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18. Tag Mittwoch den, 26.7.00 Newcastle / Rush - 218 km
Newcastle , Mourne Mountains, Rostrevor , Newry , R 173 Omeath , Carlingford , Dundalk , N1 Castlebellingham , links R 166 Togher , Port , Termonfeckin , Drogheda , Balbriggan, links R 127 , Skerries , Rush .
Als ich beim Aufwachen durchs Fenster schaute, sah ich die Sonne durch eine Anzahl von Wolken hervorlugen. Das Frühstück hatten wir für 8:00 Uhr bestellt und ließen es uns auch schmecken. Es dauerte heute etwas länger, da wir uns sehr angenehm mit einem älteren amerikanischen Paar über unsere Reiseerlebnisse unterhielten. Wenn meine Frau mich nicht an die Uhrzeit erinnert hätte, dann hätte ich mich so richtig festgeschwatzt. Ja, das können Männer auch. Weiter fuhren wir südlich von Newcastle über die bergigeren Gebiete der Mourne Mountains die etwa 600 Meter hoch liegen. Diese Berge gehören zu den beliebtesten Wanderregionen des Nordens, mit spektakulären Ausblicken auf die Küste und sehr gastfreundlichen winzigen Dörfern. In Rostrevor stießen wir wieder auf die A2 die uns nach Wärrenpoint brachte. Am Ende des Carlingford Lough gibt es zwar eine Fähre aber wir konnten nicht in Erfahrung bringen ob es nur eine Personenfähre ist die hier verkehrt. So ging es über Newry nach Omeath und bevor wir dessen Ort erreichten, fuhren wir wieder in die Republik Irland ein. Ich könnte nicht sagen dass es sich nicht gelohnt hat Nordirland zu durchfahren, aber trotzdem kam eine gewisse Erleichterung über uns als wir dieses Land verließen. Die Küstenstraße ist auch hier unberührt und wunderschön. Auf der Hauptsraße A1 fahren wir weiter in Richtung Dublin bis nach Castlebellingham und kauften in einem klitzekleinen Tante Emma Laden unser Mittagessen ein. Anschließend Bogen wir in die R166 ein die uns an die Küste nach Port brachte. Dies wurde unsere letzte Rast an einem herrlich abgelegenen Strand den wir bei strahlendem Sonnenschein genießen durften. Wir erinnerten uns immer wieder an die Natur, die vielen wunderschönen menschlichen Erlebnisse und deren Gefühle. Die R166 brachte uns anschließend weiter nach Drogheda und wir bogen links auf die N1 in Richtung Dublin ab. In Balgriggan bogen wir auf die R 127 und gelangten in dem kleinen Ort Rush. Die Zimmersuche gestaltete sich schwieriger als sonst, da das Angebot ziemlich klein ausfiel. Hier erlebten wir einen der familiärsten Pubs in Irland. Neben mir auf der Couch saß ein Anstreicher in seiner Arbeitshose sowie ein gutgekleideter Mann im Anzug mit Krawatte und Kinder liefen umher während noch drei Fernseher liefen. Wir fühlten uns wie zu Hause im Partykeller. Spektakuläres gab es nicht mehr und unsere Gedanken wandern schon in Richtung Heimat . |
Rast am Dunany Point
Wenn ich in den Motorrad Zeitschriften die Tests über neue Tourer lese dann muss ich mich immer amüsieren. Ich habe noch nie einen Test gelesen wo zwei Personen auf einem Motorrad zu finden waren und Gepäck für 3 – 4 Wochen brauchen diese Testpersonen schon garnicht.
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19. Tag Donnerstag den, 27.7.00 Rush / Rosslare - 228 km
Rush , Dublin , Tallaght , Killakee , Sally Gap , Laragh , Rathdrum , Arklow , Gorey , links R 741 , Kilnamanagh , Castlebridge , Wexford , Rosslare.
Am Abend zuvor war uns mit Wehmut klar geworden, dass wir das Land bald wieder verlassen müssen. Es bleibt uns nur noch ein Tag, bevor uns die Fähre wieder verschluckt und hoffentlich wieder ausspuckt. Am Morgen vertreibt eine lachende Sonne jegliche mystische Stimmung. Der letzte Tag unserer Reise führt uns zu unserem Ausgangsort und Fährhafen nach Rosslare zurück. Da wir nicht nach Dublin wollen fahren wir auf den Autobahnring und umfahren die Stadt. Die Autobahn hörte in Talaght auf da ich mich falsch orientiert hatte gelangte ich leider doch in die Stadt Dublin, oh graus. Mein Schutzengel hatte aber aufgepasst und mir einen rettenden Motorradfahrer vorbeigeschickt. Es war sogar ein Motorradfahrender Kurierdienst auf seiner BMW K 75 der sich so gut auskannte wie in seiner linken Westentasche. Zuerst wollte er mir den Weg erklären, merkte dass es wenig bringen würde und Lotste mich durch Dublin. Meine größte Schwierigkeit lag darin an ihm dranzubleiben, denn es ging links und rechts an den Pkws in einem Affentempo vorbei. Hier habe ich mal wieder erlebt was es heißt mit einem Motorrad, anstatt einem Auto unterwegs zu sein. Ich denke oft an diesen jungen Mann der uns auf unseren Weg zurück brachte. Weiter führte unsere Route durch die Wicklow – Mountains: über die sanft ansteigenden Hügel von lila blühendem Heidekraut bedeckt. Nirgendwo stoßen wir auf Hektik, nirgendwo auf Drängelei. Das Leben scheint außerhalb Dublin wieder ohne Definition der Zeit zu verlaufen. Auf der Nationalstraße machten wir wieder Strecke, steuern in Rosslare wieder auf unser erstes Quartier zu und nehmen langsam Abschied von Irland. Am Abend bei einem Guinness (was sonst) überlegen wir, was uns an unserer Irlandreise am besten gefallen hat. Als wir den uns fröhlich zuprosteten Gesichtern der Iren in die Augen schauen, wird es uns bewusst. Es ist nicht wirklich die atemberaubende Natur, nicht Dublin. Es ist die weitgehend intakte Gemeinschaft, in der jeder jeden zu erkennen scheint, und die sympathische Art der Iren. |
20. Tag Freitag den, 28.7.00 Rosslare / Newbury / Brands Hatch - 385 km
Fähre nach Pembroke Dock, auf gleichem Weg wie die Hinfahrt, zurück bis Newbury.
Unser Frühstück war am Morgen genauso liebevoll zubereitet wie beim ersten Aufenthalt, nur das Wetter war schlechter geworden. Auf unserer Rundreise hatte ich das morgendliche packen unseres Motorrades mittlerweile perfektioniert und es lief jetzt ab wie am Schnürchen. Pünktlich um 8:00 Uhr lief unsere Fähre aus. Wir stehen noch lange an Deck, bis auch die letzten Konturen der Insel am Horizont verschwunden sind. England begrüßte uns mit blauem Himmel und leichtem Wind, ideales Bikerwetter. Der Rückweg lief wesendlich schneller ab. Newbury sollte unser Ziel für heute sein und wir fuhren zu dem Quartier das wir schon auf der Hinreise benutzt hatten. An der Eingangstüre stand ein Schild mit der Aufschrift : No Vacancies. Wir fuhren zurück zur Autobahn und versuchten ein Zimmer im Autobahnhotel in Newbury zu bekommen und wurden abgewiesen mit dem Hinweis, dass in London eine Messe sei und die Queen Mum ihren 100 Geburtstag feiert, dadurch sei im Umkreis von 80 km kein Zimmer zu bekommen. Ich glaubte ich spinne als ich dies hörte denn wir hatten schon 18:00 Uhr. Meine Sozia brauche auf diesen Schreck erst mal eine Zigarette. Auf unserer weiteren Suche sprach uns ein Mann an der an unserem Kennzeichen erkannte das wir aus Deutschland kamen, ob wir schon von dem schlimmen Flugzeugunglück gehört hätten, eine Concorde wäre abgestürzt und alle Passagiere seien Tod. Nun will ich nicht das ganze Problem weitererzählen, nur soweit ging das Ganze, das wir um 22:50 Uhr im Hotel Brandshatch Place ein Doppelzimmer mit Frühstück für 97.00 englische Pfund, todmüde ins Bett gefallen sind. |
21. Tag Samstag der 29.7.00 Brands Hatch / Siegburg - 689 km
Wie die Hinfahrt, auf gleichem Weg zurück.
Am anderen Morgen haben wir uns mal die Hütte von außen angesehen. Von der Gartenanlage und dessen Größe waren wir sehr angetan, aber an den Fenstern fehlte der Kitt an der Scheiben, sauber war´s, das Frühstücksbuffet war in Ordnung, geschlafen haben wir wie Murmeltiere, was will man mehr. |
Resümee unserer Irlandumrundung:
Viel haben wir gesehen und erlebt, aber viel zuviel haben wir auch nicht gesehen. Aber das ist das Dilemma (fast) jeder Reise, vor allem wenn das Reiseziel so weit entfernt ist wie die Grüne Insel: An und Abfahrt kosten viel Zeit, und dann will man ja auch einen Überblick über das Land gewinnen und nicht nur einen kleinen Zipfel davon erkennen. Man sollte keinen "Urlaub in Irland" machen, sondern z. B. "Urlaub in Connemara" oder "Urlaub auf der Dingle-Halbinsel". Die einzelnen Regionen sind jede für sich so schön, dass wir es immer wieder bedauerten, wenn wir aus "Zeitgründen" weiterfahren mussten. Bei unserem nächsten Urlaub auf der Insel werden wir das ändern! Der Zustand der Straßen auf der Insel ist ordentlich bis holperich, in einsamen Küstenregionen teilweise trailfähig. Auf der gesamten Insel herrscht für uns Biker gewöhnungsbedürftiger Linksverkehr. In den Regionen der Westküste findet man zahlreiche Single – Track – Roads, die oftmals in die schönsten, aber auch abgelegensten Gebiete vorstoßen. Auch wenn dann die Gashand ganz besonders juckt, sollte man Vorsicht walten lassen . Rasende Einheimische Klapperkisten kommen immer in Situationen entgegen, in denen man sie ganz und gar nicht brauchen kann. Sollte Sie sich für Irland interessieren und vor der Frage stehen: wie packe ich meinen Koffer für einen Irlandtrip, sollte man sich an folgende kleine Geschichte erinnern: Ein Irland –Neuling fragte einen Einheimischen, welches Gewand er denn für den Urlaub am besten mitnehmen sollte. Worauf der Einheimische geantwortet haben soll: „Wieso welches? Alles!“
Dem ADAC möchten wir an dieser Stelle für seine tatkräftige Unterstützung danken, und da wir den Euro-Schutzbrief hatten, wurden unsere Kosten nach Einreichen der Rechnungen anstandslos übernommen.
Ich freue mich über Ihr Interesse an meinem Reisebericht und dass Sie bis zu den letzten Seiten durchgehalten haben womit sich meine Arbeit gelohnt hat .
4827 gesamt Kilometer mit dem Motorrad. 1200 gesamt Kilometer mit dem Leihwagen. Für Irland hatten wir ein Traumwetter.
Karl-Heinz Mayer , 16.4.2003
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