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| Die Frühjahrsreise 2005 führte für 4 Wochen nach Südamerika. Start war in Santiago, der Hauptstadt Chiles, weiter gings nach Vina de Mare und in die beeindruckende, legendäre Hafenstadt Valparaiso. Weiter Richtung Norden nach La Serena mit dem Tal del Equi, dem Weingebiet von Chile und dann in einer sehr langen Busfahrt durch die trockenste Wüste der Welt nach San Pedro de Atacama wo die Tatio-Geysire und das Valle de la Luna wohl den Höhepunkt der Reise bildeten, und das nicht nur topografisch. Über das Altiplano fuhren wir nach Argentinien und zunächst in die schöne Kolonialstadt Salta. Die Straße von Salta nach Cafayate führte durch großartige Täler. Von der nächsten Station, Tafi de Valle war ich weniger angetan und auch die lange Fahrt von Tucuman nach Posadas war eher beschwerlich. Nach einer Nacht in Paraquay und Besichtigung der Jesuitenruinen ging der Weg zurück nach Argentinien und dann Richtung Brasilien zu den Wasserfällen von Iguacu. Nach Curitiba gelangten wir nach Paranagua und da war die Überquerung des Kontinentes von West nach Ost beendet. Die Reise noch nicht, die führte weiter in das koloniale Bilderbuchörtchen Parati und nach Rio de Janeiro, der wohl tollsten Millionenstadt der Welt. |
Im März 2005 versank mein Heimatort im Schnee und nach wochenlangem, täglichen Schneeschaufeln war ich doch recht froh, endlich wieder unterwegs zu sein. Da der Rückflug wegen meines verlängerten Rio-Aufenthaltes erst kurz vor der Abreise bestätigt wurde, gabs diesmal auch keinen Anschlußflug mehr nach Frankfurt und ich mußte den Zug nehmen. Die Vorfreude war trotzdem groß da ich mir eine Woche zuvor nach langem Zögern eine neue Kamera geleistet habe. Ich war mit meiner Finepix zwar immer sehr zufrieden, aber man wird halt immer anspruchsvoller und die Auslöseverzögerung sprach dann doch für eine digitale Spiegelreflexkamera.
Im Fernsehen lief gerade das letzte Schirennen der Saison und die Entscheidung ging sich nicht mehr ganz aus. Bei dichtem Schneetreiben gings zu Mittag die paar hundert Meter zum Bahnhof Ebensee, nach Attnang Puchheim und nach endlosen Warten in Wels, da der Zug eine dreiviertelstunde Verspätung hatte, nach Frankfurt. Dort hatte ich noch genug Zeit für ein letztes Hefeweizen und ich war doch schon etwas müde, als gegen 22h der Lufthansflug nach Sao Paulo startet. Die Maschine war gesteckt voll und ich war nicht gerade ausgeschlafen als wir nach 12 Stunden in Sao Paulo landeten. Wir durften während des Auftankens die Maschine nicht verlassen, was für einen Raucher sowas wie die Höchststrafe ist. Wenigstens wurde neben mir der Fensterplatz frei, denn der Weiterflug nach Sao Paulo versprach interessant zu werden. |
Andenüberquerung
Der Flug war dann tatsächlich überaus beeindruckend. Das Wetter war gut und man hatte gute Bodensicht. Man konnte die Regenwälder Brasiliens, die Hochebene des Altiplanos mit seinen Salzseen gut erkennen und mir wurde bewußt, daß ich genau diese Strecke die nächsten 4 Wochen mit dem Bus retour fahren werde. Die ersten weißen Tupfer in Flurichtung waren das Signal, die Kamera startklar zu machen. Bald kam auch schon die Durchsage des Kapitäns, daß wir uns anschnallen müssen weil wir in Kürze die Anden überqueren würden und da mit Turbulenzen zu rechnen sei. |
Andenüberquerung
Ich hab mit dem Flieger ja immer wieder Gebirge überflogen, mehrfach den Himalaya und im Vorjahr auch den Everest-Rundflug gemacht. Aber an diesem Vormittag da passten eben auch Licht und Wetter perfekt und was dann folgte war schlichtweg atemberaubend und die wohl schönste Szenerie, die ich je aus einem Flugzeug erlebt hatte. |
Andenüberquerung
Einfach gigantisch wie sich die schneebedeckten Sechs- und Siebentausender unter dem Flieger ausbreiteten. Es war auch die erste Bewährungsprobe für die neue Kamera und schnell waren die ersten hundert Bilder am Chip. Und kaum waren wir über den Bergen, setzte der Flieger auch schon zum Sinkflug auf Santiago an. Am Airport erwartete uns der Reiseleiterder und langsam tröpfelten die anderen Reiseteilnehmer ein. Mit dem Bus gings dann eine gute Stunde zum Hotel Principado, einem recht guten Mittelklassehotel nicht weit vom Zentrum Santiagos. Wir vereinbarten eine Stunde Pause und dann einen Stadtbummel der sinnvoller weise mit dem Besuchs eines Bankomaten begann. Gelddrücken ist in Santiago absolut problemlos, es werden sowohl Visa, Mastacard, ja sogar die Euroscheckkarte akzeptiert. |
Im Zentrum
Die Hauptstadt Chiles macht einen durchaus europäischen Eindruck. Es ist ja fast überall so, daß die Haupstadt das wirtschaftliche Zentrum eines Landes ist, aber für Santiago und Chile trifft das mehr als überall sonst zu. In dieser Stadt lebt immerhin ein Drittel der Bevölkerung Chiles. Es war an diesem frühen Nachmittag doch etwas dunstig oder war es doch eher der Smog. Von der angeblich so sensationellen Lage der Stadt am Fuße der Andengipfel bekamen wir wenig mit. Wir gingen von unserem Hotel die Avenida Mackenna entlang und bogen beim Plaza Italia nach links auf die Avenida O´Higgins, die breite Hauptdurchzugsstraße Santiagos, ab. Sie ist von einem Mix aus modernen Bürobauten und ganz wenigen Kolonialbauten geprägt. Chile ist Erdbebengebiet und deshalb findet man auch in Santiago nur ganz wenige Bauten die älter als 150 Jahre sind. |
Cerro Santa Lucia
Inmitten einer großen Parkanlage liegt der Cerro Santa Lucia. Um diesen 69m hohen Hügel wurde die Stadt 1541 gegründet. Wir stiegen den Hügel hinauf, über Treppen kommt man zu einer kleinen Kapelle und oben ist dann eine Aussichtsplattform. Die Temperatur war recht angenehm und trotzdem kamen einige in der Gruppe beim Aufstieg ganz schön ins Schwitzen und Schnaufen. |
Blick vom Cerro Santa Lucia
Von oben hat man einen recht beeindruckenden Ausblick über Teile der riesigen Stadt. Und am Horizont sah man die Schneegipfel der Anden nun doch zunehmend deutlicher durch den Smog schimmern. |
Iglesia de San Francisco
Weiter gings entlang der Avenida O´Higgins, vorbei an der Nationalbiblothek und modernen Bürobauten zur Iglesia de San Francisco, der ältesten Kirche Santiagos aus dem 16. Jahrhundert. Die Kirche selber ist wenig spektakulär und inmitten der riesigen, modernen Bürobauten rundum eher unscheinbar. |

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| Leserkommentare: | | ![]() Dein Reisbericht hat mir sehr gut gefallen.
Nächstes Jahr möchte ich eine ähnliche Tour, also Chile, Argentinien, Brasilien mit meiner Freundin machen. Wir haben auch etwa einen Monat dafür eingeplant. Wie ist deine Erfahrung, war es sehr stressig oder reicht die Zeit aus? klar, dass man noch viel mehr sehen könnte, aber ist es realistisch in dieser Zeit ohne viel Hektik, viel zu sehen?
gruß
Michael(Verfasser: Michael) | | sehr gut |  |
|  | | ![]() Hallo Herr Frey,
Danke für die wundervollen Fotos meiner alten Heimat, die ich immernoch im Herzen trage. - Ich bin in Chile aufgewachsen, liebe dieses Land sehr! Ich habe in Santiago, Antofagasta/Mantos Blancos (Kupfermine) und Concepción gelebt. Vor 2 Jahren war ich nach 40 Jahren endlich mal wieder in Chile, es hat sich natürlich unglaublich verändert. Vor allem Santiago, wo ich bei der Ankunft glaubte in Dallas oder Denver gelandet zu sein *lächel*...
Für Ihren Reisbericht herzlichen Dank!
Chile ist absolut eine Reise wert, denn es trägt als Land, alle Landschaften der Welt in sich :-)
Liebe Grüße
Gabriele Bode (Verfasser: Gabriele Bode) | | sehr gut |  |
|  | | Gesamtbewertung: | sehr gut |  |
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