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Eine Reisereportage von Karl-Heinz Mayer

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  Es kommt uns eine wohlriechende Duftwolke entgegen.  

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Hier breiten sich die Lavendelfelder aus wie bei uns die Getreidefelder. Auch die wilden Mohnblumen mit ihren knallroten Blüten geben einen schönen Kontrast zum Lavendel ab.


  Vor dem offenen Kamin mit einem Scheit Holz  

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Da sich das Abendessen im Freien wegen dem fehlen der Sonne und den dazugehörigen Temperaturen nicht besonders empfahl, wurde das Abendessen in den großen Salon "Le grand sejour" verlegt. Beim gemeinschaftlichen Abendessen in gemütlichen Atmosphäre mit anderen Motorradfahrern wird im Laufe des Abends viel Benzin geredet und geölt wurde mit einem leichten roten aus der Region. Es wurde wieder viel geschnackt und gefachsimpelt, dabei verging die Zeit wie im Fluge. Ein schöner Abend, aber ohne die Wärme des offenen Kamins wäre es recht kühl, um nicht zu sagen saukalt gewesen – und das Ende Mai in der Provence.


  Unterkunft Domaine de Fombeton  

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Ein neuer Morgen – ein neuer Regentag. Nein, den brauchten wir wirklich nicht. Von unserem Zimmer konnten wir die weißgepuderten Berge sehen die in der Nacht entstanden waren. Sie versprachen keine Wärme. Gegen Mittag ließ der Regen nach und die Sonne kommt zum Vorschein. Kurz entschlossen haben wir uns wieder ins Auto geschwungen um die Col´s der Region mit dem Auto (anstatt des Motorrads) unter die Räder zu nehmen. Schnell erreichen wir über die N 85 Sisteron. Schon von weitem konnten wir die Befestigungsanlage oberhalb der Durance ausmachen, die im Sommer voller touristischem Leben ist. Von dort führt nach etwa 400 m auf der Hauptstrasse rechts die D 53 in südwestlicher Richtung aus dem Ort heraus.


  Schafzucht   

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Flussaufwärts folgen wir der D 946. Nach etwa 5 Kilometer erreichen wir die Abzweigung nach Valbelle. Nun zirkeln wir auf einem klitzekleinen Sträßchen durch ein Stück Provence, das in keinem Reiseführer genannt wird. Die Route Napoléon ist den meisten Provenceurlauber ein Begriff, jedoch die Montagne de Lure, ein Mittelgebirge aus Kalkstein, haben bislang noch nicht viele Touristen entdeckt. Sie führt uns durch eine völlig Stille in frischer Luft schier endlos durch die Wälder.


  1597m Hoch  

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Hier oben bläst ein scharfer Wind. Von der Südseite ziehen Wolken hinauf und trüben die Aussicht. Das Autothermometer zeigt mir 0 Grad – wie schön das wir jetzt in einer beheizten Blechdose sitzen und nicht auf unserem Moped.


  Schnee säumt den Straßenrand  

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Ein paar Kurven weiter zieht Nebel auf. Schnee, der die letzte Nacht gefallen ist liegt uns zu Füssen. Weil es meiner Angelika eindeutig zu kalt ist, verzichtet freiwillig auf ihre Rauchpause. Auch ein Gipfelfoto gibt es nur auf dieser Art.


  Ein einsames und raues Stück Hochprovence   

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Die gefühlte Temperatur hier oben lag so bei Minus 10 Grad und dazu wehte ein kräftiger Wind, das machte uns den Abschied leicht und trug auch nicht zur Stimmungsverbesserung bei. Im Winter hätte ich mich daran erfreut, aber an diesem Tag hätte ich auf dieses Sahnehäubchen wirklich gerne verzichtet. Dann nehmen wir das Finale in Angriff. Auf dem Bergrücken erreichen wir den 1826 m hohen Signal de Lure. Die Abfahrt nach St. Etienne-les-Orgues ist breit und gut asphaltiert, wird nach jedem Meter freundlicher, heller, wärmer. Wäre eine ideale Motorradstrecke mit schönen Kurvenkombinationen, geht es mir so durch den Kopf. Die engen Gässchen und der gemütliche Dorfplatz von St. Etienne-les-Orgues laden zum verweilen ein. Im Ortszentrum biegen wir links auf die D 951 in Richtung Châteauneuf – Val-Sţ Donat.


  Hier wimmelt es von rotem Mohn   

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Die Blumenwiese mit alten Bäumen, eine malerische Landschaft. Der Mohn beginnt die Wegränder und Felder rot einzufärben. Vor dem Schlafengehen verweile ich noch einige Zeit im Freien auf der Natursteinterrasse unter alten Bäumen und hänge meine Gedanken über die mich so bewegende Reise nach.



   

 

© Karl-Heinz Mayer aus Siegburg, 27 Einträge im Gästebuch von Karl-Heinz Mayer






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