 |
Quer durch Südamerika - Teil 2 Argentinien
Die Grenze zwischen Chile und Argentinien befindet sich am Paso Jama, die Grenzabfertigung ist aber gute 100km weiter. Sofort wird die Straße merklich schlechter und erst nach 2 Stunden, am frühen Nachmittag erreichen wir die Grenzstation von Argentinien. Das selbe Procedere wie in Chile. Wieder werden die Namen aufgerufen und die Leute stellen sich in einer langen Reihe an und das in der prallen Sonne. Diesmal haben wir weniger Glück da vor uns zwei Busse angekommen sind. Während wir um die Stempel kämpfen, filzt der Zoll den Bus. Erst nach 2 Stunden gehts weiter und es wird klar, daß wir Salta wohl erst in den Abendstunden erreichen werden. |
Salinas Grande
Die Fahrt führte weiter über die riesige, staubige Ebene des Altiplano und war landschaftlich überaus interessant. Irgendwann am späten Nachmittage überquerten wir auf einem Damm den Salinas Grande, einen riesigen, schneeweiß glänzende Salzsee . Leider war nur ein Foto durch das Busfenster möglich. Das ist halt der einzige, aber wesentliche Nachteil, wenn man mit dem öffentlichen Bus fährt. Sozusagen der Preis für die Bequemlichkeit, aber in solchen Augenblicken hätte ich es lieber etwas unbequemer und dafür ein gscheites Foto. Später ging es noch einmal rauf einen 4000m hohen Paß, man spürte den Druck in den Ohren. Auf der anderen Seite runter war plötzlich dichter Nebel. Schon im Finstern passierten wir Purmamarca und beim ersten Stopp am Busbahnhof von Salvador de Jujuy bestieg ich erstmals argentinischen Boden. Wenn auch nur zu einer Zigarettenpause, denn nach Salta sinds dann noch einmal eineinhalb Stunden. Ziemlich gerädert kamen wir um 9h in Salta an und weil es nicht weit war, gingen zu Fuß zum Hotel Petit. Ich ging noch mit dem Reiseleiter in die Innenstadt, suchte lange nach einem Geldautomaten und landete am Heimweg in einem Restaurant. Hier gabs das erste argentinische Bier und ein paar Empanadas. Am nächsten Tag war außer dem Aufenthalt in Salta nichts geplant. Das Wetter am frühen Morgen war schlecht. Ich packte das Stativ in den Rucksack und machte mich auf den Weg ins Zentrum. |
Convento de San Bernardo
Das erste Unterschied der mir auffiel, war die offensichtliche Armut der hier überwiegend indigenen Bevölkerung. Nachdem ich gut eine Stunde die Hauptsehenswürdigkeiten und vorallem den Plaza 9 de Julio fotografiert habe, kam dann doch die Sonne durch und in wenigen Minuten war es wolkenlos. Ich ging also zurück wie ich gekommen war und machte alle Bilder neu. Die erste Station war die Convento de San Bernardo. |
Convento de San Bernardo
Das Prunkstück des sonst eher schlichten Klosters ist die von Indios aus Algarrobo-Holz geschnitzte Tür, deren Inschrift auf das Entstehungsjahr 1762 hinweist. |
Plaza 9 de Julio
Der Hauptplatz, genannt Plaza 9 de Julio gilt als der schönste Argentiniens und erinnert mit seinen zahlreichen Kolonialbauten entfernt an den von Arequippa in Peru, ohne aber diesen zu erreichen. In der Mitte des viereckigen Parks steht ein Denkmal vor dem die kleinen Kinder mit den zahllosen Tauben spieln. Rund um den Park liegt eigentlich alles was Salta an kolonialen Sehenswürdigkeiten zu bieten hat. |
Zentrum
Wie in den meisten südamerikanischen Städten pulsiert das Leben am Hauptplatz. Salta hat auch noch eine von Geschäften gesäumte, recht beliebte Fußgängerzone. Dort kaufte ich mir einen Fotorucksack und ersetzte den verlorenen Objektivdeckel. In den schönen Kolonialgebäuden um den Hauptplatz sind die nobleren Restaurants. Rund um die Uhr wird am Plaza demonstriert. Auch wenn ich kein Spanisch versteh, der Ablauf läßt vermuten, daß hier die Opfer der diversen Militärdiktaturen beklagt werden. |
Kuppel der Kathedrale
Es wurde nun doch zunehmend heißer und von den vielen Kilometern durch die Stadt wurde ich langsam müde. Ich ging auf ein Bier in eines der Restaurants mit Blick auf die Kathedrale. Diese wurde 1860 gebaut, in den Dreissigerjahren umgebaut und wirkt mit ihrer rosaroten Fassade durchaus kitschig. Ich machte mich auf den Weg zurück zum Hotel, bog dann aber doch in das Restaurant ab, wo ich schon am Vorabend gewesen bin. Ich wollte eigentlich nur ein Bier trinken, bekam dann aber doch noch Hunger und bestellte mir ein "Lomo". Es war das mit Abstand beste Steak das ich je gegessen hab, wahrscheinlich deswegen weil die Argentinier nicht nur das beste Rindfleisch haben sondern das Steak mit einer Fettkruste machen und das Fleisch dadurch besonders saftig wird. Es war - wie in Südamerika üblich - eine gigantische Portion. |
Iglesia San Francisco
Der Weg zurück zum Hotel führte an der Iglesia San Francisco vorbei. Das ist die höchste Kirche Südamerikas und hat eine schwer mit Ornamenten überladene Frontseite. Ich legte mich eine Stunde aufs Ohr und ging durch den Park gleich gegenüber vom Hotel zur Talstation der Seilbahn auf den Cerro San Bernardo, dem Aussichtsberg von Salta. Oben stellte ich fest, daß in der Kamera kein Chip war. Ich hatte die Bilder auf die mobile Festplatte überspielt und stecken lassen. Und deshalb gibts davon auch keine Bilder. |

|