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Am Ziel werden wir von Ilona und Bettina und den Männern des Dorfes bereits erwartet. Zu Fuß waren die nämlich alle viel schneller als wir. Rings um uns herum herrscht hektisches Treiben. Büsche werden geköpft, der unebene Boden begradigt, störende Steine beiseite geschafft. Schließlich sind wir ja die Gäste des Dorfes und da sollen wir uns hier auch richtig wohl fühlen.
Der Chief hat alles fest im Griff. Und er weiß anscheinend auch genau, was Musungu - Herzen höher schlagen lässt. Er zeigt hinunter zu einer kleinen Sandbank und erklärt, dass dorthin immer Elefanten zum Trinken kommen.
Ruckzuck verwandelt sich ein abgeerntetes stoppeliges Cassava-Feld in eine luxoriöse Campsite, mit einem tollen Blick über den träge dahinfließenden Luangwa, der hier oben im nördlichen Luangwa-Valley natürlich viel schmaler ist. |
Währenddessen schauen wir uns erst einmal um. Ohne Zweifel haben wir für unsere zweite Wildübernachtung auch wieder ein sehr schönes Fleckchen gefunden. Die Männer des Dorfes haben ihr Werk vollbracht und der Chief hat ein angemessenes Trinkgeld bekommen. Nun liegt es an ihm es gerecht unter allen Beteiligten einschließlich der beiden Radelfahrer aufzuteilen. Der „Dazugekommene“ ist zwar ein wenig ungehalten und meint, dass er die ganze Strecke ja wieder zurückfahren muss. Doch Manfred bleibt hart. Schließlich hat er keinen der Beiden um dieses Geleit gebeten.
Im Angesicht der männlichen Dorfgemeinschaft errichten wir unser Camp. Und während wir es uns auf unseren Campingstühlen bequem machen haben sich die Männer nur wenige Meter entfernt am Rand des Feldes niedergelassen und nehmen uns und unsere Gebaren natürlich ganz genau im Visier.
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Inzwischen ist die Sonne untergegangen, doch noch immer macht keiner von ihnen Anstalten zu gehen. Nach der Devise, wer weiß, ob sich uns noch mal so eine tolle Gelegenheit bietet, Musungus aus allernächster Nähe zu beschauen, erwarten sie von uns sicher ein abendfüllendes Programm.
Den ersten Vertreibungsangriff startet Frank als er nur wenige Meter von ihnen entfernt seine Dusche nimmt. Zig Augenpaare starren gespannt auf das, was da passiert. Doch wegen einem duschenden weißen Mann ergreift hier keiner die Flucht. Wenn Frank damit nicht sogar das Gegenteil bewirkt hat. Womöglich hat er damit ihre Neugier erst so richtig geweckt. |
Wie auf einer Theaterbühne agieren wir im Licht unserer Lampen vor einem staunenden Publikum. Während wir die Vorbereitungen für’ s Abendessen treffen genehmigen wir uns ein Bier. Ihrem verblüfften Gesichtsausdruck folgernd sind wir sicher die ersten Frauen, bei denen sie das sehen.
Jeder spielt bei der Aufführung eine andere Rolle. Thomas schürt das Feuer, Karl-Heinz knetet den Teig für’ s Brot, Manfred schneidet Fleisch und Speck und wir Frauen machen uns ans kleinschneiden von Paprika, Zwiebeln, Knoblauch und Gurken. Heute abend soll’s für alle Fleischspießchen geben. |

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