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8. Kyoto: der Mythos der Geishas
Der Geisha-Beruf ist im heutigen Japan nicht mehr so verbreitet. Im Jahr 2007 gab es noch etwa 2000 in ganz Japan und Kyoto hat mit etwa 180, den grössten Geisha-Anteil des Landes. Die Quartiere in denen die Geishas wohnen und arbeiten nennen sich Hanamachi. Die heute noch existierenden Hanamachi (Geisha Quartiere) verteilen sich grösstenteils auf die drei Grossstädte Kyoto, Osaka und Tokyo, in denen die traditionelle Kultur Japans zusammen mit den Geisha überdauert hat.
Kyoto verfügt über fünf Hanamachi, welche hier wie früher noch als „Kagai“ bezeichnet werden:
Gion Kōbu, Gion Higashi-shinchi (Gion wird manchmal nur als ein Viertel gezählt), Kamishichiken, Miyagawa-chō und Ponto-chō.
Ein Aussenseiter hat normalerweise keine Möglichkeit einen Abend mit einer Geisha zu verbringen; es wir erwartet, dass man von einem Stammkunden eingeführt wird. |
Hinweis: Geishas, Bewahrerinnen der traditionellen KünsteEine Geisha (jap. 芸者, Person der Künste) ist eine japanische Unterhaltungskünstlerin, die traditionelle Künste darbietet. Sie muss einen strikten Kleiderkodex einzuhalten. Ihre Gesichter werden flächendeckend mit einer (Shiroi) Paste schneeweiss geschminkt. Auch ihr Haar muss ganz genau in eine bestimmte Form gebracht werden. Dazu tragen sie einen Kimono aus schönen kostbaren Stoffen und spezielle Schuhe, die Getas (Holzsandalen).
Eine Geisha-Auszubildende nennt man Maiko. An der Frisur einer Maiko mit ihren Kanzashi (Haarschmuck) kann man erkennen, in welchem Abschnitt ihrer Ausbildung sie gerade steht.
Während der Meiji-Restauration im Jahr 1868 wandelte sich die Rolle der Geisha‘s zu Bewahrerinnen der traditionellen Künste, welche nichts mit der japanischen Sexindustrie zu tun haben. Erotik spielt bei der Unterhaltung der Gäste zwar durchaus eine Rolle, bleibt aber subtil. So wird es bereits als erotisch empfunden, wenn bei der Geisha der Nacken unbedeckt ist oder wenn beim Einschenken des Tees ein Stück des Unterarms sichtbar wird. Beim Hinsetzen darf die Geisha auch kurz mit ihrem eigenen Bein das Bein ihres Gegenübers berühren, was in gewisser Weise schon als erotische Handlung angesehen wird. Ein Bestandteil des traditionellen Make-ups ist ein Muster im Nacken, das stilisierte Schamlippen symbolisieren soll und als äusserst erotisch gilt.
In Kyoto soll es etwa 180 Geisha’s geben und in ganz Japan knappe 2'000. Bei Anbruch der Dämmerung kann man in einigen Stadtvierteln, z.B. im Gion Quartier, ab und zu eine Geisha sehen wenn sie den Weg vom Taxi zu einem Teehaus zurücklegt, in dem sie dann ihre gutbetuchte Kundschaft unterhalten wird. Eine Gruppe wohlhabender Herren bezahlt bis zu € 2'500 pro Abend um in der Gesellschaft von zwei bis drei Geisha‘s zu sein. Ohne speziell auf sie zu „lauern“ wie dies Horden anderer Touristen machen, begegneten wir fast 20 dieser Damen; vor allem in Kyoto, aber auch in Tokyo.
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kleine Gasse in Ponto-chō
Entlang dieser kleinen Gasse im Hanamachi Ponto-chō befinden sich einige der Teehäuser, in denen die Geishas ihre gut betuchte Kundschaft unterhalten und bewirten. |
Restaurant Eingang
Die Teehäuser in denen die Geishas arbeiten nennen sich Ochaya (jap. お茶屋), normale Teehäuser hingegen nennen sich Chashitsu (jap. 茶室). |
Restaurant Laufburschen
Die Ochaya(Teehäuser) haben keine eigene Küche und die Geishas sind schliesslich zur Unterhaltung der Gäste und nicht zum kochen da. Deshalb wird das Essen, welches von den Geishas serviert wird, in einem noblen Restaurant bestellt und per Fahrradkurier ins Teehaus gebracht. |
Mehr dazu im Reisebericht Japan: Unerwartetes an allen Ecken und Enden

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