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Eine Reisereportage von Wilfried Richert

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Jenni ist Joni immer dicht auf den Fersen. So ist sie auch die erste, die die Nasenbären zu Gesicht bekommt. Nach und nach entdecken wir zehn Tiere, die auf den Palmen und in den Wipfeln der Bäume herumklettern. Einige kommen neugierig auf die unteren Äste herunter. Etwas später bekommen wir Kapuzineraffen zu sehen. Insgesamt streifen wir drei Stunden durchs Gelände. Zuguterletzt folgen wir Joni, der die Rufe von Aras gehört hat. Nach einigem Suchen entdecken wir in einem Baumwipfel ein Pärchen der Grossen Blauen Aras. Vom Schnabel bis zur Schwanzspitze messen sie rund einen Meter. Sie sind sehr selten geworden.



Anschließend machen wir auf einer kleinen Lichtung eine Picknickpause. Joni schneidet eine unterwegs gesammelte Frucht auf, zerkleinert und stampft das Fruchtfleisch. Dann holt er einen kleinen Pinsel aus der Tasche und fragt Jenni, ob sie ein Tatoo haben möchte. Nichts lieber als das. Wenige Minuten später hat Jenni einen Leguan auf dem Oberarm. Noch ist er kaum zu erkennen, aber die Farbe wird innerhalb weniger Stunden immer dunkler. Selbst nach mehr als sechs Wochen ist die Echse immer noch zu erkennen. Die "Tatoofrucht" heißt Genipapo, und die Indianer haben sie seit Jahrhunderten zur Körperbemalung benutzt. Jannes bekommt eine Sonne, alle anderen dürfen ihren kleinen Finger in die Frucht tauchen und laufen die nächsten Wochen mit einem dunkelblauen Finger durch die Gegend. Nach insgesamt sieben Stunden sind wir wieder in der Lodge zurück. Bis zum Abendessen ist Faulenzen angesagt. Danach haben wir schnell Bettschwere erreicht.



Auf dem Programm unseres letzten Tages steht ein Ausritt mit Pferden. Ein freundlicher Gaucho begleitet uns in voller Montur. Während Ute und ich in gemütlichem Schritt den Pfad entlang reiten, sind Jannes und Jenni zusammen mit unserem Gaucho immer mal wieder in gestrecktem Galopp verschwunden und warten dann grinsend auf uns. Jannes sitzt auf seinem Pferd und treibt es durch leichte Schläge mit der Leine an, so als ob er sein Lebtag nichts anders getan hätte. Unser Goucho hat seine helle Freude an unseren beiden Kindern, und wir staunen nur.



Nach einem schnellen Mittagessen geht es zügig weiter. Der Allrad-Pickup bringt uns zur Straßenkreuzung zurück. Bald darauf sitzen wir im Reisebus Richtung Corumba, brasilianische Grenze. Unsere Reise führt uns weiter nach Bolivien, Peru und Argentinien.

  Fingerspitzengefühl und Augenmaß gefordert  

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Das Pantanal war auf unserer Südamerikareise mit unseren Kindern eine der besonderen Höhepunkte.





 

© Wilfried Richert aus San Sebastian de la Gomera, In das Gästebuch von Wilfried Richert schreiben






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