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 | |  Eine Reisereportage von Uschi Poehler
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| In Afrika ticken die Uhren anders als anderswo. Man geht zeitig schlafen und ist dadurch auch zeitig wach. Und das im Urlaub. Die Meisten würden das wohl nie verstehen. Seit einer ganzen Weile höre ich es immer wieder ganz laut Grunzen. Doch diesmal kommt es nicht aus unserem Nachbarzelt. Das Schnauben und Grunzen kommt von viel weiter her. |
Neugierig werfe ich einen Blick hinaus. Im ersten Morgenlicht kann ich im breiten Flussbett des Luangwa doch tatsächlich ein Hippo sehen. Da hält uns natürlich nichts mehr im Zelt. Draußen ist es noch ganz still. So leise wie möglich versucht Karl-Heinz den Reißverschluss zu öffnen. Schließlich wollen wir die Anderen nicht in ihren Träumen stören. Noch ehe wir draußen sind gibt es bei Frank einen Ratsch. Hat er schon in den Startlöchern gesessen? Irgendwie hat es sich eingespielt, dass Frank und wir Zwei immer die Ersten sind. |
Eigentlich wollte ich ja gleich meine „Morgentoilette“ machen. Doch daraus wird erst mal nichts. Nicht weit entfernt, da wo wir gestern die Ködel gesehen haben, hat Karl-Heinz Elefanten entdeckt. Und die sind im Moment natürlich viiiiiiiiiel wichtiger. Getarnt hinter Büschen können wir sie eine ganze Weile beobachten. Auf leisen Sohlen ziehen sie langsam hinunter zum Fluss. Ohne Karl-Heinz seinen „Buschgang“ hätten wir sie sicher gar nicht bemerkt. Einen schöneren Start in den neuen Tag könnte man sich eigentlich nicht wünschen. Dabei hatte ich meine Hoffnung auf weitere Elefanten mit dem Verlassen des South Luangwa N.P. doch begraben. Und nun das. |
Kurz vor Sonnenaufgang steigen wir hinunter ins sandige Flussbett. Der Sonnenaufgang fällt zwar nicht ganz so spektakulär aus, dafür gibt es aber viele Elefanten zu sehen. Da wo der Luangwa noch fließt löscht eine große Herde gerade ihren Durst. Ihre „Wasserstandsmarken“ gehen fast bis zum Bauch. Ein Zeichen, dass an dieser Stelle noch ganz schön viel Wasser steht. Anschließend erklimmen die Dickhäuter das gegenüber liegende Ufer und verschwinden in den Weiten des North Luangwa National Parks. Ein kleines Kerlchen hat den Anschluss verpasst. Laut trompetend und mit flatternden Ohren rennt es hinter den Anderen her. Doch zwei umsichtige Tanten haben sein Verschwinden längst bemerkt. Mit einem Rüsselschups schieben sie ihn behutsam den Hang hinauf, der Rest ist für ihn dann ein Kinderspiel. |
Flussaufwärts, ziemlich weit weg entdecken wir eine weitere Herde. In der schnell höher steigenden Sonne wirken sie fast ein wenig geheimnisvoll. Ganz unerwartet ergreifen sie ganz plötzlich fast panikartig die Flucht. So etwas haben wir bei Elefanten ja noch nie erlebt. Außer einer Staubwolke ist von ihnen nichts mehr zu sehen. |

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