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Eine Reisereportage von Uschi Poehler

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Unsere Liebe zu Afrika hatte uns ganz unerwartet einen Kurzurlaub am Rhein beschert.
Manch einer wird sich nun sicher fragen was Afrika mit dem Rhein zu tun hat. Eigentlich nichts. Wäre da nicht der „Weiße Zulu“ Johnny Clegg, der sich für ein Gastspiel in Mainz angesagt hatte. Ehrensache - dort mußten wir hin. Außerdem konnten wir dadurch auch endlich mal unsere Partnerstadt kennen lernen. Die Erfurter konnten es fast nicht glauben, als es 1988 zwischen Mainz und Erfurt zu einer Städtepartnerschaft kam. Und weil es von Mainz bis ins Obere Mittelrheintal fast ein Katzensprung ist hatten wir die Gelegenheit genutzt und dieses Konzert mit einem mehrtägigen Besuch des „Guten alten Vater Rhein“ verbunden.

Als Oberes Mittelrheintal gilt das Rheinengtal zwischen Bingen/Rüdesheim und Koblenz. Mit seinen hochrangigen Baudenkmälern, den steilen Weinbergen, seinen auf schmalen Uferleisten zusammen gedrängten Ortschaften und den auf Felsvorsprüngen aufgereihten Burgen ist er der Inbegriff der romantischen Rheinlandschaft.

1. Tag: Unsere ersten Eindrücke



Unser Zuhause fanden wir in der gemütlichen Ferienwohnung von der Familie Preußig in der Jahnstraße in Lorch.
Das ca. 4100 Seelen zählende Weinbaustädtchen ist laut einer alten Urkunde von 1085 schon über 900 Jahre alt.

  Blick auf die Stadt  

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Beim Bummeln durch die engen und verwinkelten mittelalterlichen Gassen lernten wir das Städtchen etwas näher kennen. Umrahmt von steilen Weinhängen liegt es im Flusstal der Wisper die in Lorch in den Rhein mündet.

Als erstes bummelten wir bergauf zum Hexenturm. In ihm wurden im Mittelalter Hexen und Verbrecher verbannt. Unser Weg führte an romatischen Fachwerkhäusern entlang zum Marktplatz mit dem Rathaus und zur katholischen Pfarrkirche St. Martin aus dem 13. Jahrhundert. Vorbei an Wehrtürmen, trutzigen Befestigungsanlagen kamen wir zum Hilchenhaus, über das wir im Internet schon gelesen hatten. Das aus der Mitte des 16. Jahrhunderts stammende Gebäude ist als "schönster Renaissancebau am Mittelrhein" bekannt. Durch den gescheiterten Bau eines Hotels wurde ein Teil eingerissen und verschandelt. Und nun fehlt das Geld um es wieder aufzubauen und zu renovieren.

  Pfarrkirche St. Martin und Hilchenhaus  

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Schließlich standen wir am Rheinufer.
Hoch über dem Städtchen entdeckten wir eingebettet zwischen Weinfeldern eine alte Burgruine. Unser Reiseführer verriet uns dann aber, dass die Ruine Nollig gar keine Burg sondern die Reste der ehemaligen Stadtbefestigung sind. Egal, schön sah sie trotzdem dort oben im strahlenden Sonnenschein aus.

   Blick vom Ortseingang zu den Weinbergen und der Ruine Nollig  

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Hatten wir an unserem Ankunftstag einen Deal mit dem Wettergott gemacht? Für die kommenden Tage sahen die Prognosen nicht mehr so rosig aus. Eigentlich wollten wir unseren ersten Tag etwas ruhig angehen lassen. Angesichts des schönen Wetters entschlossen wir uns dann aber doch noch zu einer kleinen spätnachmittäglichen Ausfahrt, die uns an den wohl sagenumwobensten Ort des Rheins bringen sollte.

15 km später steuerten wir direkt auf einen mächtigen Schieferfels zu. Nur durch die B42 vom Rheinufer getrennt hebt er sich fast senkrecht in eine Höhe von 130 m empor. An dieser engsten und zugleich tiefsten Stelle des Rheins (23 m) waren bis ins 19. Jahrhundert Felsklippen und Stromschnellen für die Schiffe und Flöße äußerst gefährliche Hindernisse.

  Der 130 m hohe Loreley-Felsen  

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© Uschi Poehler aus Thüringen, 7 Einträge im Gästebuch von Uschi Poehler





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