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Liegt’ s nun daran, dass ich vom Frühstück noch satt bin oder liegt’ s daran, das mich angesichts der beobachtenden Blicke das schlechte Gewissen plagt. Auf alle Fälle sind wir heute viel schneller fertig als die Tage zuvor.
Ilona macht eine kurze Bestandsaufnahme. Frühestens in vier Tagen haben wir wieder die Möglichkeit etwas einzukaufen. Bis dahin müssen wir mit unseren Vorräten zu Recht kommen. Auf einen Teil unserer Brotvorräte können wir aber getrost verzichten. Allerdings ist dann für heute Abend Brotbacken angesagt. Und der eingeplante Nachtisch muss auch nicht sein. Weißbrot und Melone sind zwar nicht gerade ein üppiges Mal aber unsere Zaungäste lassen es sich sichtlich schmecken.
Und als sie dann auch noch unsere leeren Cola-, Fanta- und Sprite- Dosen bekommen ziehen sie zufrieden weiter.
Später kommen wir durch Chikwa, einem etwas größeren Dorf. Hier findet gerade ein Markt statt. Die Volksfeststimmung wirkt nach den Tagen der Einsamkeit fast ein wenig fremd. Wir kommen an Verkaufsbuden mit Anziehsachen und an Ständen mit Gemüse und Obst und Gebrauchsgegenständen vorbei. Wir gewinnen den Eindruck, dass sich hier ganze Familienclans mit Kind und Kegel versammelt haben. Vorsichtig manövriert Frank unser Auto durch die Menschenmassen. Einige winken uns fröhlich zu. Doch die Meisten wirken eher distanziert. Wieder außerhalb begegnen wir festlich gekleideten Menschen, die alle in die gleiche Richtung ziehen. Von ihnen wird noch nicht einmal unser Winken erwidert. Eine Situation, die wir bisher überhaupt noch nicht erlebt haben.
Später hören wir von Ilona, dass da allem Anschein nach eine Trauergemeinde auf dem Weg zu einer Beerdigung war. Oh weh, da war unser fröhliches Winken natürlich mehr als unangebracht.
Und dann dauert es gar nicht mehr lange, bis wir zu einer auffälligen Palmenoase kommen. Sie ist nicht nur auffällig, sondern auch wunderschön. Logisch, das wir hier eine kleine Pause einlegen. Erst wird fotografiert und dann die Karte und der Hupe studiert.
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Irgendwo in der Nähe von Chama wollen wir unser heutiges Camp errichten. Also müssen wir weiter geradeaus fahren. Aus was auch immer für Gründen will Manfred einfach nicht auf den Hupe hören. Was soll’s, nehmen wir halt die Piste nach rechts. Eine kleine Expedition in unbekannte Gefilde ist doch auch mal ganz schön. Letztendlich kann uns nichts passieren. Wir haben ausreichend Essen und Trinken dabei und ein Dach über dem Kopf haben wir auch. Alles andere wird sich finden.
Nach etlichen Kilometern einsamer Fahrt, nur die Cassava-Felder erinnern daran das hier irgendwo Menschen leben müssen, kommen wir tatsächlich zu einer bescheidenen Hütte, die total Abseits von irgendeinem Dorf liegt. Davor spielen zwei kleine Kinder. Als wir näher kommen ergreifen sie fast panikartig die Flucht. Erst nach mehrfachen Rufen erscheint auf einmal ein Kopf in der Tür. Offenbar haben die Bewohner bei unserem unerwarteten Auftauchen den Schreck ihres Lebens bekommen. Haben sich hierher überhaupt schon mal Fremde verirrt? Dabei will Manfred doch nur wissen wohin diese Piste führt.
Erst als Ilona in das Geschehen eingreift werden die Verschreckten ein wenig zutraulicher. Eine ältere und jüngere Frau kommen ganz verschüchtert heraus und hinter der Hütte erscheint ein jüngerer Mann. Nach ein paar beruhigenden Worten erfahren wir, dass die Piste wohl irgendwo im nirgendwo enden wird. Ein Zeichen zur Umkehr.
Kurz vorm Losfahren kommt Silke die Idee, ein paar von ihren mitgebrachten Sachen zu verschenken. Bisher bot sich noch keine Gelegenheit dafür. Fassungslos hält die ältere Frau das Kleiderbündel auf ihrem Arm und wird wahrscheinlich gar nicht so richtig begreifen, was hier soeben geschehen ist.
Mit diesen Bildern im Kopf verlassen wir das idyllische, aber sehr einsame Fleckchen Erde in der Richtung, aus der wir gerade gekommen sind. Auf die Idee das alles zu fotografieren ist in dieser Situation keiner von uns gekommen. Ich glaube, damit hätten wir das Häuflein Menschen auch noch viel, viel mehr verschreckt.
Vorbei an der schönen Palmenoase erreichen wir dann über die im Hupe angegebene Piste das Dörfchen Tembwe.
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Mit einem kurzen Fingerzeig biegt Manfred nach links und bei der nächsten Gabelung nach rechts. Wenig später bleibt er verunsichert stehen. Nicht lange und wir sind wieder dicht umdrängt. Aber das sind wir ja mittlerweile gewöhnt. Ein kurzer Wortwechsel mit einem jungen Mann, dann bekommen wir das Zeichen zum rückwärts schieben. Wie ein wild gewordener Bienenschwarm springen die Herumstehenden in alle Richtungen davon. Ein zweiter junger Mann mischt sich ein und bietet sehr aufdringlich seine Dienste an. Obwohl Manfred ja eigentlich nur wissen wollte, welche Piste zum Luangwa führt, haben wir plötzlich zwei Begleiter. Trotz Einwände lassen sie sich nicht abschütteln. Und so fahren wir in gedrosseltem Tempo hinter den beiden Radfahrern her. |

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