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Eine Reisereportage von Berthold Baumann

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Auszug aus meinem Buch "On Yukon time"

Yukon Rundmails - Teil VII

  Prachttaucher - Arctic Loon  

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Dann fiel mir ein, dass Loons ja recht neugierig sind. Also zeigte ich mich, schwenkte die Arme und warf die Kappe in die Luft. Dazu gab ich noch einige unartikulierte Laute von mir. Das Ganze natürlich erst, nachdem ich mich vergewissert hatte, dass kein Mensch in der Nähe war. Die halten mich doch eh schon alle für bescheuert. Auf jeden Fall klappte es. Die Loons wurden ganz aufgeregt, schwammen näher ran und stießen nun ihrerseits Laute aus, die dem des gemeinen Loons nicht im geringsten ähnelten. Jetzt konnte ich endlich Fotos aus der Nähe schießen und die Unterschiede zum gemeinen Loon erkennen, besonders den grau gefiederten Kopf. Zwischendurch musste ich wieder rufen und Verrenkungen ausüben, damit sie in der Nähe blieben. Dabei jagte ich zwei Filme durch. Wie schrieb Robert Service noch: „Crazy as a loon ...“


Ross River wird beliebter



Ich fuhr nach Ross River rein um zwei Dinge zu verifizieren: Wie mir das deutsche Ehepaar ebenfalls erzählt hatte, war der Sprit am Indianerladen nämlich 0,16 $ pro Liter billiger als an der anderen Tanke. Und außerdem gibt es eine Straße, die direkt von Ross River zur South Canol Road ohne Umweg über die Zufahrtstraße und den Campbell Highway führt. Man lernt doch nie aus. Das Ganze ließ Ross River bei mir in der Beliebtheitsskala um 0,00000000000001375987 Punkte steigen.

  Lapie River Canyon  

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Morgenstund hat Gold im Mund. Da ich ja eh am Silver Trail wohne begnügte ich mich mit Silber. Immerhin schien jetzt die Sonne in den Lapie River Canyon, was ich direkt für die Nachwelt fest hielt. Außerdem lief ich den Trail am Canyon entlang. Das klare, grüne Wasser mit weißen Schaumkronen, die gelblich-grauen Felsen, die grünen Bäume und der blaue Himmel mit ein paar kleinen Wolken lieferten tolle Kontraste. Eigentlich wollte ich da ja auch noch ein Hügelchen hoch, aber ich suchte nach einem besseren Einstieg und irgendwann war es vorbei und es stand wieder zu viel Wald im Weg. Also später mal.


Reger Verkehr



Ich fuhr recht langsam weiter. Zum einen weil ich nach einer kurzen Wandermöglichkeit oder einer Nebenstraße zum Befahren suchte und zum anderen weil ich bei dem geilen Wetter natürlich jede Menge Bilder schoss. Außerdem herrschte reger Verkehr. In zwei Stunden kamen mir bestimmt fünf Autos entgegen. Für die Canol Road ist das recht viel. Eine viel versprechende Nebenstraße führte zu einem indianischen Jagdcamp, eine andere zu einer Hütte.



Doch einen Kilometer hinter dem Bacon Creek war es endlich soweit. Eine Nebenstraße führte in ein Tal und von dort führte ein Wanderweg weiter. Wahrscheinlich der Weg zum Mt. Cook. Ich machte mich marschfertig und los ging es. Der Weg selber war zwar schmal aber gut. Zumindest auf dem Boden. Von links und rechts wuchsen nämlich Büsche rüber, die ich mit Armen und Händen zur Seite schieben musste. Ich kam mir vor wie beim Brust schwimmen oder Klein-Moses, der im Wald übt das Rote Meer zu teilen.



Es ging ein wenig rauf und runter, bis ich schließlich zu einem Bach kam. Wahrscheinlich hätte ich den überqueren müssen, um weiter zu kommen. Mit Turnschuhen unterwegs, schien mir das keine so gute Idee zu sein. Gute Ausrede, oder? Die könnte ich bestimmt noch ein paar mal gebrauchen. Nee, ich hatte keinen Bock mehr auf Bush whacking und das schien mir noch eine ganze Weile so weiter zu gehen. Zurück bei Rusty 3 hatte ich immerhin für eine Stunde die Beine bewegt. Meine Arme waren zerkratzt, als hätte ich versucht eine Katze (nein Anselm, nicht Flecki) zu vergewaltigen.



Der See ist rund zwei Kilometer lang und maximal 250 Meter breit. Rings um mich herum waren Berge und die Sonne schien dazu. Herrlich. Ich musste ein wenig gegen den Wind ankämpfen, was mit dem leeren Kanu gar nicht so einfach war. Nah an einer mickrigen Insel vorbei wurde ich von Küstenseeschwalben angegriffen, die dort wohl ihr Nest hatten. Ich kam zum Seeende und sah jede Menge Kreise auf dem Wasser. Fische. Also schmiss ich den Blinker aus, hatte aber keinen Erfolg. So fuhr ich in den Bach gegen die geringe Strömung ein. Das Wasser war glasklar und ich sah die Fische vor dem „gelben Hai“ flüchten.




 

© Berthold Baumann, 6 Einträge im Gästebuch von Berthold Baumann
Kanada ist ein Spezialgebiet von Berthold Baumann.





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