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Schweden im Winter – für viele ein Albtraum, wir aber wollten die langen Nächte und die eisige Kälte einmal selbst erleben! Zwischen dem 28. Oktober 2009 und dem 31. März 2010 reisten wir von Malmö im Süden bis Riksgränsen ganz im Norden des Landes. Wir übernachteten dabei meist in Ferienhäusern, aber ab und zu auch in Jugendherbergen. Es war der kälteste Winter seit Jahren, aber wir erlebten ihn als sehr sonnig.
Die winterlich dekorierten Siedlungen und das im flachen Sonnenlicht leuchtende Winter-Wunderland waren einfach magisch. Wir genossen die Stunden am Schwedenofen ebenso, wie die Spaziergänge mit dem Tretschlitten oder die Fahrt mit dem eigenen Wagen über das gefrorene Meer. Dieser erlebnisreiche Winter, unter den warmherzigen und gastfreundlichen Schweden, hat uns auch gezeigt, dass das Leben auch bei extremer Kälte in geordneten Bahnen verlaufen kann. Nur wegen Kälte, Eis und Schnee werden in Skandinavien weder Strassen noch Flughäfen gesperrt!
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1. Ankunft im Spätherbst
Während der letzten Jahre suchten wir im Herbst jeweils nach einem warmen Ort um den Winter zu verbringen, doch dieses Jahr sollte es anders sein! Wir wollten uns der Kälte stellen und entschieden uns in Schweden (und teilweise Norwegen) zu überwintern. Langsam reisten wir nordwärts und verbrachten die meiste Zeit in Ferienhäusern entlang unseres Weges.
Wir erreichten Schweden über den eindrücklichen 16 km langen Öresund Link, welche Kopenhagen mit Malmö verbindet. Die Strasse führt zuerst durch einen Untersee-Tunnel auf eine künstliche Insel. Von dort schwingt sie sich auf eine fast 8 km lange Brücke, welche schwindelerregende 57 Meter hoch über das Meer führt. Die vier Haupt-Pfeiler des beeindruckenden Bauwerks sind über 200 Meter hoch.
Von der Brücke aus sieht man gut auf die Lillgrund Windfarm, welche im Juni 2008 eröffnet wurde. Sie ist eine der grössten Offshore Windfarmen auf der Welt.
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Auf der Schwedischen Seite der Öresund Brücke brachte uns die Schnellstrasse bald ins Stadtzentrum von Malmö, welches wir am 28. Oktober 2009 besichtigten. Mit 280‘000 Einwohnern, die sich aus 150 Nationen zusammensetzen, ist Malmö die drittgrösste und auch multikulturellste Stadt des Landes. Als erstes besuchten wir das Stadtzentrum mit vielen schönen historischen Gebäuden. Auch die Altstadt Gamla Staden, sowie der alte Fischerhafen in der Nähe des Schlosses sind sehr reizvoll. Gleich neben dem Schloss befindet sich eine alte Windmühle. Sie steht in einem Park, welcher in den schönsten Herbstfarben leuchtete.
Es gibt aber auch beeindruckende Gebäude der Neuzeit, wie den Wolkenkratzer „turning torso”, welcher erst 2005 fertiggestellt wurde. Der berühmte Spanische Architekt Santiago Calatrava hat dieses 190 Meter hohe Gebäude, welches von unten bis oben um 90° verdreht ist, entworfen.
Noch bevor wir die Stadt um 16:00 Uhr wieder verliessen, konnten wir schöne Fotos im Dämmerlicht machen. Als wir im Regen weiterfuhren, war es gegen 17:00 Uhr schon recht dunkel.
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Nach einer Stunde trafen wir in Helsingborg ein, wo wir für die nächsten drei Nächte ein Zimmer in einer kleinen Pension gebucht hatten. Die Stadt mit ihrer langen Strandpromenade ist sehr einladend. Nach Sonnenuntergang wirkt die Altstadt (Gamla Stan) mit ihren vielen Geschäften und Restaurants entlang der mit Kopfstein gepflasterten Gassen ganz besonders attraktiv. Die schönsten und zugleich auffälligsten Gebäude sind das Rathaus, sowie der eckige Turm Kärnan. Zusammen mit den imposanten Stufen die sich romantisch zwischen Torbögen und Rundtürmen hinaufschwingen, bildet er die letzten Überbleibsel einer Burg, die einst über der Stadt thronte. Man muss der Burg aber nicht allzu stark nachtrauern, denn das Rathaus mit seinen dutzenden kleinen Türmchen macht den Verlust wett. Das imposante rote Backsteingebäude strahlte im flachen Sonnenlicht; ein wirklich beeindruckender Anblick!
Die Fähren, welche die nur 4 km breite Meerenge nach Dänemark überbrücken, legen direkt im Stadtzentrum an. Helsingborg hat einen bunten Markt und mehrere Parks. In Erwartung der Wintertemperaturen liess die Stadtverwaltung ihre Blumenständer mit Zierkohl bepflanzen.
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Sehenswürdigkeiten ausserhalb Helsingborgs
An unserem zweiten Tag schwärmten wir aus um die Umgebung zu erkunden, zuerst zu Fuss, dann mit unserem fahrbaren Untersatz. Auf unserem Spaziergang zum Sofiero Schloss im Nordwesten der Stadt, bewunderten wir die bunten Herbstbäume. Buchen, Eichen und Birken zeigten ein Feuerwerk goldbrauner Farben, in Konkurrenz mit kleineren Büschen die mit Rot und Grüngelb auftrumpften. |
Mitten aus dieser Farbpalette heraus leuchteten die roten Backsteinmauern des Schlosses über dem glitzernd blauen Meer. |
Hungrig von diesem langen Marsch kehrten wir in Helsingborgs Winterbad Palsjö zum Mittagessen ein. Vom hervorragenden Restaurant sahen wir auf das einzigartige Badehaus. Es besteht aus 36 kleinen Strandhäuschen, sowie ein paar grösseren Gebäuden, welche alle ein paar Meter vom Ufer entfernt, auf Pfählen über dem Wasser thronen. Die Leute gehen im Winter dorthin um sich in der Sauna aufzuheizen und danach im kalten Meer abzukühlen. Während unseres Essens sahen wir alle paar Minuten jemanden die Leiter hinunter steigen und ins Wasser eintauchen. |
Anschliessend fuhren wir zum malerischen Kulla Peninsula, wobei wir an der wunderschönen alten Windmühle Kullabygden bei Höganäs und im hübschen Fischerdorf Mölle vorbeikamen |
Mehr dazu im Reisebericht Skandinavien: charmant zu jeder Jahreszeit

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