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Zu Fuß, per Rad und auf dem Wasser
Von einem Geheimtipp kann man wahrlich nicht sprechen, dafür ist die Mecklenburgische Seenplatte zu bekannt. In der „Kölner Express“ vom 29.7.05 war zulesen: Als Urlaubsziel allerdings, rückt die Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommern dem liebsten Inlandsziel der Ferienregion Nr.1 Bayern, immer näher. Pfeifen wir also auf aller Herren Länder. Lassen wir die sauer verdienten Märker, die nun endlich Euro heißen einfach mal im eigenen Land. Sanfte Hügel, weite Felder, ausgedehnte Wälder sowie malerische Orte und dazwischen immer wieder große und kleine Seen. Wie ein grobgewebter, blaugrüner Flickenteppich sieht die Mecklenburgische Seenplatte auf der Deutschlandkarte aus. Wir waren begeistert von der überwältigenden Natur, dem vielen Wasser und der Art der Menschen, ein Land zum Durchatmen mit viel Platz drum herum. Hiermit möchten wir Ihre Aufmerksamkeit auf ein schönes, erholsames Bundesland lenken.
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Hinweis: Willkommen in der Mecklenburgischen Seenplatte !Kaum vorstellbar, dass weite Teile von Mecklenburg-Vorpommern vor 15.000 Jahren von einer gewaltigen und mehreren hundert Meter dicken Eisdecke überzogen waren. Von Skandinavien ausgehend schoben sich die Eismassen gen Süden, schufen Senken und Rinnen, Kuppen und eindrucksvolle Höhenzüge. Als das Eis schmolz, formten die Schmelzwässer breite Flusstäler und hinterließen weite Sanderflächen. Riesige Findlinge, deren Ursprung in Skandinavien nachgewiesen werden kann, sind ebenso eindrucksvolle Zeugnisse der Kraft des Eises und des Schmelzwassers. Zudem schuf die Eiszeit eine Besonderheit, die eine ganze Region einzigartig in Deutschland macht – die vielen Seen. Nirgends gibt es so viele Klein – und Großseen auf engstem Raum wie in der Mecklenburgischen Seenplatte. Spuren der letzten Eiszeit finden sich überall. Mohnblumenidylle
Lassen Sie sich verzaubern von mohnrot und kornblumenblau wogenden Felder, von der vielfältigen und reich strukturierten Pflanzen und Tierwelt. Im Land der tausend Seen können auch ein paar Tage wie sechs Wochen erscheinen, soviel steht fest. Im Einklang mit der Natur vergeht die Zeit langsamer. |
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Ein langweiliger Tag kurz nach Weihnachten. Ich surfe durchs Internet, ohne ein bestimmtes Ziel im Kopf zu haben. Plötzlich bleibe ich auf der Homepage von „Louisenhof“ hängen. Neugierig fange ich an zu lesen und stelle fest, dass wir dieses Bundesland noch nicht kennen. Mecklenburg–Vorpommern, da liegt aber der Verdacht nahe: plattes Land, langweilige gerade Straßen und wenn bei schlechtem Wetter der Wind so kräftig bläst, dann heißt es, Schräglagen auf dem Fahrrad. Sieht die Landschaft dort aus wie ein frisch gebügeltes Tischtuch? Einfach vergessen in der hintersten Ecke der Republik liegend? Denkste – aber dazu später. Muss ich nur noch meiner Frau schonend beibringen, dass es statt des beabsichtigten Trip in die Alpen in Gegenrichtung geht. Nachdem mir das einigermaßen gelingt, ist es am 4.6.05 soweit. |
Erste Rast und Rauchpause
Niedersachsens Hauptstadt Hannover zeigen wir schnell den Allerwertesten und schauen, dass wir „Land gewinnen“. Kaum haben wir die A2 verlassen, empfängt uns schlagartig eine andere Welt. Die Landschaft wird wieder zum Maß aller Dinge – das Auge erholt sich, die Nerven beruhigen sich. Irgendwo bei Celle, während der vollbepackte Toyota mit Reisegeschwindigkeit über die Landstrasse schnurrte, bin ich schon in Gedanken an der Mecklenburger Seenplatte. „Eine Ferienwohnung in dieser gottverlassenen Gegend“, schoss es mir durch den Kopf, „noch dazu in einem Ort, der kaum mehr als fünf Häuser zählt?“ Schon kurz nachdem wir ins Bundesland Mecklenburg–Vorpommern gefahren sind, wurde klar, dass wir in eine andere Zeit eingetaucht waren. |
Ferienwohnung im Haus Nr.11
Louisenfeld, ein idyllisches 60 Seelen Dörfchen mitten im Grünen, umgeben von fruchtbaren Äckern und Weiden, 12 Kilometer von Waren / Müritz entfernt. Ein Dutzend Häuser, niedrig, mit Reet – und Dachpfannen gedeckt, mit leuchtenden Farben an Fenstern und Türen. Überall Blumengärten, prallvoll mit blühenden Sträuchern und Stauden. Solch eine Umgebung hatte ich schon lange gesucht. Wer Einsamkeit sucht, hier ist sie zu Hause. In einem ehemaligen Gutshaus von 1876 haben wir bei der Familie Matthes, zwei total nette Gastgeber, im Haus No 11 die gebuchte Ferienwohnung bezogen.
Weitere Informationen von Louisenfeld auf der offiziellen Internetseite: http://www.louisenfeld.de
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Gutshof von 1876
Also ran an den Speck und rein ins Vergnügen, gleich nach dem Aufstehen. Doch das reichhaltige Frühstück mit selbstgemachter Erdbeermarmelade, Bienenhonig, Obstsalaten, Käse – und sonstigen Aufstrichen lässt die Vorstellung vom Aufstieg aufs Fahrrad eher verblassen. Angelika hat sich inzwischen mit dem Ersatzreiseziel angefreundet. Ein Übriges tut der leckere Fisch. Unsere erste Tagestour „Korea“(auf der HP von Louisenfeld.de nachzulesen), führt uns über ein gut gemischtes Potpourri an Strassen. Weil wir langsam dieses Land erobern wollen, unsere Knochen noch ein wenig eingerostet sind, haben wir genau die richtige Strecke zum Eingewöhnen gewählt – schließlich haben wir Urlaub und keinen eiligen Termin. |
Meister Adebar hat sein Refugium gefunden
Nach einem Kilometer sind wir bereits am Ortseingang von Sommerstorf angelangt, und unser Blick fällt direkt auf ein bewohntes Storchennest, das auf einem ca. vier Meter hohen Mast liegt. Die schönen und großen Störche fühlen sich sichtlich wohl in dieser Gegend, wahrscheinlich auch deswegen, weil sie ihre Brutstätten gern in der Nähe menschlicher Behausungen errichten. Auf den Felder, Wiesen und in Söllen finden sie reichlich Nahrung. Die Kamera wird gezückt und die ersten Fotos werden gemacht. |
Fischadlerhorst auf einem Strommast
Hinter der Ortschaft hat ein Fischadlerpaar seinen Horst recht unkonventionell auf einem Strommast gebaut. Die Tiere, voll mit der sie umgebenden Technik vertraut, bewegen sich elegant zwischen den Bündelleitern und den gewaltigen Stahlgerüsten. Auf der B 108 angekommen fahren wir rechts zu der Ortschaft Baumgarten und sind erfreut gleich einen zweiten Storch auf einem Nest vorzufinden. |
Weißstorch bei der Nahrungsaufnahme
Dieses Jahr sind die Störche vier Wochen später als sonst eingetroffen, wie uns ein alteingesessener Insider verriet. Der Storch lebt nicht vom Frosch allein, sondern auch von Regenwürmern, Mäusen und Käfern, wie hier zu sehen – bei der Nahrungssuche. |

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