 |
Eine Unterkunft mit einem kleinen Park von 25.000 qm drumherum
In der grünen Lunge von Mas de Vigneredonne findet jeder Gast auf dem großen Grundstück im Schatten der Bäume ein ruhiges Plätzchen, oder man lässt sich die Sonne auf den Bauch scheinen. Im Urlaub kann ich getrost auf den Fernseher verzichten, im Sommer bin ich draußen in der Sonne - einmal völlig abschalten. Die fernsehfreie Zeit hier im Quartier hab ich wieder den Zeitschriften, Musik oder dem Puzzlen gewidmet. Zünftiger Hunger, der sich am Abend einstellte, wird mit einem 3 Gänge-Menü bekämpft. |
Manfred & Peter vor der Abreise
Nachdem die letzten Tage sehr schwül und drückend waren, ist es heute mal etwas angenehmer um nicht zu sagen die Sonne fehlt aber dafür ist Wind aufgekommen. Manfred und Peter wollen weiter zum Mittelmeer. Manfred gibt als Ziel Carpentras in den Tomtom ein und ab geht’s auf ihren Harleys. |
Flüsschen Luech
Die heutige Tagestour führt uns wieder über die schon bekannte D 901 nach Villefort. Hier biegen links auf die D 906 ab und folgen der Beschilderung Gènolhac. Auf der herrlich gewundenen Strasse mit gepflegtem, zum Teil brandneuem Belag, geht es weiter durch duftende Kiefernwälder. Die Kurven kommen wie am Fließband – Zweiter, dritter Gang, viel Kupplung, viel Bremse. Hier werden die Reifen auch an den Profilrändern gefordert.Die D 998 nach Le-Pont-de-Montvert windet sich in unzähligen Kurven an den grünen Berghängen entlang des Flüsschen "Le Luech". |
Traditionelle Granitsteinarchitektur
In Le-Pont-de-Montvert treffen wir auf den Gorges du Tarn, welcher in 1575 Metern Höhe als reißender Gebirgsbach am Mont Lozère entspringt. Das 300 Seelendorf zieht sich wie ein Amphitheater am Südhang des Mont Lozère hinauf. Hier ist im Mai noch nicht viel Betrieb, dementsprechend ruhig ist es hier. Ein paar Cafés laden zum verweilen ein.Das mittelalterliche Städtchen glänzt mit einem wunderschönen Ortsbild aus Natursteinhäusern. Hinter der Stadt führt uns der Weg bergauf in eine wahre Mondlandschaft des Lozère. Die vielen Kurven unterschiedlicher Radien fordern volle Konzentration – eigentlich schade, weil es in jeder Kurve neue, schöne Ausblicke gibt. Wir schrauben uns auf der D 20 immer höher zum Col de Finiels auf 1541 m - es ist empfindlich kühl. |
Das Lozère ist der Landesteil Frankreichs mit der geringsten Bevölkerung
Entlang unserer Route sind die Berghänge über und über mit blühendem Ginster überzogen. Nackte Felsen ragen aus dem Boden hervor, dann eine Gesteinswüste, auf der die Brocken wie von einer Riesenhand hingeworfen wurde. Die Einsamkeit und die Weite sind unfassbar. Das knistern des Zweizylinders, das Gezwitscher der Vögel und der Wind sind die einzigen Laute in der Stille. Auf der Sitzbank lümmelnd, deren roter Bezug den Ginsterbüschen an Farbintensität nichts nachsteht, die Ellbogen auf den Tankrucksack gestützt, beobachte ich meine Angelika, die mal wieder genüsslich eine Zigarette schmökert. Stundenlang könnten wir diese Farborgie beobachten, doch bleibt uns der Anblick nur kurze Zeit. Das Wetter wird zusehends trüber und kälter, dunkle Wolken ziehen umher. |
Die Höhen um den Mont Lozère behalten auch im Sommer ihr Grün
Mont Lozère, dem höchsten Berg der Cevennen, dessen kahler Gipfel knapp 1700 m misst, ist ein lauschiges Plätzchen zur Entspannung und Besinnung. Eine weite, hügelige Steppe, die sich bis zum Horizont erstreckt. Kein Baum und kein Haus, nur ab und an ein paar große Steine oder Felsbrocken. War bisher schon kaum Verkehr, so rollen wir jetzt völlig alleine durch ein Meer aus Ginster. Die Route ist eine echte Augenweide. |
Ski Station auf 1400 m
In Du Bleymard-Mont Lozère angekommen, mussten wir feststellen, dass das Kaff eigentlich ein Skiort ist und im Sommer so gut wie ausgestorben ist. In der kalten Jahreszeit verwandelt sich die Skistation "Du Bleymard-Mont Lozere" in ein lebhaftes Wintersportzentrum mit Liftbetrieb und Loipennetz. Hier oben bekommt man eine leise Ahnung, was Winter in den Cevennen bedeutet – Windböen in Orkanstärken. Nach einer ausgiebigen Mittagspause aus unserem Tankrucksack, Baguette, Pastete, Käse aus der Region, fordert die Strecke hinab ins Tal nach Le Bleymard wieder meine ganze Aufmerksamkeit. Versehen mit allen Kurvenvarianten windet sich der Asphaltwurm nach unten und verlangt höchste Konzentration, denn leider wird die Strasse immer nasser.
|

|