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Ab hier schlenderten wir ziellos durch die Gassen der Altstadt und ließen die faszinierenden Gegensätze auf uns wirken. Neben abrissfälligen Ruinen türmen sich Kirchen und Paläste. Die bunten Häuserfassaden mit ihren schönen Verzierungen zogen uns nahezu magisch an. Die Menschen leben ohne jegliches Zeitgefühl, sie fühlen sich wohl in ihrer Stadt, lieben ihre Musik, die aus einigen Häusern zu hören ist und rauchen ihre geliebten Havannas. Das ist so wirklich ursprünglich, so wirklich Kuba, wie wir es uns vorgestellt haben. |
Die Bar „El Gallo“
Sie zeigten uns die Bar „El Gallo“ an der nächsten Ecke, in der heute Abend ein Salsafestival stattfinden soll. An der Wand hängen Bilder des berühmten Buena Vista Social Club, die hier früher sangen. Wir waren beeindruck, das steht natürlich in keinem Reiseführer.
Wir traten zu viert in die Bar, verewigten uns an der mit Unterschriften geprägten Wand und bestellten vier Mojitos, allerdings ohne Alkohol, schließlich war es erst 9:00 Uhr morgens :-)
Es war eine sehr nette Unterhaltung und wir erfuhren so einiges über Kuba und seine Einwohner. |
Für jeden Kubaner gibt es z. B. monatliche Bezugsscheine für Grundnahrungsmittel, die unter anderem aus Brot, Zucker, Salz, Reis, Bohnen, Eier und Kaffee bestehen, in sehr geringen Mengen, die gerade mal einen halben Monat ausreichen würde. Fisch und Fleisch sind unerschwinglich, Kleidung und Benzin sind im Bezugsschein enthalten. Es ist schwer, über die Runden zu kommen und das wäre das Hauptproblem auf Kuba.
Wir kamen natürlich auch auf Zigarren zu sprechen und ich weiß nicht, ob es ein Fehler war zu sagen, dass wir jemandem zu Hause Zigarren mitbringen sollten. Das Thema war erstmal hinten angestellt, stattdessen zahlten wir die Mojitos und sie nahmen uns mit in einen sogenannten „Bodegas“. Der Laden bestand aus vier Wandregalen, auf denen die Lebensmittel standen. Es war schockierend! Die Regale waren fast leer! Nur hier ein keiner Sack Reis und da ein paar Eier.
Wir traten wieder nach draußen und der nächste Weg führte uns in die nächste Gasse, er ging in eines der vielen heruntergekommenen Wohnhäuser, wir sollten ihm folgen. Ab hier war uns die Sache nicht mehr ganz geheuer. Wir folgten eine steile Treppe nach oben und man bot uns an, Platz zu nehmen. Es sah schön aus hier in der Wohnung. Ein braunes Ledersofa, ein Glastisch, gutaussehende Möbel und ein Teppich. 10 Personen sollen hier angeblich leben, die Wohnung hatte maximal 50 qm!
Nach kurzer Zeit kam er zurück mit vier Schachteln Zigarren. Hier ging der Zigarrenhandel los, auf was haben wir uns bloß eingelassen? Wir wussten bereits auf was wir beim Zigarrenkauf bzgl. Echtheit zu achten haben. Wir wollten die 80,00 CUC teure Kiste kaufen, hatten aber nur 50,00 CUC dabei, der Rest lag im Hotel. Also handelten wir den Preis auf 42,00 CUC herunter. Zähneknirschend, unzufrieden und plötzlich nicht mehr so nett willigte er schließlich ein. Laut seiner Aussage würde die Kiste in der Fabrik dreimal so viel kosten. Was nun von allem der Wahrheit entspricht, bleibt in den Sternen. Nach Geldübergabe und Erhalt der Ware verließen wir das Haus durch die enge Treppe nach unten und waren froh, endlich wieder draußen zu sein... |
Straßenszene am Parque Central
Trotzdem wollten wir immernoch die Calle Obispo zum Capitolio laufen, also nahmen wir denselben Weg zum zweiten mal und kamen am Parque Central heraus. |
Schöner Blick auf das Capitolio
Das Capitolio ist dem amerikanischen Capitol sehr ähnlich und wurde nach 17 Jahren Bauzeit 1929 fertig gestellt. Es zählt zu den imposantesten Gebäuden der Stadt mit einer 90 Meter hohen Kuppel in Stahlskelettbauweise. |

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