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Auf dem Grey Mountain
So war ich am folgenden Morgen früh wach, sah das hervorragende Wetter und fasste spontan den Entschluss noch einen Tag in Whitehorse zu bleiben. Und zwar wollte ich auf dem knapp 1.500 Meter hohen Grey Mountain wandern, dem Berg hinter Whitehorse. Erst mal musste ich mit dem Auto dorthin fahren. Es ging durch den Vorort Riverdale und dann den Grey Mountain hoch. Sie endete an einer Antennen- und Radiostation fast auf dem Berggipfel. Ich war ganz alleine und sah niemanden. Der Gipfel war von Nebel und tief dahin ziehenden Wolken verdeckt, die eine mystische Stimmung erzeugten. Dazu wehte ein starker Wind. Als die Sonne sich endlich durch gearbeitet hatte, glühte der von dichtem Buschwerk bewachsene Berg richtig auf. |
Ich lief mitten durch diese Farbenpracht zum Gipfel. Von dort hatte ich einen herrlichen Blick auf Whitehorse mit seinen ganzen Vororten. Die Sicht reichte wohl über 100 Kilometer vom Marsh Lake im Süden bis zum Lake Laberge im Norden. Dazwischen zogen sich das breite Band des Yukon Rivers und das schmalere Band von Alaska bzw. Klondike Highway dahin. Ich war total begeistert. Wenn man bedenkt, dass ich zum siebten Mal im Yukon war und es zum ersten Mal geschafft hatte, den Berg vor der Haustür von Whitehorse zu bewandern. Ich lief auf dem langen Grat des Berges weiter Richtung Norden. Es ging runter, hoch, runter und so weiter. Zwischendurch wurde die Stille, die hier oben herrschte, von Schüssen unterbrochen: Die Schießanlage von Whity liegt halt ebenfalls am Grey Mountain. |
Nach etwas mehr als zweieinhalb Stunden erreichte ich das nördliche Ende des Bergmassivs. Ich ruhte mich im Windschatten aus, sonnte mich und genoss die fantastische Aussicht. Auf dem Rückweg schaute ich mehr zur anderen Seite des Berges. Hier, immer noch ganz nah bei Whitehorse, fing die weglose Wildnis an, mit weiteren Bergen, ewigen Wäldern, Flüssen und Seen. Die Sonne hatte den Kampf mit den Wolken für sich entschieden und in ihrem gleißenden Licht, funkelten die Seen wie Edelsteine. Mit ihrem klaren Wasser, das den Boden darunter aquamarinblau aussehen ließ und breiten, fast weißen Sandstränden erinnerten sie mich mehr an die Karibik als die Subarktis. Gerade rechtzeitig kam ich bei Rusty an. Es war nämlich Sonntag und gegen 14 Uhr zogen ganze Familienhorden, mit Kindern, Hunden und anderen Unannehmlichkeiten über den Berg und stürmten durch das Gelände. |

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