 |
Als wir zurück in die Autos steigen gibt’s bei den meisten lange Gesichter. Für sie hätte Fotografieren und Filmen und das anschließende Anschauen noch ewig weitergehen können. Ich kann sie verstehen. Denn mir hat es mindestens genau so viel Freude wie ihnen gemacht. Unseren Besuch hier werde ich sicher nicht so schnell vergessen.
Noch eine Weile wird unsere Fahrt von „Sweety, Sweety“ -Rufen begleitet. Schon gestern hatte ich den Eindruck, das „Sweety, Sweety“ hier eher eine Grußformel als ein Betteln ist. Denn während der ganzen Zeit im Dörfchen haben wir kein einziges „Sweety, Sweety“ gehört.
Am Ende des Dörfchens kommen wir an einem Pfeiler mit einer netten Aufschrift vorbei. „Dzikomo“ (Geh in Frieden) – das werden wir tun. |
Kurze Zeit später wird es spannend. Vor uns liegt der Lundazi, der an manchen Stellen noch etwas Wasser führt. Um den klitschigen Untergrund zu stabilisieren hat man in der Furt Holzstämme und Stroh verlegt. Das Problem ist, dass die lockeren Stämme nicht nur quer, sondern vereinzelt auch in Längsrichtung liegen. Das Risiko, dass sich eine der Stämme unter den Fahrzeugen verklemmt ist groß.
Die Männer machen „Pistenbegehung“ und entfernen den einen oder anderen Stamm, der nicht richtig liegt. Anschließend gibt Manfred sein „Okay“. Um die Fahrzeuge nicht unnütz zu belasten nehmen wir die Furt zu Fuß. Verunsichert wate ich durch das langsam dahinfließende Wasser. Lauert hier Bilharziose -Gefahr?
Vor lauter Aufregung habe ich natürlich vergessen meine Sandalen auszuziehen. Hätte ich es mal lieber getan. Um die abenteuerliche Fahrt der beiden Fahrzeuge im Film festzuhalten muss ich mich von der hölzernen „Piste“ hinunter ins sandig schlammige Flussbett begeben.
Langsam rollen die beiden Bully’s an mir vorbei. Wie sich die Stämme unter ihrer Last klappert bewegen sieht ziemlich abenteuerlich aus. Toppen können das nur noch meine Füße samt Sandalen. Denn die sehen nach dem Verlassen des Flussbettes noch viel, viel abenteuerlicher aus. |
Nach vielen einsamen Kilometern kommen wir endlich wieder mal durch ein kleines Dörfchen. Hier werden die für das Luangwa-Valley typischen Fischfangkörbe hergestellt. Ich habe den Eindruck, dass die Menschen uns hier etwas verhaltener aufnehmen als in den Dörfern zuvor. Höchstwahrscheinlich verirren sich ins abgelegene nördliche Luangwatal nur recht wenig Weiße. Doch als Ilona erklärt, dass wir gern ihre Körbe anschauen wollen, werden sie sofort zugänglicher. Auf unterhaltsame Weise und mit viel Charme und Witz führen uns mehrere junge Burschen die Fertigung und den Gebrauch der Körbe vor. |

|