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Eine Reisereportage von Karl-Heinz Mayer

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Wollte ich jede Tagestour bis ins letzte Detail schildern, würde das den Umfang dieses Reiseberichtes sprengen. Mit den nachfolgenden, stark verkürzten Tourenbeschreibungen, möchte ich interessierten Motorradfahrern Lust auf die Cevennen machen.

  Auf einem Kalksteinfelsen erbaute, mittelalterliches Dorf hat Charme und Charakter  

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Ein neuer Morgen. Frankreich zeigt sich uns heute wieder von seiner allerbesten Seite. Gegen 10:00 Uhr starten wir nach einem opulenten Frühstück bei blauem Himmel zur ersten Cevennen-Durchquerung. Von Banne schlängelt sich die D 901 nach Les Vans durch ein bizarres Felsenmeer. Das mittelalterliche Städtchen Les Vans ist bunt und voller Leben. Bevor es in die Bergwelt geht nutzen wir die Gelegenheit, füllen im örtlichen Supermarkt „Intermarché“ nochmals Benzin und Lebensmittel auf und gönnen der Yamaha ihre erste Pause. Ab jetzt lassen wir uns sehr viel Zeit diese Entdeckungsreise in uns aufzunehmen. Die Bergkulisse wirkt schon recht vielversprechend. Ein kleines unscheinbares Sträßchen mit schlechtem Belag schraubt sich nach dem Ort Les Salelles durch die Kastanienwälder in atemberaubenden Kurven.


  Unser „emchen“ fühlt sich hier sehr wohl   

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Die gelbe Michelinkarte 331 (Ardèche) ist für die nächsten Stunden das "Gemälde" unserer Wahl. Kunstvoll verschlungene Kringel und Linien, wohin das Auge fällt. D10, D 4, D 154, manchmal müssen Ziffern her, wenn Worte fehlen. Merke: Wenn es mehr als 200 m geradeaus geht, dann bist du entweder auf einer Causse oder nicht in den Cevennen. Hinter Peyre klopft mir Angelika, meine Ehefrau und Dauersozia, zwei Mal auf die Schulter. Das soll soviel heißen, wie Stopp. Sie braucht mal wieder Nervennahrung (eine Rauchpause) um sich an die vielen Kurven und engen Strassen zu gewöhnen.


  Hier oben sieht es aus wie in einer Hochgebirgslandschaft   

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Anschließend schwingen wir uns wieder in den Sattel der TDM und folgen der hakenschlagenden D 4 über die Höhe des Col de Chap del Bos. Sie führt uns im auf und ab in den auf 840 m liegenden Kurort St. Laurent-les-Bains (Thermalkur), der sicher schon bessere Tage gesehen hat. Es wird zwar empfindlich kühl, wir sind aber dennoch fasziniert von der Landschaft.


  Malerisch, abgeschieden und klein  

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Das Thermalbad mit seinen heißen Quellen "am Ende der Welt" ist einen Besuch wert. Er ist einer der wildesten Standorte der französischen Thermalbäder. Zum Punkt der Teilung der Gewässer zwischen atlantischem Ozean und Mittelmeer nährt sich Saint-Laurent-les-bains von der lebhaften Luft der Berge (800 Meter Höhe) und von den beruhigenden Strömen des Südens. Man pflegt dort die Rheumatismen seit dem Mittelalter dank einer Quelle heißen Wassers von 53 °C.


  Hier eröffnen sich reichlich herrliche Aussichten inklusive bester Bergluft  

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Bei heftigem Wind fahren wir nach la Bastide – Puylaurent und biegen dort rechts ab auf die D 906. Nun folgen fahrerische Glücksmomente. Die gut 20 Kilometer nach Langogne folgten wir dem Lauf des Gorges de Allier. Es ist kurz nach 13:00 Uhr als wir in den Ort einfahren (Mittagszeit). Als ich im Ort eine offene Tankstelle vorfinde, erinnere ich mich sofort an die von unserem Gästehaus ausgelegten Hinweis: Tanken sie immer rechtzeitig. Die Tankstellendichte ist hier weitaus geringer als Sie es daheim gewohnt sind. Die französischen Tankstellen haben entweder zu (Mittagspause von 13:00 – 15:00 Uhr) oder nehmen nur eine nationale Tankkarte anstatt Kredit – oder EC – Karte. Logisch, dass unser Tank bis zum Rand gefüllt wird, bevor wir das mit reichlich Dieselabgasen geschwängerte Langogne verlassen.


  Ein Anglerparadies   

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Anschließend windet sich das schmale Asphaltsträßchen D 108 durchs Tal der Espezonnette. Eine sehr schöne Strecke, wie sich herausstellte. Die Gegend ist sehr einsam, dementsprechend ruhig geht es auf der Strasse zu.


  Unten im Tal: Die Steinbrücke „Le Pont Du Diable“  

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Dann wechseln wir auf eine verkehrsreiche, autobahnähnlichen Piste der N 102 Richtung Aubenas. Nach ca. 20 Kilometer macht ein Hinweisschild auf die Ortschaft Thueyts aufmerksam. Da es ohnehin wieder Zeit für eine Rauch – und Pinkelpause war, steuerte ich diesen schönen Aussichtspunkt an. Vor uns die Steinbrücke „Le Pont Du Diable“ ("Teufelsbrücke"), diese spannt sich über die enge Schlucht der Ardèche und ist weit bekannt. Für eine Besichtigung war uns die Zeit zu knapp geworden. In Aubenas schlagen wir uns tapfer durch den Schilderwald im Feierabendverkehr – hilft nichts, da müssen wir durch. Das Tempo auf der anschließenden D 104 erhöht sich zwar nicht, aber immerhin lasse ich allen Schwerlastverkehr hinter mir. Der erste Motorrad-Tag in den Cevennen endete mit einem gemeinsamen Abendessen aller im Hause befindlichen Biker mit hervorragendem Landwein und frischem Quellwasser in angenehmer Atmosphäre - und ab in die Falle.



   

 

© Karl-Heinz Mayer aus Siegburg, 27 Einträge im Gästebuch von Karl-Heinz Mayer






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