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Eine Reisereportage von Uschi Poehler

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< Es war der herrlichste Anblick, den ich je in Afrika gehabt habe. Schaut man nach rechts von der Insel in den Spalt hinunter, so sieht man nichts als eine dichte weiße Wolke, auf der sich, als wir dort waren, zwei leuchtende bunte Regenbogen zeigten. Aus dieser Wolke hob sich eine zwei- bis dreihundert Fuß hohe Dunstsäule, die oben die Farbe von dunklem Rauch annahm und als ein dichter Regen herunterfiel, der uns bald bis auf die Haut durchnässte >

David Livingstone, der Entdecker der Victoria-Fälle

145 Jahre später ...



Mit Poltern und Kreischlauten werden wir geweckt. Draußen im Garten treibt eine Gruppe Grüner Meerkatzen gerade sein Unwesen. Auf unserem Balkon müssen sie auch schon gewesen sein. Unsere Schuhe, die ich dort nach einer gründlichen Reinigung zum Trocknen hingestellt hatte, haben sie total durcheinander geworfen. Zum Glück haben sie keinen der Schuhe stibitzt.Wir machen uns schnell fertig und gehen zum Frühstück. Es ist recht voll, doch wir finden noch ein Plätzchen. Auch nach 20 Jahren Unabhängigkeit erinnert hier alles noch ein wenig an die frühere englische Kolonie. Nach den Tagen der Ungezwungenheit in der Wildnis von Botswana müssen wir uns an diese Steifheit erst wieder gewöhnen.

  Blick von der Dachterrasse der Rainbow-Hotels auf die Victoria-Fälle  

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Nach dem Frühstück steigen wir schnell noch auf die Dachterrasse vom „Rainbow-Hotel“. Wie erhofft haben wir einen herrlichen Rundblick und können ganz genau den „Donnernden Rauch“ der Victoria-Fälle sehen.


  Hier müssen wir entlang  

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Heute ist es endlich soweit. Aus Filmen, Büchern und Reisebeschreibungen berühmter Afrikaforscher kennen wir sie schon lange, doch heute werden wir sie live und ganz aus der Nähe sehen.

Noch ein kurzer Blick auf den Stadtplan, dann kann es losgehen.


  Mit unserem wasserfesten kleinen Plan werden wir uns doch hoffentlich nicht verlaufen  

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Direkt beim Eingang zu den Victoria-Fällen gibt es eine kleine Ausstellung über die Geologie und die Entdeckungsgeschichte der Fälle. Der Sambesi ist mit 2700 km der viertlängste Strom Afrikas. Im Bereich der Victoria-Fälle bildet er die natürliche Grenze zu Zambia. 12 km oberhalb der Fälle fließt der Sambesi noch ganz ruhig. Das konnten wir gestern Abend bei unserer Sundowner-Tour selbst erleben. Er lagert Sand ab und bildet Inseln. Ca. 3 km vor den Fällen wird er schneller, es bilden sich Stromschnellen und kurze Zeit später stürzt er in einer Breite von 1.700 Metern in eine 108 Meter tiefe Schlucht, die genau im rechten Winkel zum Flusslauf liegt.

Schnell noch ein Blick auf unsere kleine wasserdichte Wanderkarte, die wir uns am Eingang gekauft haben.

Dann kann das Abenteuer „Victoria-Fälle“ beginnen. Die Einheimischen nennen die Victoria-Fälle „Mosi oa Tunya“. Es bedeutet „Rauch mit Donner“ oder auch "Rauch der donnert".

Und es stimmt haargenau. Je näher wir den Fällen kommen je mehr donnert es. Verständigen können wir uns nur noch durch Anbrüllen oder Zeichensprache.



  Der < Donnernde Rauch > versperrt uns immer wieder die Sicht  

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Über eine glitschige, in Felsen geschlagene Treppe steigen wir abwärts. Von einer kleinen Plattform könnte man direkt in die Schlucht der Fälle schauen. Wäre da nicht der „Rauch“. Der Rauch ist die Gischt, die als Regennebelwand aus der Tiefe emporsteigt. Der Eindruck ist überwältigend, auch wenn man von den Fällen selbst nur immer wieder kleine Bruchstücke sieht.


  Sind wir hier im Regenbogenland?  

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Eingebettet in einem immergrünen Regenwald überspannen schillernde Regenbogen die Schlucht. Ein Anblick, von dem man sich nur schwer wieder losreißen kann.


  Der Entdecker der Victoria-Fälle  

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Kurze Zeit später stehen wir vor dem Denkmal von David Livingstone. Livingstone war der erste Europäer, der 1855 während seiner Forschungsreisen durch das südliche Afrika die Fälle entdeckte. Als Ehrung gegenüber der damaligen englischen Königin nannte er seine Entdeckung „Victoria-Fälle“.

Schon vor vielen Jahren hatten wir mit Begeisterung Bücher über Livingstones Forschungsreisen gelesen. Damals hatten wir davon geträumt doch nie erhofft irgendwann mal seinen Spuren zu folgen. Doch wie durch Wunder werden Träume eben manchmal wahr.....


  Blick auf den Sambesi oberhalb der Fälle  

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Wir genießen den Blick zum „Devil’s Cataract“, der wirklich ein wenig teuflisch wirkt. Ein Stück flussaufwärts fließt der Sambesi noch relativ ruhig, bevor sich ein Teil von ihm zwischen Cataract Island und unserem Standort über unzählige Felsenklippen brodelnd und polternd und gar nicht mehr friedlich in die Tiefe stürzt.






 

© Uschi Poehler aus Thüringen, 7 Einträge im Gästebuch von Uschi Poehler





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