrheintal am 27. Juni 2002 auf die Liste des Weltkulturerbes gesetzt hat.
Im liebsten hätte ich jede der Burgen auf ein Foto gebannt. Schweren Herzens ließ ich’s aber des Halteverbotes wegen dann doch lieber sein.
Bei dem kleinen Örtchen Kaub entdeckten wir dann aber doch eine günstige Stelle für einen Fotostopp. Genau uns gegenüber auf einer kleinen Insel mitten im Rhein lag die um 1338 erbaute Zollburg Pfalzgrafenstein. Sie ähnelt einem steinernen Schiff mit einem scharfen Vordersteven. Der stemmt sich dem Treibeis und Hochwasser bis in die heutige Zeit erfolgreich entgegen. Die Burg fiel nie in Feindeshand und mußte nie erneuert werden. Nur die Außenmauern hatte man kurz nach 1750 verstärkt. |
Kurze Zeit später waren wir am Ziel. Koblenz gehört zu den ältesten Städten Deutschlands; im Jahr 1992 feierte die über 100 000 Einwohner zählende Stadt ihr 2000-jähriges Bestehen.
Entlang des Rheinufers kamen wir zum Deutsche Eck, einer Landzunge bei der sich die Mosel mit dem Rhein vereint. Als Dank für die Einigung des Deutschen Reiches wurde dort 1897 auf einem Sockel ein 350 Zentner schweres Denkmal von Kaiser Wilhelm I errichtet. Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs, am 16. März 1945, wurde das Reiterstandbild durch eine amerikanische Artilleriegranate schwer beschädigt.
Am 18. Mai 1953 wurde der verbliebene Sockel zum Mahnmal der deutschen Einheit umfunktioniert. Zur Demonstration dieser Einheit wurden am Sockel die Wappen aller deutschen Länder sowie jene der ehemaligen Ostgebiete wie Schlesien und Ostpreußen angebracht. Vier Jahre später wurde auch das Saarland hinzugefügt. An der Stelle des zerstörten Reiterstandbilds wurde die Bundesflagge gehißt.
Am Tag der Deutschen Einheit, dem 3. Oktober 1990, ergänzte man die Wappenreihe durch die Namen der neuen Bundesländer. Durch die Wiedervereinigung hatte das Mahnmal seine Bedeutung verloren. Es fanden sich Geldgeber, die eine Nachbildung des zerstörten Reiterstandbildes finanzierten. Dadurch bekam das Deutsche Eck am 25.September 1993 schließlich seinen Kaiser Wilhelms I. zurück. |

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