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Ein paar Kilometer später kommen wir an mehreren Frauen mit ziemlich viel Gepäck vorbei. Manfred hält. Sie haben das gleiche Ziel wie wir. Logisch, dass er ihnen hilft. Er verstaut das sperrige Gepäck auf den Dächern unserer Autos und Ilona hockt sich auf die Bücherkiste zwischen den Vordersitzen, so dass zwei der Frauen einsteigen können. Für mehr Mitfahrer ist kein Platz, auch wenn sie das verständlicherweise nicht einsehen wollen. Nach afrikanischen Vorstellungen würden sicher noch 6 und mehr Menschen bei ihnen Platz finden. Bei den Anderen gibt’ s lange Gesichter. Ein kleiner Hoffnungsschimmer sind wir. Als wir dann aber ohne Halt an ihnen vorbei rollen hebt eine von ihnen aufbrausend die Faust. |
Unsere beiden Radfahrer haben während dieser kurzen Pause neue Energie geschöpft. Wie zwei Verrückte treten sie in die Pedale und liefern sich ein Kopf an Kopf Rennen.
Trotzdem gelingt es Manfred, sich zwischen die Beiden zu schieben. Der „Dazugekommene“ nimmt das Zepter in die Hand und radelt wie vom Teufel getrieben vorne weg. Auch mit erhöhtem Tempo lässt er sich nicht überholen. Der „Abgeschüttelte“ will sich natürlich nicht geschlagen geben. Er schmeißt sich mächtig ins Zeug um ja keine Lücke entstehen zu lassen. Würden wir ihn auch noch überholen wäre das für ihn erhoffte lukrative Geschäft endgültig geplatzt. Wir haben Mitleid, trotzdem müssen wir über diese komische Situation natürlich ganz schön lachen.
Schon seit mehreren Kilometer führt die mächtig holprige mitunter sogar feuchte Piste durch dichten Buschwald. Frank ist vorsichtig und hält Abstand um bei einem eventuellen Sturz noch ausweichen zu können. An einer Stelle wird die Strecke so schlecht, dass rechterseits durch den Buschwald eine Umleitung führt. Uns bleibt nichts weiter übrig, als diese längere Spur zu nehmen. Als Resultat hat der arme Manfred nun zwei ihr Fahrrad schiebende „hilfreiche“ Radfahrer vor sich. Erzwungene Hilfe kann mitunter ganz schön anstrengend sein.
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Doch irgendwann haben wir unser Ziel dann doch erreicht. Mitten im Dorf bleiben wir stehen, die beiden mitgenommene Frauen steigen strahlend aus und lassen sich das Gepäck nach unten reichen und die beiden Radfahrer sichtlich erschöpft, zeigen welcher Weg hinunter zum Luangwa führt.
Wir sind natürlich auch hier wieder die Attraktion. In Windeseile hat sich eine Menschentraube um uns gebildet. Ilona, Bettina und Manfred marschieren mit dem Chief und der Dorfgemeinschaft hinunter zum Fluss. Als sie nicht zurückkommen zieht es auch noch unsere Männer dorthin. Silke und mir bleibt nichts weiter übrig als die Fahrzeuge zu hüten.
Wo bleiben die bloß. Langsam werden wir ungeduldig.
Einer Prozession gleich tauchen sie dann endlich wieder auf. |
Nach einer eingehenden Inspektion des Flusses haben sie entschieden, dass wir dort nicht durchfahren können. Irgendwo am anderen Flussufer wollten wir unser heutiges Nachtlager errichten. Daraus wird nun nichts. Doch der Chief weiß Abhilfe und bietet uns unweit vom Dorf einen geeigneten Lagerplatz an. Uns bleibt nichts weiter übrig als darauf einzugehen. Denn bis zum Einbruch der Nacht bleibt nicht mehr viel Zeit.
Der „Dazugekommene“ Radelfahrer fühlt sich ganz wichtig. Schließlich hat er ja die Musungus ("Weißen") hierher gebracht. Er schleust uns im Zickzack durch’ s Dorf. Doch die schmalen Wege zwischen den Hütten, die für einen Radfahrer ohne Probleme zu nehmen sind, können für einen Bully ganz schön beschwerlich sein. Um Haaresbreite hätte Frank eine der Hütten gerammt. Oh Schreck, ich glaube, da hätten wir ganz schön Ärger bekommen. |

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