 |
16. Tokyo: Harajuku
Die Gegend um Tokyos Harajuku JR Bahnhof offeriert dem interessierten Besucher total unterschiedliche Attraktionen. Neben dem Meiji Jinguneien Shrine hat sich die Cos-Play-Zoku (Kostümspielbande) in der Neuzeit sicher ebenfalls als Attraktion etabliert. Takeshita-dōri und der Harajuku-Abschnitt der Meiji-dōri sind die wichtigsten Einkaufsmeilen dieses Stadviertels. Harajuku gehört zum Bezirk Shibuja. |
Kleine hölzerne Wunschtafeln
Auf solche kleine hölzerne Wunschtafeln wie hier beim Meiji Shrine, schreiben Japaner einen Wunsch auf, um damit um die Gunst der Götter zu ersuchen.
Weitere Bilder in der Galerie Fotoalbum Meiji Jinguneien Shrine 8 Der Meiji Jinguneien Shrine wurde 1915 erstellt, um den 1912 verstorbenen Kaisers Meiji und seine 2 Jahre später verschiede Frau zu ehren. das Originalgebäude wurde im zweiten Weltkrieg zerstört, aber 1958 mit Spendengeldern wieder aufgebaut. |
|
Schuhe schnurgerade arrangiert
Ordnung ist etwas vom Wichtigsten im Leben eines Japaners. Wenn ein Tempel oder sonst ein Gebäude nur ohne Schuhe betreten werden darf, werden die Schuhe immer schnurgerade nebeneinander gestellt. Vor einem Tempel sahen wir diese zwei langen Reihen mit Kinder-Turnschuhen. Ja tatsächlich: Kindern ist es erlaubt Sportschuhe zu ihrer anzugähnlichen Uniform zu tragen, welche im Übrigen von der Armeeuniform abgeleitet wurde, kein Witz! |
Sehenswürdigkeit: Cosplay in TokyoEgal ob Kinder oder Erwachsene, ob Freizeit oder Arbeit, die Japaner kleiden sich normalerweise mit einem schwarzem Anzug und weissem Hemde. Nur ein paar ausgeflippte junge Leute: vor allem Mädels, brechen aus und kleiden sich schrill.
In Tokyo versammeln sie sich normalerweise jeden Sonntag, auf der Jingu-bashi Brücke und im Meiji Park beides in der Nähe des Harajuku JR Bahnhofs. Gegenüber des Bahnhofs befindet sich die Takeshita Dori, eine etwas touristische Gasse, wo die speziellen Kleidungsstücke verkauft werden, deshalb findet man dort fast immer ein paar speziell gekleidete junge Japaner.
Sie sind unter dem Namen „Cos Play Zoku“ Kostüm-Spiel-Bande verschrien. Als erstes bleichen sie ihre Haare und tragen viel Make-up auf. Sie tragen was immer ihnen hilft sich von der Masse abzuheben.
Viele dieser Jugendlichen werden in der Schule von den andern ausgegrenzt und so finden sie ein Ventil und Selbstverwirklichung in ihren temporären Wochenend-Identitäten.
Takeshita Dori
Hier in Tokyo‘s Takeshita Dori werden die von den Cos-Playern so begehrten Kleidungsstücke angeboten. |
Cos Play Mädchen
Ein Mitglied Cos-Play-Zoku (Kostümspielbande, wie die Cos Player in Japan genannt werden) in der Takeshita Dori in Tokyo.
Alle die glauben (wie wir dies in verschiedenen Blog Beiträgen gelesen haben) dass die Cos Player in der Japanischen Gesellschaft besser akzeptiert sind als im Westen, müssen wir enttäuschen. Akzeptierte Kleidung heisst in Japan schwarzer (oder dunkelblauer) Anzug oder Uniform, weisses Hemd und Krawatte) und dies möglichst 7 Tage pro Woche und 20 Stunden. pro Tag. Selbstverständlich gilt dies auch für Kinder und Jugendliche, sie sollen schliesslich seriös aufs Erwachsenenleben vorbereitet werden. Schul-Uniformen unterschieden sich (fast) nur in der Kleidergrösse von den schwarzen Anzügen der Salaryman (Gehaltsempfänger).
Weitere Bilder in der Galerie Fotoalbum Cos Play Zoku bei Harajuku 11 Jeden Sonntagnachmittag ist die kleine Brücke zwischen dem Harajuku JR Bahnhof in Tokyo und dem Eingang zum Yoyogi-Park der beliebteste Treffpunkt für aufwändig und fantasievoll verkleidete, jugendliche Cos Player. Unter der Woche sieht man oft einig |
|
|
Hundemode
In Japan beobachteten wir mit Staunen, wie mindestens die Hälfte der Hunde T-Shirts trugen, vor allem die kleinen Rassen. Anderen wiederum hatte man das Fell in alle möglichen Formen toupiert. Um ihren Lieblingen zu viel Bewegung zu ersparen, fuhren einige Hundenarren ihre Bonsai Tiere in speziellen Wägelchen Gassi – wie in Kinderwagen. Ein Hund musste sogar Windeln tragen.
In einer Gesellschaft die es unterdrückt, dass sich das Individuum selbst verwirklichen kann, ist es vermutlich nur normal, dass sich der Einzelne über sein Haustier zu verwirklichen sucht. Und wer kein Haustier hat, toupiert halt seine Pflanzen,… |
Hundemode Spezialgeschäft an der Takeshita Dori
Und wo kaufen sich Japaner/innen die Kleidchen für den Vierbeiner? Natürlich im Hundemodegeschäft.
Wir sahen Geschäfte die nichts anderen als „Hunde Kleidung“ verkauften. So gab es Mäntelchen und sonstige (Ver-) Kleidchen als Bienen, Erdbeeren oder Walt Disney Figuren. |
Tokyo, Leben in einer Kartonschachtel
Ein grosses Problem in Japan ist die steigende Zahl der Obdachlosen. Wir haben etwas über die Gründe erfahren, weshalb diese Leute obdachlos wurden und diese sind erstaunlich und frustrierend. Diese Leute haben sich freiwillig dafür entschieden so zu leben, da sie nicht mehr bereit sind, mit den Zwängen und Ausgrenzungen in ihrem Umfeld zu leben. Ihr „Fehlverhalten“ war vielleicht nichts Schlimmeres als dass sie sich scheiden liessen oder dass sie nicht mehr bereit waren an den täglichen Sauforgien ihrer Arbeitskollegen teilzunehmen. Man hat sie deswegen so stark verstossen, dass sie es schlussendlich vorzogen, auszusteigen und in einer Kartonschachtel zu hausen.
Die Offerten der Regierung, ihnen wieder eine Arbeit und eine Wohnung zu geben, lehnen sie schlichtweg ab. Sie müssen sich so viel besser fühlen, seit ihnen die Flucht vor der Gesellschaft gelungen ist.
Wir sahen sehr viele dieser Obdachlosen, aber nicht einer hat gebettelt! Allem Anschein nach haben sie andere Mittel zum Überleben gefunden.
Trotzdem legen sie nicht alle alten Gewohnheiten ab: die Schuhe werden am Abend ordentlich im 90° Winkel zur Box ausgerichtet, bevor sie sich darin schlafen legen.
Im freien und demokratischen Japan ist der soziale Druck und die Ausgrenzungen der Gesellschaft so stark, dass der durchschnittliche Japaner deutlich weniger Freiheit hat (bzw. nimmt), als der durchschnittliche Chinese im (offiziell) kommunistisch regierten China. Wir haben erst noch im Sommer 2008 in der „International Herald Tribune“ gelesen, dass Japanische Ingenieure der Freiheit wegen vermehrt auch nach China auswandern! |
Mehr dazu im Reisebericht Japan: Unerwartetes an allen Ecken und Enden

|