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Eine Reisereportage von Karl-Heinz Mayer

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  Fachwerkkirche  

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In Kratzeburg war mir aus dem Augenwinkel das Schild mit der Aufschrift „täglich frischer Fisch“ aufgefallen. Zum Glück gibt´s den Fischer Berkholz! Eine frisch geräucherte Forelle und ein kühles Bier vor mir, sitzen wir im Hof des Anwesens, und beobachten Frau Berkholz beim Wässern ihrer vielen Kübel, Pflanztöpfe und ihres beeindruckenden Kräuterbeets. Herr Berkholz nimmt zufrieden die frisch geräucherten Aale aus dem rauchgeschwärzten Räucherofen. Bevor wir Kratzeburg verlassen statten wir der kleinen Fachwerkkirche aus dem Jahre 1786 einen Besuch ab.


  Fachwerkkirche  

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Der Ort Kratzeburg (im Jahre 1256 erstmals in der Chronik erwähnt), diente als Zollstation an der alten Poststraße Berlin – Rostock. Am Ortsende, vor der Unterquerung der Eisenbahnstrecke Berlin – Rostock biegen wir rechts ab und gelangen auf eine wenig befahrene Ortsverbindungsstrasse deren 2,5 Kilometer komplett mit Betonsteinen verlegt wurde.


Hinweis: Die Harznutzung

Nadelbaumarten, die im Holzkörper ein System horizontal und vertikal verlaufender Harzkanäle besitzen, scheiden, wenn der Splint verletzt wird, Harz aus. Unter den heimischen Baumarten gehören dazu Kiefer, Fichte, Lärche und Douglasie. Im Bereich des Naturparkes wurde nur die Kiefer geharzt. Das nach außen gedrückte und aus der Verwundung herabrinnende Harz wird in der Fachsprache „Rohbalsam“ genannt. Zur Zeit der DDR betrieb man die Harzung sehr intensiv und mit hohem Aufwand. Die gemeine Kiefer ergibt 1 bis 1,5 kg Rohbalsam je Stamm und Jahr. Die für die Harzung vorgesehene Kiefern wurden im Winter bestandesweise gerötet. Dabei schabten die Harzer mit dem Bügelschaber, ein mit einer Ziehklinge bestücktes Handgerät, später mit einem akkubetriebenen Fräser, die grobe Borke ab. Eine etwa 3 mm dicke Rindenschicht blieb stehen. Auf diese Weise entstand die „Lachte“. Die Lachte sollte nicht über zweidrittel des Stammesumfanges hinausreichen, ein Drittel blieb als „Lebensstreifen“ ungeharzt. Mitten auf der Lachte wurde die senkrechte „Tropfrinne“ gerissen. An deren unterem Ende wurde der „Topfhalter“ aus Blech eingeschlagen und daran das Auffanggefäß für den Rohbalsam eingehängt.

  Geharzte Kiefer  

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Kurz vor der Ortschaft Dambeck stoßen wir auf ein Kuriosum das wir beide vorher noch nie gesehen haben (Zur Zeit der DDR betrieb man hier im Bereich des Naturparks die Harzung der Kiefer). Geharzte Kiefern überwallen nach Jahren die Lachten, da sich das Dickenwachstum des Stammes an den unverletzten Stellen fortsetzt. Hier eine Kiefer im Müritz – Nationalpark zwischen Kratzeburg und Dambeck.


  Wasserscheide  

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Einen Kilometer hinter Dambeck folgen wir links dem großen, blauen "M" - er bezeichnet den Hauptwanderweg Müritz-Nationalpark. Über das Dickenbruch kommen wieder zurück zur Havelquelle und deren Wasserscheide.

Die Havel lässt sich heute in ihrem Ursprung bis ins Dickenbruch, ein Feuchtgebiet südlich des Mühlensees zurückverfolgen. Der Damm zwischen dem Mühlensee und Dickenbruch, auf dem der Weg von Ankershagen nach Ulrichshof verläuft, bildet die Wasserscheide zwischen Nord – und Ostsee. Der Mühlenbach fließt über die Peene in Richtung Ostsee die Havel über die Elbe in Richtung Nordsee.


  Die Badestelle am Mühlensee ist ein idealer Rastplatz  

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Unmittelbar nördlich vom Havelbeginn liegt mitten im Wald der Mühlensee, der hier mit einer viel benutzten Badestelle ausgestattet ist. Diese wird vor allem wegen des sauberen Wassers von vielen Badegästen aufgesucht. Übrigens gehört der 41 Hektar große Mühlensee zu den saubersten Seen in der ganzen Umgebung.


  Naturidylle, Zahlreiche Erlen und Kiefern stehen am Ufer des Mühlensee  

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Entlang des Seeufers des Mühlensees durch die dicht belaubten Buchenmischwälder ist die Vielfalt der Natur sehr beeindruckend, ein Erlebnis ganz besonderer Art. Fast Dreiviertel der Fläche des Müritz – Nationalparks ist mit Wäldern bewachsen.


  Beobachtungsstand am Mühlensee  

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Unterwegs treffe ich auf den Beobachtungsstand „Entenschnapper“, der von der Jost Reinhold – Stiftung errichtet wurde. Vom direkt in das Wasser, zwischen den Buchen gebauten Beobachtungsstand am Ostufer des Mühlensees aus, lässt sich das Leben der Wasservögel gut beobachten. Fast Dreiviertel der Fläche des Müritz-Nationalparks ist mit Wäldern bewachsen. Umgeben von Wäldern ist auch der 41 Hektar große Mühlensee.


  Beobachtungsstand am Mühlensee  

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Nutzen Sie die im Nationalpark errichteten getarnten Hütten und Türme zur störungsfreien Beobachtung der Tierwelt!



   

 

© Karl-Heinz Mayer aus Siegburg, 27 Einträge im Gästebuch von Karl-Heinz Mayer






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