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| "Kimania" – willkommen auf Mauritius, eine paradiesische 1865 Quadratkilometer große Vulkaninsel im Indischen Ozean, über die der amerikanische Autor Mark Twain in sein Reisetagebuch schrieb: "Gott schuf Mauritius und dann den Himmel". |
21 Grad Celsius hat es am frühen Samstagmorgen, als wir nach elf Stunden Flug von München ankommen. Mit dem Taxibus geht es die Ostküste entlang zum Emeraude Beach Hotel in Belle Mare. Als ich beim Buchen der Reise fragte, was man auf Mauritius alles machen könne, antwortete mir die Dame im Last-Minute-Büro: Man kann mit dem Taxi herumfahren und sich alles anschauen. |
Am nächsten Morgen erkundigte ich mich an der Hotelrezeption nach einem Taxi zum Vulkan Le Pouce und Sonntagsmarkt in Quatre Bornes. Für 1000 Rupien, etwa 40 Euro war Mister Englishmen sofort bereit, mit mir loszufahren. Am Rückspiegel seines Taxis hängen rote Bändchen, denn er ist Hindu, wie die Mehrheit der Bevölkerung. Das Blau der Flagge Mauritius steht für die Katholiken, gelb für die Tamilen und Chinesen, sowie grün für die moslemische Bevölkerung. Englishmen zeigt mir den leuchtend rot blühenden Flamboyantbaum, Avocadofelder und Mangobäume, deren 40 verschiedene Arten es auf der Insel gibt, denn er ist nicht nur beim Hotel angestellter Taxichauffeur sondern auch privater Obstbauer und will mir morgen Papayas mitbringen. |
Ein einheimischer Bauer
Wir überholen einen Bauern auf dem Rad, der ein großes Grasbüschel geladen hat. "Für die Tiere, Kühe und Ziegen", erklärt Englishmen. |
Wir halten an einer Orchideenfarm, um ein Foto zu machen und sind gegen neun Uhr am Fuß des 812 m hohen Le Pouce, dessen Spitze wie ein Daumen aussieht. Der Anstieg windet sich in steilen Kehren hinauf. Ich überhole eine 6-köpfige Familie, die mir am Gipfel Butterbrote anbietet. |
Auf dem Gipfel
Von oben hat man einen herrlichen Blick auf die 145 000 Einwohner zählende Hauptstadt Port Louis, den Nachbargipfel Peter Both und über fast die gesamte Insel. |
Einige Sportler mit einem Paraglider sind ebenfalls hochgestiegen und segeln nun sanft und lautlos hinab. Ich aber mache mich per pedes an den Abstieg und wähle eine andere Route, die einen größeren Bogen schlägt. |
Wie vereinbart bin ich 12.30 Uhr unten, wo mich das Taxi abholt. So bleibt noch genügend Zeit für den Markt in Quatre Bornes, bei dem hauptsächlich Kleidung verkauft wird. In den engen Gängen der Markthallen drängen sich die Hindu im Sari, die Chinesin und Mulattin in Jeans und Shorts sowie die verschleierte Muslim, begleitet von einem Muselmann mit Kinnbart.
In der Mehrzahl sind es aber Frauen, die ihrer Lieblingsbeschäftigung dem Shopping nachgehen. Ich kaufe ein Baumwollunterhemd und einen Schal aus Pashmina, einer Wolle der Kaschmirziege, aber fester und dichter als Kaschmir, den ich um ein Drittel herunterhandeln kann. |
Auf der Rückfahrt kommen wir an der größten Zuckerfabrik der Insel vorbei. Die Holländer, die Mauritius den Namen gaben, brachten auch das Zuckerrohr auf die Insel. Von den Franzosen, die von 1715 bis 1810 die Inselherrschaft innehatten, blieb die Sprache, die mit kreolischem Einschlag gesprochen wird. Von den Engländern, die danach kamen, blieb der Linksverkehr erhalten und die Steinfabriken, wo zuerst noch von Hand, Steine für den Straßenbau gehauen wurden. Inzwischen hat der Tourismus das Zuckerrohr vom ersten Platz der Einnahmen verdrängt.
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