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Eine Reisereportage von Brigitte & Heinz

Inhalt

 
1. Ankunft in Tokyo, erste Eindrücke
 
2. Takayama: Kleinstadt in den Bergen; Teil 1
 
3. Takayama: Kleinstadt in den Bergen; Teil 2
 
4. Kyoto: Einführung & modernes Leben
 
5. Kyoto: nicht nur Pflanzen sind Bonsai
 
6. Kyoto: das Leben in der (Alt)stadt
 
7. Kyoto: Tempel und Schreine
 
8. Kyoto: der Mythos der Geishas
 
9. Essen in Japan
 
10. Japan: Platz ist der grösste Luxus
 
11. Tokyo: Bahnhofsviertel & Asakusa
 
12. Tokyo: Shinjuku & Odaiba
 
13. Tokyo: Akihabara & Ginza
 
14. Tokyo: Ueno
 
15. Tokyo: Shibuya
 
16. Tokyo: Harajuku
 
17. Schlussgedanken

10. Japan: Platz ist der grösste Luxus



Japan ist ein sehr dicht bevölkertes Land und deshalb ist Platz knapp und ein grosser Luxus, nicht nur, aber vor allem in den Städten. In Tokyos Stadtbezirken müssen sich z.B. gemäss der 2005-er Volkszählung 8.483.050 Einwohner sich eine Fläche von nur 621,45 km² teilen. Dies ergibt eine Bevölkerungsdichte von 13.650 Einwohner/km². Obwohl sich Japaner einiges einfallen liessen um Platz zu sparen, müssen sie trotzdem immer noch in sehr engen Verhältnissen leben.

So werden z.B. in ganz Japan oft Schiebetüren verwendet um Platz zu sparen. Nicht nur bei Gebäuden, sondern auch in Stadtbussen, da damit noch ein paar Leute mehr ins Fahrzeug hinein passen. Bei Gebäuden vor denen viele Leute durchgehen, sind Kontaktmatten und Lichtschranken nicht praktisch und so befindet sich an der Tür oft ein Sensor, der bei Berührung den Öffnungsmechanismus aktiviert.

  kompaktes WC  

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Um den Platz optimal zu nutzen haben viele japanische Toiletten ein kleines Lavabo in den Spülkasten integriert. Beim Aktivieren der Spülung fliesst das Wasser, welches den Spülkasten wieder füllt, durch einen Hahn über das Lavabo und kann somit zuerst zum Händewaschen benutzt werden.



Sehenswürdigkeit: Parksilos in Japan oder 30 Parklätze auf 36 m2

Wie parkiert man auf einem Grundstück von nur 6x6m Grösse 30 Autos? In Japan ist dies überhaupt kein Problem, die hier beschriebene Lösung sieht man nicht nur in den Grossstädten sondern auch auf dem Land.

Ein hohes schmales Siloähnliches Gebäude wird mit einem Lift ausgestattet, welcher eigentlich eher wie ein Förderband funktioniert, das die Wagen auf 30 Plattformen rotiert und per Knopfdruck in die richtige Position bringt. Normalerweise befinden sich 14 Autos in der linken, 14 in der rechten Silohälfte, sowie je eines oben und unten in der Mitte.

Wenn ein Fahrer seinen Wagen wieder abholt, dauert es nie länger als zwei Minuten bis der Parkplatz-Wärter das Fahrzeug per Knopfdruck wieder zur Ausfahrt runter gerufen hat. Ab und zu steht direkt hinter so einem Silo noch ein zweites und in diesen Fällen werden im vorderen Silo nur 29 Parkplätze belegt, da einer als Durchfahrt ins hintere Abteil gebraucht wird.

Um das Ein- und Ausfahren unter engen Platzverhältnissen zu vereinfachen, befindet sich jeweils unter oder vor dem Silo eine Drehscheibe mit der die Fahrzeuge vor der Ausfahrt wieder in die Position der Strasse entgegen gedreht werden.

  Parksilo  

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In solchen Silos werden in Japan auf 6x6 Metern Grundfläche tatsächlich 30 Autos „parkiert“. Europa hat das Potenzial der viele Kirchtürme, welche bloss als Glockenhalter herhalten müssen, (noch) nicht erkannt!


  Drehscheibe bei der Ausfahrt  
  in / vor vielen Parksilos, Tokyo[1]

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Wenn der Platz für eine richtige Ausfahrt knapp ist, muss eine Drehscheibe her, um den Wagen startklar in Position zu bringen.


  Tankstelle ohne Zapfsäule  
  Tokyo[1]

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Auch das spart viel Platz: Tankstellen ganz ohne Zapfsäulen. Stattdessen hängen die Benzinschläuche von der Decke und genau dort ist auch die Digitalanzeige platziert.


  enge Wohnungen  

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In den Grossstädten sahen wir die Inserate der Immobilien Makler, wo nur die allerteuersten Wohnungen zwei, ausnahmsweise sogar drei Zimmer haben. Die kleinsten Wohnungen bestehen aus einem kombinierten Wohn/Schlafzimmer, welches nur 4.5 Tatami (7.3 m²) misst und dazu gibt es eine Toilette, ein Mini Bad aber keine Küche!

Die gängigsten Wohnungen in den Städten sind allerdings schon etwas grösser; so etwa 6 Tatami (9.7 m²) für das üblicherweise einzige Zimmer. Dazu kommen dann insgesamt weitere 6 m² für die Toilette, Dusche, eine Bonsai-Küche und den Gang. Etwas luxuriösere Wohnungen bieten vielleicht noch ein separates Schlafzimmer, welches so 4.9 m² gross ist (3 Tatami)

Erst draussen in den Vororten gibt es grössere und zahlbarere Optionen. Aber auch diese sind immer noch sehr klein an jedem „nicht-japanischen“ Massstab gemessen. In Japan ist halt alles Bonsai, nicht nur die Bäume!

Ein Grossteil der Japaner verpflegt sich 3 x täglich im Restaurant (dies ist in einem grossen Teil Asiens üblich), weil die Wohnung zum Kochen und Essen schlichtweg zu klein ist.


  Japanische Luxusklasse  

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Die hier angebotene Wohnung ist für japanische Verhältnisse riesig. Das grosse Zimmer misst doch sage und schreibe 11.7 Tatami (19 m²), dazu kommt sogar ein zweites Zimmer mit nochmals 5.7 Tatami (9.2 m²) und auch die Küche ist mit 3.3 Tatami (5.3 m²) sehr grosszügig bemessen.


  Capsule Hotel  

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Auch in japanischen Hotels herrscht Platznot. Die billigste Variante sind vielerorts die sogenannten „Capsule Hotel“. Für etwa € 30.- erhält man an guten Lagen im Zentrum ein „Zimmer“, welches gerade etwas grösser ist als ein Sarg, aber ausser mit einer Matratze auch noch mit Radio, TV, und Klimaanlage ausgestattet ist. Diese Art von Unterkunft ist meist bei Geschäftsreisenden beliebt. „Doppelsärge“ gibt es nicht und die verschiedenen Geschlechter sind meist in unterschiedlichen Stockwerken untergebracht. Wer nicht im absoluten Zentrum wohnen muss, findet oft in billigen Hotels auch „weniger kleine“ Zimmer in denen man aufrecht stehen kann und wo auch zwei Personen reinpassen zu ähnlichen oder gar günstigeren Preisen. Zu zweit im Capsule Hotel müsste man ja schliesslich zwei Zimmer belegen und bezahlen.



Mehr dazu im Reisebericht Japan: Unerwartetes an allen Ecken und Enden

   

 

© Brigitte & Heinz aus der Zentralschweiz, 5 Einträge im Gästebuch von Brigitte & Heinz






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