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Eine Reisereportage von Berthold Baumann

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Ich paddelte weiter am Ufer des Sees entlang und sah eine weitere schöne Angelstelle. Nur so zum Spaß warf ich mal die Angel rein und schon biss einer. Gaben die Kanadier ihren Fischen eigentlich nichts zu fressen oder was war los? Auch der machte sich los, mitsamt Stahlvorfach und Blinker. Nun hatte ich keine Stahlvorfächer mehr und ließ das Angeln. In Whitehorse würde ich mir erst mal eine stärkere Schnur besorgen. Falls jemand von euch am Sidney Lake mal Hechte mit Blinkern im Maul fängt: Die gehören mir (also die Blinker).



Weiter paddelnd fand ich noch einen verborgenen Teil des Sees. Nach dessen Erkundung – bei der ich in der Entfernung ein Wolfsrudel heulen hörte – ging es zurück zu Rusty. Dabei sah ich auch endlich das Pärchen Loons und zwar mit zwei Jungen. Ich wetterte den Regen im Auto ab, bevor ich mich über den Hecht her machte. Mann, war der Bursche lecker. Ich konnte gar nicht nachvollziehen, dass einigen Hecht zu streng schmeckt.

Im Schlamm



Nachts regnete es, doch am Morgen sah es ein wenig besser aus. Weiter ging es. Schon nach wenigen Kilometern fand ich wieder eine alte Minenstraße, der ich folgen musste. Da ging die ganze Schüttelei von vorne los. Gerade als ich so langsam in die Berge kam, musste Rusty passen. Wir fuhren eine steile Steigung hoch, die so durchnässt war, dass die Räder durchdrehten. Ich stieg aus und wollte zu Fuß weiter, aber ich rutschte ebenfalls dauernd weg. Tja, müsste ich noch mal hierhin kommen, wenn es etwas trockener wäre. Anstatt die South Canol Road abhaken zu können, hatte ich eher mehr mögliche Offroadabenteuer und Wanderungen ausgemacht.



Von der Stelle wegzukommen war auch recht schwierig, da Rusty immer wegrutschte. Doch irgendwann stand er mit der Schnauze nach vorne und wir rollten runter. Insgesamt waren wir 13 Kilometer in den Busch vorgedrungen und die mussten wir jetzt wieder zurück. Um euch mal eine kleine Vorstellung davon zu geben, was das für eine Fahrerei war: Ich brauchte pro Strecke ungefähr eine Stunde. Mittlerweile war die Sonne heraus gekommen und alles machte viel mehr Spaß. Ich fuhr noch einige weitere Nebenstraßen, aber die endeten entweder irgendwo komplett oder führten wieder zurück zur South Canol Road, so dass ich vermutete, dass das die alte Piste war.



Ich näherte mich dem Ende der South Canol Road. Am 4 Mile Creek, also etwa 6,5 Kilometer vor dem Ende, bog ich zum Breath of wilderness B&B von Claudia und Matthias ab. Hier wollte ich das Kanu und einige Klamotten lassen, die ich beim Trampen nicht mitnehmen konnte. Leider waren die beiden nicht da, aber wir hatten vorsorglich per E-Mail besprochen, dass ich in diesem Fall trotzdem meine Sachen dort lagern könnte. Ich fuhr jedoch erst mal nach Johnsons Crossing, um mir etwas süßes ungesundes rein zu ziehen. Dann fuhr ich das kurze Stückchen wieder zurück, falls die beiden doch noch auftauchen sollten. Etwa 500 Meter vor dem B&B hatte ich einen inoffiziellen Campingspot mit Zugang zum See ausgemacht. Dort las ich ein wenig und kochte mir ein Essen. Gerade als das fertig war meinte ein winziges Wölkchen genau über mir Wasser auf die Erde fallen lassen zu müssen. Frechheit.



Eigentlich hätte ich hier bei Johnsons Crossing auch noch einige Wanderungen machen können, aber irgendwie war bei mir (und nicht etwa bei Rusty 3) die Luft raus. Also säuberte und sortierte ich meine Ausrüstung genauestens, legte sie dann mit dem Kanu beim B&B ab und fuhr nach Whitehorse.



 

© Berthold Baumann, 6 Einträge im Gästebuch von Berthold Baumann
Kanada ist ein Spezialgebiet von Berthold Baumann.






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