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Maligne Lake mit Bootshaus
Ich kam anschließend am Medicine Lake vorbei, der sich gänzlich anders als im Herbst präsentierte. Hauptsächlich dadurch, dass Wasser drin war. Der See wird nämlich von Gletscherwasser gespeist, hat aber viele unterirdische Ausflüsse. Wenn die Sonne im Herbst an Kraft verliert und weniger Wasser hinein fließt als hinaus, läuft der See langsam leer. Für die Indianer, die von den unterirdischen Abflüssen nichts wussten, war das starke Medizin, daher auch der Name. Als ich endlich den Maligne Lake erreichte, war die letzte Bootstour schon vorbei, so dass ich auf das Standardfoto von Spirit Island vor dem Hintergrund der Berge verzichten musste. Dafür schoss ich das fast ebenso oft gesehene Foto des Sees mit dem rot bedachten Bootshaus und stellte einer Harlekin-Ente mit dem Tele nach. |
Wapiti-Herde
Ich fuhr die Straße zurück und dann Richtung Ostausgang des Parks. Hier gibt es oftmals Viecher zu sehen, so auch an diesem Tag. Drei recht große Wapiti-Hirsche verursachten den üblichen Touristenauflauf. Am besten, wie üblich, die Japaner. Ich habe eigentlich nix gegen die, aber wenn sie ihr Heimatland verlassen, müssen sie ihr Hirn wohl an der Grenze abgeben. Da gibt es Eltern, die ihre Kinder fünf Meter vor den Wapitis platzieren und die Tiere mit Rufen oder Steinen zu etwas mehr action bewegen wollen. Als nächstes sah ich eine Herde Bergziegen mit einem Jungtier, die erst über die Berge flüchteten, als ein – ja richtig – Japaner ganz nah heran ging, wahrscheinlich um die Tiere zu streicheln. |
Schwarzbären
Trotzdem es für ein Bad in den heißen Quellen schon zu spät war, fuhr ich noch mal den Weg zu den Miette Hotsprings, da auch hier oft Tiere zu sehen sind. Munter vor mich her fahrend sah ich plötzlich etwas Schwarzes im Buschwerk am linken Straßenrand. Ein Schwarzbär. Nein, eine Bärin. Drei kleine schwarze Knäuel tollten vergnügt um sie herum und spielten miteinander. Rund zehn Minuten beobachtete ich die Bärchen in aller Ruhe beim Spielen. Am liebsten hätte ich ja mit gemacht, aber da kenne ich jemanden, die wahrscheinlich etwas dagegen gehabt hätte (außerdem bin ich ja schließlich kein Japaner). In aller Ruhe überquerte die Bärin die Straße und schwupp, schwupp, schwupp, flitzten die Bärchen hinterher. Sie standen direkt vor meinem Wagen, den sie neugierig beobachteten und bei mir war natürlich gerade in dem Moment der Film zu Ende. Schiet, aber viel wichtiger und schöner war es ja, so etwas überhaupt gesehen zu haben. |
Als es am nächsten Morgen wieder regnete, fuhr ich aus dem Jasper in den Mt. Robson Park. Eben jener ist mit knapp 4.000 Metern der höchste Berg der kanadischen Rockies. Leider regnete es noch immer und außerdem drängte es mich zum Yukon. |

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