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Eine Reisereportage von Karl-Heinz Mayer

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  Faszination der Natur und das Gefühl von Freiheit erlebt man so richtig beim Motorrad fahren  

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Bei nunmehr steigenden Temperaturen und zunehmenden Sonnenschein, geht’s vom Col de Meyrand hinab in der abwechslungsreichsten Art: Rechtskurve, kurzes gerades Stück, Linkskurve, und das Ganze wieder von vorn, eine wahre Kurvenorgie, die uns fast schwindelig macht.


Warum eigentlich mit dem Motorrad ?



Auf dem Motorrad erlebt man die Welt mit anderen Augen, alles ist wirklichkeitsgetreuer und unmittelbarer: die Bewegung, der unter den Füßen wegwischende Asphalt, die Gerüche, jede kleinste Veränderung der Luft oder des Windes wird einem gewahr.

  Wir genießen die Einsamkeit und das dezente Rauschen des Windes  

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Über Ortschaften wie Valgorge und Rocles fahren wir in engen Kurven mit den inzwischen arg malträtierten Pneus ins mittelalterliche Largentiére. Dort lohnt ein Rundgang in den engen Gassen um sich noch einmal das mittlerweile strapazierte Sitzfleisch zu lüften, bevor der Endspurt zurück nach Banne beginnt. Trotz behutsamer Fahrt blieb der Hinterreifen auf der Strecke. Nach zig herrlichen Kilometern und einem langen Tourentag weckte eine frische Dusche all unsere Lebensgeister. Beim abendlich üppigen drei-Gang-Menü, angerichtet wie immer von Lilo, gab es einen gehaltvollen Rotwein, der durchaus für eine gewisse Bettschwere sorgte. Das Aufstehen am nächsten Tag dauerte deshalb etwas länger als gewöhnlich und zum Munter werden bedurfte es reichlich kalten Wassers.


  Das Profil an den Seiten ist bereits nach 6500 Kilometern völlig am Ende   

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Es verging kaum ein Tag, an dem wir nicht 200 km oder mehr auf unserem Tacho hatten. Auf traumhaften Strecken, die in Deutschland längst touristisch überlaufen und ausgeschlachtet wären, begegnete uns in Frankreich kaum ein Auto! Hier macht das Mopedfahren noch richtig Spaß! Einziger Wermutstropfen bei der Tour war das schnelle ableben meines Hinterreifens. Tja sie ahnen es schon, die Yamaha braucht hinten unbedingt einen neuen Socken, denn die Kurven und der raue Asphalt sowie das Fahren zu zweit forderten ihren Tribut - früher als erwartet. Aus reiner Vorsicht hatte ich schon aus Deutschland einen neuen Dunlop mitgebracht, aber montiert werden musste dieser nun hier. Mit meinen dürftigen Französischkenntnissen, die neben „vin blanc“ auch noch „vin rouge“ kannten, signalisierte ich einem Mitarbeiter der Reifenfirma Thomas Pneus in St. Ambroix, dass der Reifen gewechselt werden soll. Nach einer halben Stunde fahren wir mit unserem neuen Pneu weiter. Super Service, und das unangemeldet. Jetzt zahlt sich auch mein Sonderzubehör (Hauptständer) aus, denn nur mit einem Seitenständer lässt sich ein Radwechsel schlecht durchführen. Ruck-Zuck war das Hinterrad in der Unterkunft wieder eingebaut.


  Der bunte Wochenmarkt ladet zum Schauen, Riechen und Kaufen ein  

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Zu meinem Kummer ist heute endgültig der letzte Tag in Bann angebrochen. Pont du Arc liegt in unserer Nähe und so beschließen wir heute dem allwöchentlichen Markt mit seinem Flair einen Besuch abzustatten. Am Kreisverkehr in Pont du Arc fahren wir rechts ab, Centre Ville ist ausgeschildert. Der Toyota rollt direkt auf den großen Parkplatz. Was uns direkt angenehm auffällt, hier wird keine Parkgebühr erhoben. Zu Fuß erkunden wir die Stadt und streifen durch schmale fußläufige Passagen der Altstadt. Immer wieder öffnen sich die schattigen engen Gassen die zum Verweilen einladen. In den Gässchen ein buntes Treiben, Souvenirläden wechseln sich mit Restaurants und Bars ab. Der Duft von gebratenen Hähnchen lockt uns an. Hier werden auch Milchmastschweinchen und im tropfenden Fett gebratene Kartoffelviertel feil geboten.


  Von dort beobachteten wir eine lebhafte Atmosphäre  

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In der Bar de la Poste sitzen wir draußen und bestellen einen Milchkaffee, den "grand crème", und lassen den Charme der Stadt auf uns wirken. Hier haben wir einen Logenplatz mit Blick auf das ganz normale südfranzösische Chaos. Handwerker und Lieferanten legen mal kurz den gesamten Verkehr lahm, indem sie mal kurz "en catastrophe" parken, und keiner regt sich deswegen auf. Die Atmosphäre zu genießen und mit halbgeschlossenen Augen einem Musiker zu lauschen – das hat schon was.


  Bonjour! Käse-Ideen aus Frankreich  

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Durch enge, verschlungene Gassen lassen wir uns weiter treiben. Hier am Stand wird "fromage" feilgeboten, der Bauer zehn Schritte weiter, hat einen "jambon de ferme" rosaroten, leicht fettgeaderten Kochschinken. Wir kosteten uns reichlich durch das Angebot aus der Region, natürlich nicht, ohne das eine oder andere Stück zu kaufen.


  Der bunte Wochenmarkt bietet vielfältige Einkaufsmöglichkeiten.  

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Ein Stück weiter können wir Düfte und Farben des Landes genießen oder einfach nur die Seele baumeln lassen - bei einem ausgiebigen Spaziergang durch die Gerüche. Eine Augenweide ist der Markt, auf dem die Erzeugnisse der Region sorgfältig arrangiert feilgeboten werden. Die Kräuter der Provence mit ihren Aromen, Knoblauchsträuße und Berge aus Zwiebeln, Salate und Gemüse.



   

 

© Karl-Heinz Mayer aus Siegburg, 27 Einträge im Gästebuch von Karl-Heinz Mayer






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