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| Einmal dort am Nordkap stehen, einmal das Erleben worüber andere nur Reden, und das auf zwei Rädern. Achttausenddreihundertzwanzig Kilometer- das klingt nicht nur wie ewig weit weg, das ist auch irgendwie ewig weit weg. Für nicht wenige Motorradreisende ist der Name Programm: Weg nach Norden. Norwegen ist überhaupt ein Paradeland für Entdeckungen mit dem Motorrad, denn die Sehenswürdigkeiten bietet die ständig wechselnde Landschaft. Der Urlaub hoch im Norden ist allerdings nicht bei den Sonderangeboten zu finden. Die Faszination beginnt damit, dass Norwegen eigentlich wie Grönland unter ewigem Eis liegen müsste. Nur dem Golfstrom ist es zu verdanken, dass man dieses Land bereisen kann, ohne an einer Polarexpedition teilnehmen zu müssen. Beinahe nach jeder Straßenkurve tun sich neue, faszinierende Ausblicke auf. Das Verhältnis vieler Besucher zu Norwegen ist oft von tiefer Ahnungslosigkeit geprägt. Und dann ist da noch die Mitternachtssonne, das ganz besondere Erlebnis einer Nordlandreise. In der Heimat der Wikinger schläft man in den Sommernächten nicht, sondern geht zum Träumen an den Strand. Dafür haben die Menschen soweit oben im Norden in den Wintermonaten allerdings zwei Monate lang nur Licht aus der Steckdose. |
The Team: Angelika + Karl-Heinz Mayer BMW K 1100 LT
Karten von Kümmerly & Frey 1 Süd Norwegen (Oslo-Stavanger-Bergen)1:325000 2 Mittel Norwegen(Oslo-Bergen-Ålesund)1:325000 3 Mittel Norwegen(Ålesund-Trondheim-Namsos)1:325000 4 Mittel Norwegen(Brønnøysund-Narvik) 1:400000 5 Nord Norwegen (Tromsø-Kirkenes) 1:400000
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So. 04.07.99 – Siegburg – Hirtshals
Abfahrt: Siegburg 06:01 Uhr Siegburg , Wuppertal , Osnabrück , Bremen , Hamburg , Kiel , Flensburg , Dänemark Kolding , Ahrhus , Alborg , Hirtshals. Ankunft: Hirtshals 16:30Uhr Tageskilometer: 988 Km
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Unsere Reiseroute
Um 04:00 Uhr standen wir auf, das übliche Ritual - Duschen, Frühstücken, Packen. Das Gepäckproblem ist nicht so groß, wie man zunächst glauben möchte - es ist noch größer. Wenn man sogar für das Nötigste keinen Platz hat, muss man sich eben auf das Unnötige beschränken: Videokamera, Würfelspiel, usw. Noch ein wenig müde, aber in bester Laune starten wir gegen 06:00 Uhr Richtung Norden. Die Sonne strahlte und wir waren froh, dass es endlich losging. Um nach Skandinavien zu gelangen, wählten wir auch heute den Weg über Hamburg nach Dänemark. Zunächst mal mussten rund 988 Autobahn – Kilometer abgesessen werden, hoffe dass die vier Buchstaben sich daran gewöhnen werden. Die BMW fuhr trotz des vielen Gepäcks sehr ruhig der Mitternachtssonne entgegen. Auf der Autobahn in Dänemark heben wir fast ab, es schüttet und windet ohne Ende. Im Hafen von Hirtshals an der Nordspitze Dänemarks angelangt, hinterließen wir im Color Line Büro eine riesige Pfütze. |
Mo. 05.07.99 – Hirtshals – Kvavik
Abfahrt: Hirtshals (Fähre Color Line) 08:00 Uhr Ankunft: Norwegen Kristiansand 12:15 Uhr Kristiansand , Vagsbygd , Höllen , Mandal , Vigeland , Cap Lindesnes , zurück bis Spangereid , Kvavik . Ankunft: Campingplatz Kvavik 17:00 Uhr Tageskilometer: 144 Km Endstand 1132
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Im fast leeren Dick - Schiff könnte man Rennen fahren
Nachdem wir am anderen Morgen über die steile stählerne Rampe in den Bauch der MS Christian IV unser Motorrad fahren, erhalten wir vom Fährpersonal ein Hanfseil um unser Motorrad zu verzurren und ich ahne nicht wie oft ich das in den nächsten Wochen noch tun werde. Anschließend bringen wir Teile unseres Gepäcks zu unseren Sesseln und gehen aufs Sonnendeck um unsere Ausfahrt mit dem 21.699 BRT Koloss aus dem Hafen zu beobachteten. |
Über den Skagerak Richtung Norwegen
Mit dem Fährschiff sind wir in gut vier Stunden über das Skagerak nach Kristiansand geschippert. Die Überfahrt nach Norwegen war unspektakulär – strahlend blauer Himmel und eine ruhige See, fängt ja schon mal richtig gut an. Eine Seefahrt macht den Kopf frei, schafft Raum für das Sammeln neuer Eindrücke und neuer Abenteuer. |
Im Hafenbecken
Endlich öffnet sich die Bugklappe gegen 12:15 Uhr am Montagmorgen Anfang Juli und ließ viel frische Luft ins Autodeck, zwischen die in mehreren Reihen vor sich hindieselden Lkws und Reisebusse. Als wir von Bord rollen und die Straßen von Kristiansand befuhren, waren wir von der Ruhe, und der lockeren langsamen Fahrweise der Norweger überwältigt. Den Grund dafür fanden wir sehr schnell heraus, es waren die vielen Radarkontrollen, die uns befahlen die Höchstgeschwindigkeitsbegrenzung einzuhalten. Tempo 80 ist zugelassen, daran halten sich die meisten Norweger, nur die LKW – Fahrer sind schon mal schneller unterwegs. Die Strafen für zu schnelles Fahren sind drastisch. Also, strikt 80 was mir zunehmend leichter fällt, denn die Ruhe der Landschaft färbt ab. Der absolute Horror: 20 km/h Überschuss kosten 250 Euro und den Führerschein. |
Kap Lindesnes
Auf der Weiterreise entlang der Südküste erscheint uns der Weg über die küstennahe R 456 reizvoller, als der schnellere Weg über die E 39. Hier, im Sørland liegt Norwegens Riviera. Ihre untypisch weißen Häuser und Straßencafes bringen Risør, Tvedestrand, Arendal, Grimstad und Mandal tatsächlich einen Hauch von Mittelmeer. Um uns das anzusehen reisen wir auf den kleinen Küstenstraßen, vorbei an Blaubeerstauden, Birkenwäldchen und kleinen Bauernhöfen. Nach ca. 2½ Stunden kamen wir in Mandal an. Mandal, die “südlichste Stadt Norwegens“ liegt an beiden Seiten der Mündung des Mandalselva, Lokale sind jedoch kaum vorhanden. Entlang einer herrlichen Felsküste windet sich die Straße 460 schmal und kurvenreich meist unmittelbar an der Küste durch eine schöne felsdurchsetzte Landschaft hinaus zum Kap Lindesnes, dem südlichsten Festlandpunkt Norwegens auf 57° 58´ 53“ nördlicher Breite. Über einen Fußweg gelangen wir zum Leuchtturm der 1915 in Betrieb genommen wurde und gegen Eintritt bestiegen werden kann. Außerdem sind noch Reste von Wehrmachtsbunkern aus dem 2. Weltkrieg übrig geblieben. |

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| Leserkommentare: | | ![]() Hallo nach Siegburg,
super Reisebericht, konnte mir viele interessante Infos rausziehen. Ich habe im Juli/August eine ähnliche Tour vor, von NRW (Waldbröl) nach Dänemark, mit der gleichen Fähre wie ihr nach Norwegen rüber, rauf bis zum Nordkapp, rüber nach Nordfinnland und entlang der schwedischen Ostküste zurück gen Süden.
Das ganze allerdings auf vier anstatt auf zwei Rädern, wobei der Fokus wie auch bei euch Motorradfahrern ebenfalls auf engen, serpentinenreichen Bergstraßen liegt. Dank Eurem Reisebericht konnte ich meine Route jetzt nochmal um ein paar solcher Straßen ergänzen.
Vielen Dank für's Schreiben und Veröffentlichen!
Grüße aus dem Bergischen,
-dp
(Verfasser: D. Peitgen) | | sehr gut |  |
|  | | ![]() Hallo Karl-Heinz,
in dieser Seite steckt eine richtige Fleissarbeit - Herzlichen Glückwunsch.
Ein Freund hat mir grade per mail von seinem Wunsch erzählt, im nächsten Jahr mit dem Moped nach Norwegen zu fahren. Im ersten Moment hab ich gedacht "...der spinnt" und mal bei Google Norwegen und Motorrad eingegeben. So bin ich auf die Seite gekommen.
Nun steh ich erst am Anfang meiner virtuellen Norwegentour, aber Dank der vielen Infos von einem begeisterten Biker, beginnt die Sache richtig Spaß zu machen.
Liebe Grüße und weiterhin so tolle Touren (beschreibungen)
sendet Anne aus Duisburg
(Verfasser: Anne) | | sehr gut |  |
|  | | ![]() Ein toller Reisebericht, der macht wirklich Lust auch dahinzufahren ;-)(Verfasser: Petra Kaiser) | | sehr gut |  |
|  | | Gesamtbewertung: | sehr gut |  |
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