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2. Takayama: Kleinstadt in den Bergen; Teil 1
Da wir auch sehen wollten wie es in Japan auf dem Land zugeht, nahmen wir zuerst den Shinkansen von Tokyo nach Nagoya, wo wir in den „Limited Express“ nach Takayama in den Bergen umstiegen.
Diese Kleinstadt mit 30'000 Einwohnern fühlt sich definitiv eher wie ein Dorf an, auch wenn sie mit 2.180 km² flächenmässig die grösste Gemeinde Japans ist. Sie liegt im Zentrum der Hida-Region, welche auch die nahegelegenen japanischen Alpen umfasst. Dass es hier oben recht touristisch zugeht, hat verschiedene Gründe. Zum einen besteht der Ortskern aus gut erhaltenen Holzhäusern aus der Edo Epoche und zum zweiten waren dank dem kühleren Gebirgsklima die Kirschbäume in voller Blüte; gerade jetzt!
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Sehenswürdigkeit: Häuser aus der Edo Periode in TakayamaTakayama hat eine und gut erhaltene Altstadt. Die alten traditionellen Häuser im Zentrum stammen aus der Edo Periode und wurden ums Jahr 1615 als Handelshäuser gebaut. Ihre dunklen Holzfassaden sind in gutem Zustand und ihre Vorderseite ist mit schmalen langen Holzsparren dekoriert, welche Fenster und Schiebetüren wie ein Gitter überziehen. In früheren Zeiten hat man anstelle von Glasscheiben dünnes Reispapier verwendet. Altstadt aus der Edo Periode
Früher wurde Reispapier anstelle von Glas verwendet um die Fenster zu bedecken.
Erst nachdem wir dies gesehen hatten, achteten wir uns und bemerkten, dass selbst moderne Häuser kaum durchsichtige Scheiben haben. Entweder verwendete man Milchglas oder es hatte dicke Vorhänge die den ganzen Tag geschlossen waren.
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schöne Geschäfte
Heute werden die historischen Edo Gebäude in der Altstadt von Takayama oft für Touristen-Geschäfte gebraucht. |
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Hinweis: Übernachtung im RyokanEin Ryokan (jap. 旅館, wörtlich: Reisegasthaus) ist in Japan ein traditionell eingerichtetes Gästehaus. Bei einem Ryokan für Touristen sind Frühstück und Abendessen normalerweise im Preis enthalten, es ist jedoch ab und zu auch möglich, eine Übernachtung ohne Mahlzeiten (sudomari 素泊まり) zu bekommen.
In einem Ryokan (genauso wie in einer Wohnung) lässt man die Schuhe beim Eingang. Dort stehen Pantoffeln in verschiedenen Grössen zur Verfügung. Damit geht man dann bis zum Zimmer und lässt sie davor stehen, da man die Tatami Matten ohne Schuhe betritt. Wenn man zur Toilette geht, steht dort wiederum ein separates Paar Pantoffeln, da es als unhygienisch gilt, Schuhe welche im Klo getragen wurden sonstwohin zu nehmen.
Normalerweise stehen den Gästen Kimono’s zur Verfügung mit denen man ins Gemeinschaftsbad (Onsen oder Sentō) geht. Dort stehen kleine Hocker auf die man sich zum einseifen setzen kann. Grosse Flaschen mit Shampoo, Haarbalsam und Seife stehen immer zur Verfügung. Nachdem man sich mit einem Eimer oder der Dusche abgespült hat und sauber ist, taucht man in die bereitstehende grosse heisse Wanne. Diese ist nicht als Badewanne gedacht, sondern eher wie ein stilles Sprudelbad und dasselbe Wasser wird später noch von anderen Gästen benutzt.
Die Zimmer in einem Ryokan sind normalerweise typisch japanisch gestaltet: Die Böden sind mit Tatami-Matten ausgelegt. Die mit durchscheinendem Japanpapier (Washi) bespannten Schiebetüren sind Raumteiler und gelten als traditionelle Elemente der japanischen Innenarchitektur. Es kann vorkommen, dass auch die Trennwand zum Nachbarzimmer nur aus einer solchen Schiebetür besteht. Wenn das Ryokan aber nicht voll belegt ist, wird diese Schiebetür wenn man Glück hat vom Besitzer geöffnet, und man kriegt ein doppelt so grosses (d.h. nicht ganz so kleines) Zimmer.
Geschlafen wird auf Futon Matratzen, welche tagsüber eingerollt werden. Sie machen einem kleinem, nur etwa 30 cm hohen Tisch Platz, vor dem man am Boden auf der Tatami Matte sitzt. Zum Empfang steht dort meist grüner Tee und für die Region typisches Gebäck oder eine andere Süßigkeit bereit. unser Zi im Ryokan O Michi
Dank dem wir im Ryokan O Michi die einzigen Gäste waren, gab man uns ein grösseres Zimmer zum selben Preis und so hatten wir dann tatsächlich zwei ganze Zimmer; 8 Tatami im Schlafsaal (13 m²) sowie 6 Tatami (9.7 m²) als Wohnzimmer zur Verfügung. Wir haben dies so richtig genossen, wohlwissend dass uns hier mehr Platz zur Verfügung steht, als einer durchschnittlichen japanischen Familie in den Grossstädten. |
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Hinweis: Was ist ein Tatami?Zimmer oder Wohnungssuche in Japan ist nicht immer einfach, schon die Flächenangabe lässt Nicht-Japaner verzweifeln: Die Grösse wird nicht etwa in Quadratmeter sondern in Tatami angegeben. Ist nun „3 Tatami“. gross oder klein und bitteschön was ist ein Tatami?
Tatami (jap. 畳) ist eine Matte aus Reisstroh, die in Japan als Fußboden in washitsu (traditionell gestalteten Zimmern) verwendet wird. Die Grösse wird aber auch in modern gestalteten Zimmern in Tatami angegeben. In der Nacht wird der Futon auf den Tatami ausgebreitet, um als Schlafstätte zu dienen.
Die Länge und die Breite sind von Region zu Region etwas unterschiedlich. In Tokyo z.B. ist ein Tatami 180cm lang und 90 cm breit, in Kyoto hingegen misst er etwa 95.5 cm x 191 cm. Es wäre ja zu einfach, wenn alle überall gleich gross wären, ein wenig Verwirrung darf schon gestiftet werden, aber wenigstens ist ein halber Tatami immer halb so gross und alle sind etwa 5.5 cm dick.
Tatami Matten dürfen nie mit Schuhen betreten werden. Sie fühlen sich im Sommer angenehm kühl und im Winter angenehm warm an.
Für Europäische Verhältnisse sind die meisten Zimmer in Japan nicht nur klein sondern winzig. Unser Doppelzimmer in Tokyo war beispielsweise 4 ½ Tatami gross, so lag eine halbe Tatamimatte in der Mitte, eingerahmt von vier ganzen, was eine Zimmerfläche von 2.70x2.70m (7.29 m²) entsprach. Ein Einzelzimmer in der gleichen Unterkunft ist 3 Tatami (4.86 m²) gross.
Neue Tatami Matten haben eine grünliche Oberfläche. Wenn sie älter werden, gehen die Farben in gelb-bräunliche Farbtöne über. Dieser Alterungsprozess wird, soweit die Matten anderweitig nicht allzu starke Abnutzungserscheinungen aufweisen, in Japan positiv gewertet, denn er zeugt vom Leben und der Geschichte.
Tatami Matten
Tatami Matten bilden den traditionellen Bodenbelag in Japan. |
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der neue ist zu lang
Hier in Takayama waren die Häuser und Wohnungen etwas grösser als in Tokyo, aber sie waren oft so nahe nebeneinander gebaut, dass man vom Fenster aus die Hauswand des Nachbarn berühren konnte. Wer sich ein Auto kauft, welches leicht grösser ist als ein „Smart“ wird grosse Schwierigkeiten haben, dass es in die Garage passt. Wir sahen viele Garagen in denen auch kleine Autos nicht ganz Platz hatten und das Garagentor deshalb nur bis zur Motorhaube hinunter gelassen werden konnte. An anderen Orten hatten die Autobesitzer so knappe Einfahrten in ihre Parkplätze, dass es nicht zu vermeiden war, dass sie immer wieder neue Kratzer kassierten.
Nicht weit vom Zentrum entfernt, fanden wir die ersten Reis- und Gemüsefelder. Am Dorfrand sind sie eingeklemmt zwischen den Häusern und jedes noch so kleine Stück Land wird bepflanzt, selbst wenn es nur 10 m² gross ist. Genügend Platz ist auch auf dem Land ein Luxus, den sich nur wenige Japaner leisten können.
Ausserhalb des Dorfes waren die Häuser nochmals deutlich grösser und einige gehörten offensichtlich dem wohlhabenderen Teil der Bevölkerung. Deren Häuser waren nicht unbedingt grosse ausschweifende Villen, sondern hoben sich eher durch ihre speziell schönen und komplizierten Dächer ab. Mehrere Dachluken und übereinanderliegende kleine Dächer waren ineinander verwinkelt. Der nächste Luxus waren die kleinen Gärten um diese Häuser, wo jeder Baum und jeder Busch kunstvoll zurechtgeschnitten war. |
leckeres aus der Konditorei
In ganz Japan gibt es Konditoreien in Hülle und Fülle. Alleine im Zentrum von Takayama fanden wir mindestens fünf davon. Das Angebotene ist meist preiswert und schmeckt noch besser als in Europa. In Japan ist eine gute Kopie oft besser als das Original!
Wenn es um die Preisgestaltung geht, ist man in Japan sehr korrekt. Es würde niemand auch nur daran denken alle Sandwiches zum Einheitspreis von ¥ 299 (€ 1.85) zu verkaufen. Ganz und gar nicht; je nach Füllung wird der Preis individuell berechnet und so kostet das eine Sandwich dann ¥ 298, ein anderes 301 und ein drittes 302. Echte Rappenspalter können da gut und gerne jeden Tag ein paar Cents sparen, wenn sie auf teure Sandwich-Füllungen verzichten!
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Mehr dazu im Reisebericht Japan: Unerwartetes an allen Ecken und Enden

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