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Eine Reisereportage von Gerhard Maucher

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Anders sah es am Stadion aus, wo eine Feier für jedermann kostenlos angeboten wurde. Schon am Nachmittag bildeten sich lange Schlangen an den Toren. Alle Gäste wurden penibel kontrolliert und als abends das Stadion bis auf den letzten Platz gefüllt war, zog Polizei mit Helmen und Schlagstöcken zur Sicherung auf. Das Geschehen blieb aber friedlich, die Leute waren fröhlich und friedfertig gestimmt, kleideten sich in ihre Nationalfarben grün, gelb und rot und kauften sich leuchtende Sticker und Schildkappen mit dem Millenniumsemblem. Am Abend kam der Verkehr in der Stadt kam zum Erliegen, wichtige Gäste der Sheratonfeier wurden mit Polizei auf der linken Fahrbahn zum Ziel eskortiert Nach Mitternacht begann ein rund 20-minütiges Feuerwerk nicht nur in der Hauptstadt Addis Ababa sondern in allen großen Städten des Landes.



Neujahr: Im Lido Hotel wird morgens eine Kaffeezeremonie vorbereitet, zu der Brot gereicht wird. Im Jan Meda Stadion war gestern eine weitere Feier, zu der auch Präsidenten der Nachbarstaaten wie Somalia oder Kenia zugegen waren. Nachdem es zwei Tage trocken blieb, beginnt das neue Jahr wieder mit Regen. Nicht nur der Neujahrstag auch der folgende Wochentag wurde von der Regierung als Feiertag ausgerufen und die Schüler hatten gleich die ganze Woche frei.

  Feuertanz  

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Mit Lichtern und Feuerwerk wird um ein mehr als mannshohes Feuer getanzt.


  Millennium  

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Bei der Millenniumsfeier am ersten Sonntag im neuen Jahr ist auch eine Filmkamera allgegenwärtig dabei.




Am ersten Sonntag im neuen Jahr gab es in Asela eine weitere Millenniumsfeier. Eine Feier, zu der ich spontan eingeladen wurde. Es sei eine private Millenniumsfeier, zu der aber ein Lehrer, ein Busfahrer, ein Polizist, der Bruder des Veranstalters und auch eine Filmkamera immer zugegen waren. Ob Oromo oder Amhara oder Ausländer, hier waren alle willkommen. Es gab Grillfleisch, Wein. Bier und Kaffee. Mit Feuerwerk und Fackeln wurde um ein brennendes mehr als mannshohes Feuer getanzt, und nach dem Essen wurden die anwesenden Persönlichkeiten zu Reden und Wünschen für das neue Jahrtausend aufgefordert. Damit endete die mehrstündige Feier und der Polizist begleitete mich zur Sicherheit ins Hotel.

  Kaffeezeremonie  

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Zu jeder Feier gehört eine Kaffeezeremonie


  Im Flughafen  

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Hinweis: Harar- die Stadt des Emirs

Harar erscheint wie aus einer Geschichte von tausend und einer Nacht. Die 5 m hohe Mauer rund um die Altstadt wurde im 16. Jahrhundert von einem Emir errichtet, um die Oromo aus dem Norden abzuwehren. Bis Richard Burton, der britische Entdecker sich 1854 als erster Nicht-Muslim in die Stadt einschlich , lebten gar nur Moslems dort. Allein 82 kleine Moscheen befi nden sich in den verwinkelten Gassen mit traditionellen Hararihäusern. Fünf Tore führen in die Stadt hinein, bzw. hinaus. Zwei Tore wurden von Menelik 1889 hinzugefügt. Eine Erkundung beginnt normal beim Haupttor dem Harar Gate. Vorbei an der Medhane Alem Kathedrale.die Haile Selassie 1940 von einer Moschee umwandelte , biegt eine Gasse zum Rimbaud Museum ein. Das Haus des französischen Fotografen zeigt im ersten Stock rund 100 Jahre alte Fotografien von Harar und in den übrigen Räumen wechselnde Ausstellungen von Bildern. Vom obersten Stockwerk hat man einen guten Blick auf die Stadt. Weiter geht es über den Markt mit Kamelfleisch, und danach in ein, zwei typische Hararihäuser, so das Abaderhaus, das Facil, mein 15-jähriger Führer mir zeigt. Beim Shoator verlassen wir die Altstadt. gehen ein Stück die Stadtmauer entlang, um beim Sangator wieder in das Altstadtgewirr einzutauchen. Das Treiben der Stadt ist heute früh noch sehr ruhig, denn es ist zurzeit Ramadan.

  Harartor  

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© Gerhard Maucher






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