 |
Alte Kopfsteinpflasterstraße
Auf unserem weiteren Weg überqueren wir die B 108 und treffen auf eine Kopfsteinpflasterstraße, die ein zügiges vorwärts kommen verhindert. Vielerorts geht’s etwas ruppig her: Entweder über denkmalgeschützte Kopfsteinpflaster, oder schlicht und einfach über einen Feldweg, der als Verbindung zum nächsten Dorf dient – solch ein Bild bietet keine Asphaltstraße. Ich wundere mich allerdings, dass meine Angelika bei dieser Straße nicht rummault. |
Korn und Mohnblumenidylle
Vielleicht waren es die schönen Mohn und Kornblumen welche am Wegesrand zu sehen waren. In Grabowhöfe biegen wir rechts ab und benutzen das 200 Meter weiter stehende Wartehäuschen als Unterstand. Schnell ziehende, dichte graue Wolken verhüllen die Sonne und lassen einen kräftigen Schauer herunter prasseln. Von kurzer Dauer in Verbindung mit einer Zigarettenpause bogen wir danach in die unbefestigte Dorfstraße ein und folgten dem landwirtschaftlichen Weg der an alten Eichen und Walnussbäumen vorbei führte. Hinter einer schlichten Kapelle biegen wir rechts ab und gelangen so wieder nach Louisenfeld. |
Berühmt ist das Klappern der Störche
Am späten Nachmittag bekamen wir Besuch vom leibhaftigen Klapperstorch. Freudig klappernd begrüßte er uns hoch oben vom Kamin – ein beeindruckendes Spektakel. Störche geben keine Laute von sich, sondern klappern mit ihrem langen Schnabel. Dieses Klappern ist weit zu hören. Es dient sowohl zur Begrüßung als auch zur Verständigung der Partner. Mit dem lauten Klappern werden aber auch fremde Störche vom Nest verjagt. |
Berühmt ist das Klappern der Störche
Im Volksglauben spielt der Weißstorch die Rolle des Babybringers oder des Stifters ehelichen Friedens. Von der Beliebtheit des Storches bei den Menschen und unserem besonderen Verhältnis zu ihm zeugen auch Kinderreime, die früher in aller Munde waren: Klapperstorch, mein Bester, bring mir eine Schwester. Klapperstorch, Du Guter, bring mir einen Bruder.
|
Ein vor zwei Tagen geborenes Lämmchen
Lämmer und Kälber und andere kleine Gesellen - anfang Juni ist die Zeit der Tierkinder. Frau Matthes, unsere Vermieterin, hält ein neu geborenes Lämmchen im Arm.
|
Hafen mit Marienkirche
In der Hoffnung auf ein leckeres Abendessen fahren wir am späten Nachmittag nach Waren. Zuerst versorgten wir uns mit einigen Lebensmitteln. Der Mensch lebt nicht vom Brot allein – versorgt mit Tipps und Infos für einen Stadtbummel geht’s los ins Zentrum. Vom Fremdenverkehr verspricht man sich hier viel Geld und noch mehr Arbeitsplätze. Dafür gilt es, etwas zu bieten: Häfen, Museen, Kirchen und auch mal einen schmucken Stadtkern. Waren liegt direkt am Nordufer der Müritz und am Südufer des Tiefenwarensees. |
mit neu gestaltetem Stadthafen
An der schmalsten Stelle zwischen Binnenmüritz und Tiefenwarensee wurde der Ort einst gegründet. Gepflegte Promenaden begleiten die Ufer des angrenzenden Sees. Die größeren, heute noch erhaltenen Speicherbauten am Warener Hafen dienten als Getreidespeicher. Die terrassenförmig angelegte Stadt bietet sehr schöne Ausblicke auf die weite Wasserfläche. Von einem der einladenden Restaurants an der Strandpromenade blicken wir beim Abendessen auf das moderne Hafenbecken, in dem reges Treiben herrscht. Segel - sowie Motorboote schaukeln gemächlich vor sich hin, schnittige Katamarane werden für den morgigen Ritt über die Müritz segeltüchtig gemacht. |
Marktplatz
Bei einem anschließenden Bummel durch die Altstadt konnten wir uns davon überzeugen, dass im letzten Jahrzehnt grundlegend saniert wurde. Wer das Städtchen Waren aus tristen DDR – Zeiten kennt, wird an Lob nicht sparen. Die historische Bausubstanz blieb weitgehend erhalten. Restaurierte Fachwerkhäuser in der Altstadt, dazu eine Fußgängerzone, Straßencafes und gemütliche Kneipen laden zum Verweilen ein und sind die besten Bausteine für touristischen Erfolg. Richtige Schmuckstücke sind darunter, wie etwa das farbenfrohe Fachwerk – Ensemble am Neuen Markt mit der trationsreichen Löwenapotheke. Im Stadtkern befindet sich auch das Alte Rathaus, das beim großen Stadtbrand 1699 erhalten blieb. Bemerkenswert an diesem mächtigen Backsteinbau sind die bis zu einem Meter starken Wände. Der Tag ist verflogen und so machen wir uns auf den Heimweg. |

|