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Eine Reisereportage von Karl-Heinz Mayer

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  Eine Gruppe Rennradler am Aussichtspunkt Serra de Torre   

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Unglaublich, welche Strapazen die nicht motorisierten Zweiradler auf sich nehmen; immerhin ist die Serpentinenstrasse "Gorges de l`Ardèche" eine 30 km lange Schlucht, in der es ständig auf und ab geht mit Steigungen bis 12 Prozent. Hinter jeder Serpentine lauerte eine Gruppe papageienbunt gekleideter Möchtegern – Tour de Franc-Fahrer mittleren Alters. In aller Seelenruhe ging es zu viert oder fünft in Reihenformation nebeneinander bergauf – damit auch ja keiner vorbei kommt. Hier muss man immer mit Gegenverkehr auf schmalen Reifen rechnen und auf Korrekturen vorbereitet sein. Verrate mir doch mal jemand, warum die auf den Strassen einherhechelnden Rennradsportler es ums Verrecken nicht fertig bringen, auf den asphaltierten Strassen rechts hintereinander zu fahren! "Keine zehn Pferde würden mich hier mit dem Fahrrad hoch kriegen", geht mir bei der Weiterfahrt durch meinen Kopf.


  Blick vom Balcoon des Templiers auf die Flussschleife La Haute Corniche  

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Gerne würde ich einmal mit dem Kajak die Ardèche-Schlucht runter fahren, aber als Anfänger habe ich so meine Zweifel. Leider es ist ja nicht ganz ungefährlich, wenn man das erste mal im Kajak sitzt und die Stromschnellen hinunter stürzt, einen schon mal ein Strudel verschluckt und eigentlich überhaupt keine Techniken beherrscht, den Kopf wieder über Wasser zu bringen, außer dass man die Spritzdecke runter reißt und hofft, dass man irgendwo ohne Blessuren wieder auftaucht.


  Die schroffen Felstürme der „Cathédrale“ sieht man am besten vom Belvédère de la Madeleine   

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Wir genießen die herrliche Aussicht und werden mit einem weitern atemberaubenden Panorama konfrontiert. Auf der Ardèche sahen wir Kanuten, die quasi auf dem Wasser ihr Naturerlebnis hatten. Die Gorges de l Ardèche ist eine der beeindruckendsten Flusslandschaften Frankreichs. Im Sommer, während der französischen Ferien, ist hier sicherlich "der Bär Los" aber jetzt können wir es so richtig genießen. Ich mache viele Fotos für meinen Bericht.


  Schleife vom Belvédère de Maladrerie  

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Immer wieder bieten sich grandiose Ausblicke auf die sich durch das Gestein windende Ardèche. Der obere Lauf der Ardèche ist wild und ungezähmt, nur wenige aus Stein gemauerte Brücken führen über den Fluss. Die Strecke ist für eine Motorradtour wie gemacht, auch wenn das Tempolimit bei 60 km/h liegt.


  Belvédère du Ranc-Pointu heißt der letzte Aussichtspunkt   

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Die Kanufahrer sind nur als kleine Pünktchen zu erkennen. Märchenhafte Begegnungen mit Fantasiegestalten aus Kalkstein. Im Laufe vieler Jahrtausende hat sich hier der Fluss teilweise über einhundert Meter tief in den Kalkstein sein Bett gegraben.


  Blick vom Belvedere Le Grand   

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So geht der ungeahnte Kurventraum weiter bis St-Martin- ď Ardèche, Endstation für Kanufahrer. Dort warten die Verleiher auf die Ankunft ihrer Boote und verladen diese auf dem Hänger. Hier verlassen wir die D 290 und damit den Haupttouristenstrom. Es ist bereits später Nachmittag wir wollen nun auf die andere Seite der Ardèche-Schlucht. Über eine schmale, einspurige Hängebrücke mit einer einsamen Ampel davor die den Verkehr nur in eine Richtung freigibt, gelangen wir über den Fluss nach Aiguèze. Hier blicken wir auf die Karte und beschließen einen kurzen Stop in Barjac einzulegen, denn wir haben schon kurz vor 15:00 Uhr und langsam Hunger. Auf der kurvenreichen D 901 stoßen wir auf eine Autoschlange die hinter einem uralt Renault-R4, voll mit Möbelteile beladen, her zockelt. Ein Überholen mit dem Auto wäre schier unmöglich, aber ich sitze ja nicht im Auto sondern auf meinem Motorrad. Nach fünf Überholmanövern haben wir wieder freie Fahrt. Leider hatte die Boucherie in Barjac bis 16:00 Uhr Mittagspause. Knurrend erinnert uns der leere Bauch an Lilos Abendessen. Zeit, an den Heimweg zu denken, denn es lauern noch ein paar herzhafte Steigungen. Es sind die, der nur gut einspurigen D 225, die sich nach Bessas zwängt, den auf einem Hügel hübsch drapierten Ort.


  Hier bläst mir der Duft wilden Thymians unterm Helm  

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Hinter Bessas schraubt sich die Strasse ins Montagne de la Serre auf 426 Meter, inmitten duftenden, wilden Thymians der überall am Straßenrand wächst. Der typische Geruch des Südens dringt unter den Helm. Der Duft sticht mir in die Nase – ein kurzer gedanklicher Seitensprung drängt sich mir auf: Thymianzweige auf goldbraunen Lammkottelets. Zu Hause eingezwängt in Tüten etikettiert als "Kräuter der Provence" entfalten sich hier Thymian und Co.


  Weinstöcke neben der D255  

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In der Ebene liegen die Feldparzellen der Bauern wie angeordnete Platzdeckchen auf einem großen grünen Tisch. Ein ruppiges Teersträßchen führt uns durch Hügel und Weinberge. Von hier cruisen wir über die D 246 nach La Croisée-de-Jalés durch die Weinberge deren Winzer stolz auf ihre aromatischen Trauben sind. Dabei reichert sich das luftdurchströmte Klima unterm Helm satt und prall mit bester Landluft an. Auf kleinen Sträßchen lassen wir uns zurück ins Quartier treiben um endlich das lang ersehnte kühle Bier genießen zu können. Wie jeden Abend wartet auf uns wieder ein vorzügliches mehrgängiges Menü, das Lilo liebevoll und schmackhaft zubereitet hat. Anschließend sind wir rund und können kaum noch laufen. Brauchen wir auch nicht, müssen nur noch eine Treppe hochkriechen.



   

 

© Karl-Heinz Mayer aus Siegburg, 27 Einträge im Gästebuch von Karl-Heinz Mayer






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